27. Spieltag   Saison 2002/2003

FC Lausitz Hoyerswerda

0

VfB Leipzig

4

Spieldaten
Datum 12. April 2003
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (Hoyerswerda)
Zuschauer 257
Schiedsrichter Gerber (Hohenstein-Ernstthal)
Torschützen 0:1 Embingou (13.), 0:2 Blessin (41.), 0:3 Blessin (62.), 0:4 Breitkopf (82.)
Gelb Ballaschk, Dörner - Räbsch
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung mit Rückennummern
FC Lausitz Hoyerswerda: VfB Leipzig:
22 Rene Katzwinkel 1 Gunnar Grundmann
4 Thomas Schmidt 5 Jens Werner
18 Steffen Dörner 2 Peter Freund
6 Christoph Ballaschk 7 Torsten Jülich
10 Stefan Strauß 28 Jörn Lenz
14 Jens Garbe 6 Olaf Renn
15 Mathias Grun 21 Frank Räbsch
16 Michael Sarodnik (ab 87. 20 Adrian Chiva) 25 Matthias Großmann (ab 85. 18 Lars Weißenberger)
19 Rene Rothenburger (ab 84. 9 Thomas Preibsch) 15 Rock Embingou (ab 74. 8 Marcel Gebhardt)
11 Marcel Weckwert (ab 78. 12 Roberto Schiwon) 19 Branko Marcetic (ab 64. 9 Nico Breitkopf)
8 Dirk Gierich 10 Alexander Blessin
Trainer
Eric Meißner Detlef Schößler
   Interviews
Detlef Schößler (VfB-Trainer) "Wir haben heute ordentlich Fußball gespielt und den Gegner laufen lassen. Ich konnte die Chancen gar nicht mehr zählen - einziges Manko war die Auswertung der Torchancen selbst. Heute haben alle ordentlich gespielt aus dem Team und viel gearbeitet. Jeder aus dem Kader hat die Chance sich weiter zu empfehlen. Hannemann fehlte wegen einer Grippe und Adler und Rienaß müssen morgen mit der A-Jugend bei TeBe Berlin spielen."
Torsten Jülich (VfB-Spieler) "Der Gegner hat es uns heute sehr leicht gemacht. Solche Spiele muss man einfach gewinnen - aber gegen Pößneck haben wir das zum Beispiel ja auch nicht geschafft. Wichtig war das zeitige Tor durch Embingou."
Olaf Renn (VfB-Spieler) "Solange die Hoyerswerdaer Kraft hatten, war es schwer. Gegen einen solchen Gegner muss man schnell ein, zwei Tore schießen. Dann ist alles klar. Wir waren heiß, hatten etwas gutzumachen. Ich will möglichst alle restlichen Spiele gewinnen und soweit wie möglich noch nach vorne kommen, auch wenn es auf Platz eins keine Chancen mehr gibt!"
Alexander Blessin (VfB-Spieler) "Ich habe diese Saison schon viele gute Spiele gemacht, aber heute habe ich meinen Chancen besser genutzt. Aber man muss auch die Stärke des Gegners betrachten - Hoyerswerda ist kein Maßstab. Der Einsatz hat heute bei allen gestimmt und die Zuschauer haben einige schöne Treffer gesehen."
Wertung

3,5 Sterne (Einbahnstraßenfußball auf das Hoywoy-Tor - und einige schöne VfB-Treffer. Das einzige Manko bei strahlendem Sonnenschein war die Chancenverwertung!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jens Werner 4
Peter Freund 3
Torsten Jülich 2+
Jörn Lenz 3
Olaf Renn 3+
Frank Räbsch 3
Matthias Großmann (bis 85.) 3
Rock Embingou (bis 74.) 3
Branko Marcetic (bis 64.) 4+
Alexander Blessin 1-
Nico Breitkopf (ab 64.) 3
Marcel Gebhardt (ab 74.) keine Wertung
Lars Weißenberger (ab 85.) keine Wertung

Spielbericht

40 unerschrockene VfB-Fans hatten trotz der 0:3 Derbyschlappe letzte Woche gegen den FC Sachsen Leipzig den Weg ins Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion in Hoyerswerda gefunden und sahen einen klar überlegnen VfB Leipzig. Kurz darauf konnte man noch einmal jubeln: Leipzig wurde zum deutschen Vertreter für die Wahl zur Olympia 2012 gewählt - WAHNSINN! Der VfB gewann am Ende gegen die nicht Oberliga-Reifen Gastgeber aus der Lausitz deutlich mit 4:0 (2:0) und die 257 Zuschauer sahen damit den ersten Pflichtspielsieg von Neu-Trainer Detlef Schößler auf der Bank der Messestädter. Dank zahlreicher Torchancen hätte der Gast sogar noch viel deutlicher gewinnen können und besonders Torsten Jülich (trat heute fast alle Standards) und Alexander Blessin sorgten mit ihren starken Leistungen für den Pflichtsieg beim Tabellen-Vorletzten. Jetzt wo es nur noch um die Verträge für die nächste Saison geht, hängen sich einige besonders rein. Aber nun zu dem einseitigen Spielverlauf bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 15 Grad in der Lausitz:

VfB-Trainer Detlef Schößler musste kurzfristig auf Dirk Hannemann (der gerade seine Rot-Sperre abgesessen hatte) wegen eines grippalen Infektes verzichten. Dazu fehlten Regisseur Matthias Breitkreutz (Knöchel), Stürmer Mike Sadlo (Oberschenkel-Zerrung) und die langzeitverletzten Nico Kanitz und Peter-Sebastian Gunkel. Die A-Jugendspieler Nicky Adler und Kevin Rienaß (gegen Sachsen noch in der Anfangsformation) wurden für das A-Jugend Regionalligaspiel morgen bei TeBe Berlin geschont. Bei den Gastgebern überzeugten über 90 Minuten eigentlich nur die Fans, die ihre Mannschaft trotz des Rückstandes pausenlos unterstützten. So besaßen auch die spielerisch und läuferisch überlegnen Leipziger die erste Torchance, doch nach einer Flanke von Frank Räbsch von rechts köpfte Matthias Großmann aus 10 Metern über das Tor von Katzwinkel. Doch in der 13. Minute wurde es doch noch was mit dem frühen Treffer für den VfB! Nach einem weiten Einwurf von Jörn Lenz von rechts nimmt Rock Embingou den Ball in der Strafraummitte aus 12 Metern direkt und versenkte die Kugel zum 1:0 ins rechte untere Eck - schon der achte Saisontreffer für den Nationalspieler des Kongos. Bei der stärke des Gastgebers war damit schon etwas wie eine Vorentscheidung gefallen! Trotzdem machte die Schößler-Truppe weiter Druck, aber in der 19. Minute landete ein von Rock Embingou verlängerter Freistoß von Olaf Renn von rechts in den Armen von FCL-Keeper Rene Katzwinkel. Wenige Sekunden später fingerte Gunnar Grundmann eine Flanke vor Stefan Strauß noch zum Eckball! In der 26. Minute legt Frank Räbsch, nach einer Flanke von Großmann von links, für Branko Marcetic auf, doch der schießt aus 8 Metern übers Tor. Nicht einmal 60 Sekunden später wird ein Kopfball von Alexander Blessin aufs leere Tor von einem Abwehrspieler abgeblockt. Nach einer halben Stunde läuft Stürmer Branko Marcetic allein auf Rene Katzwinkel zu, doch der FCL-Keeper parierte den Schuss aus 12 Metern per Fußabwehr. Dann endlich das längst verdiente 2:0 - nach einem Eckball von Olaf Renn von rechts legt sich Alexander Blessin den Ball selbst zu Recht und verwandelt mit einem strammen Schuss aus 12 Metern (41.). Im Gegenzug jagte Dirk Gierich die einzige gefährliche Aktion von "Hoywoy" in die Wolken - dann pfiff der etwas kleinliche Schiedsrichter Herr Gerber aus Hohenstein-Ernstthal zur Halbzeit.

Auch im zweiten Durchgang ging es weiter mit Einbahnstraßenfußball Richtung Tor von Rene Katzwinkel. So parierte der FCL-Keeper gleich in der 49. Minute einen harten Schuss von Torsten Jülich aus 18 Metern. Drei Minuten später legt Rock Embingou für Alexander Blessin auf, doch der schießt aus 10 Metern noch rechts vorbei! In der 55. Minute zieht Frank Räbsch von rechts ab, doch ein Abwehrspieler des Gastgebers kann kurz vor Alexander Blessin zur Ecke klären. Nach knapp einer Stunde sorgt wieder Frank Räbsch von rechts für Gefahr, doch aus spitzen Winkel schießt er aus 12 Metern über das Gehäuse von Katzwinkel. Dann die 62. Minute und das sehenswerte 3:0 - nach einem harten Schuss von Olaf Renn aus 18 Metern (der vorher zwei Gegenspieler ausstiegen ließ) kann FCL-Torwart Katzwinkel nur Abprallen lassen und der Schwabe im VfB-Trikot Alexander Blessin erzielt per Kopf aus 10 Metern unbedrängt seinen fünften Saisontreffer. Danach allerdings viel Lehrlauf im Spiel der Gäste - der VfB wollte nicht mehr richtig und "Hoywoy" konnte schon seit der 1. Minute nicht mehr. Nach ein paar kleineren Gelegenheiten von Stürmer Alexander Blessin, gewann Frank Räbsch ein "eins gegen eins" auf der rechten Außenbahn, doch der Kopfball von Blessin aus 6 Metern ging am Tor vorbei. Doch das 4:0 sollte nicht lange auf sich warten lassen! Marcel Gebhardt beweist Übersicht und spielt in den Lauf von Alexander Blessin, der flankt auf der Grundlinie gegen zwei Abwehrspieler in die Strafraummitte, wo der eingewechselte Nico Breitkopf aus 2 Metern seinen ersten Treffer für die Oberliga-Elf der Leipziger erzielte. Die letzte nennenswerte Chance besaßen natürlich auch die Gäste aus der Olympiastadt 2012 (jetzt glauben wir ALLE dran!), doch nach Vorlage vom eingewechselten Lars Weißenberger scheiterte Frank Räbsch aus spitzen Winkel an Rene Katzwinkel - der mit einer guten Leistung einen höheren Kantersieg verhinderte.

Fazit: Ein ungefährdeter Auswärtssieg des VfB, der damit immerhin weiter Spitzenreiter in der Auswärtstabelle der Oberliga Nordost-Süd bleibt und auch im achten Duell gegen Hoyerswerda zum achtenmal Sieger blieb. Leider wurde durch die etwas mangelnde Chancenauswertung das 5:0 aus dem Hinspiel nicht ganz erreicht! Die Lausitzer konnten nur durch ihre nimmermüden Fans überzeugen und waren in allen Belangen unterlegen - ein Wunder, wenn in Hoyerswerda noch der Klassenerhalt unter Neu-Trainer Eric Meißner (früher mal Keeper bei der Zweiten Mannschaft in Probstheida) bei der gezeigten Leistung heute Nachmittag gelingen sollte. Die VfB-Kicker entschädigten mit einer engagierten Leistung und schönen Treffer die Treusten der treuen Leipziger Fans - trotzdem wird das Derby sicherlich so schnell niemand vergessen können. Aber heute kann sich ganz Leipzig erst einmal über Leipzig als deutscher Vertreter für Olympia 2012 freuen. Zurück zu den VfB-Fußballern: Herausragend heute Alexander Blessin, der einen Treffer vorbereitete und selbst zwei erzielte - wohl das mit stärke Spiel des Schwaben, seit er im VfB-Trikot agierte. Auch Torsten Jülich empfahl sich für die nächste Saison und sorgte neben gefährlichen Standards auch aus dem Spiel heraus ständig für Gefahr (+ wahnsinnig Ball sicher). Auch die Leistung von Olaf Renn schreibt nach einem bleiben in der neuen Saison, ebenso wie mit Abstrichen bei Peter Freund. Leicht enttäuscht hat erneut, trotz seines Treffers, Rock Embingou und vor allem Stürmer Branko Marcetic. Auch Jens Werner befindet sich derzeit in einen kleinen Formtief, aus dem er aber sicherlich bald heraus kommen sollte. Hoffen wir, dass die VfB-Elf auch in den restlichen Saisonspielen weiter so engagiert agiert, so währe wenigstens noch Platz drei oder sogar zwei möglich. Nach der Derbyschlappe erwarten die Leipziger Anhänger in Probstheida viele gute Spiele - also gegen die Amateure von Energie Cottbus am Donnerstag nachlegen für versöhnliche Ostern ...denn einige Fans sind heute allein 350 km gereist (sicherlich in einem kleinen Bericht am Montag in der LVZ von Norbert Töpfer erwähnt) um den VfB Siegen zu sehen und das jedes Wochenende.

(Spielbericht von Ronny John)

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