34. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

0

FV Dresden-Nord

4

Spieldaten
Datum 01. Juni 2003
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 622
Schiedsrichter Engelmann (Pegau)
Torschützen 0:1 Jugo (9.), 0:2 Härtig (16.), 0:3 Georgie (20.), 0:4 Linkert (79.)
Gelb Werner, Wenk, Blessin - F. Gaunitz, Ackermann
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: FV Dresden-Nord:
16 Frank Schöne 32 Rene Groß
2 Peter Freund 3 Reimund Linkert
3 Thomas Spiotta 4 Frank Gaunitz
4 Kevin Rienaß 5 Jens Georgie
5 Jens Werner 6 Elvir Jugo
8 Marco Wenk 8 Tino Gaunitz
7 Sven Dobiasch 9 Martin Streiber (ab 81. 20 Dany Moses)
9 Nico Breitkopf 11 Rico Kaszuba (ab 46. 19 Daniel Ackermann)
10 Alexander Blessin 16 Bob Arto
20 Mike Sadlo 17 Dirk Härtig (ab 64. 10 Alexander Moritz)
14 Andreas Kirilov (ab 60. 11 Marcel Geißler) 18 Mario Scholze
Trainer
Detlef Schößler Peter Schöne
   Interviews
Detlef Schößler (VfB-Trainer) "Glückwunsch an Dresden-Nord - der Sieg ist unumstritten verdient gewesen. Man hat gesehen, dass sie schon seit vielen Jahren zusammen spielten. Man hat riesige technische Unterschiede heute zwischen beiden Teams gesehen! Auf der anderen Seite muss man bedenken, dass wir natürlich froh sind überhaupt 11 Leute noch aufbieten zu können - eine zusammengewürfelte Mannschaft! Ordentliche Vorbereitung ist damit natürlich nicht möglich. Man weiß ja, dass ich mit Niederlagen nur schwer umgehen kann - ein Wermutstropfen zum Ende der Saison. Vor 2 Jahren habe ich hier angefangen und habe mit der A-Jugend alles erreicht. Das sind Fakten und abrechenbar - alles andere was hier passiert ist nicht nachvollziehbar. Man hat mich einfach nicht in Ruhe arbeiten lassen, ich konnte mein Konzept nie umsetzen. Ich habe große Visionen und das es klappt, sieht man an der A-Jugend. Ich habe bis 2004 ein Vertrag als Cheftrainer, aber mehr als sportliche Dinge kann ich nicht bestimmen. Man hätte uns einfach in aller Ruhe arbeiten lassen müssen ..."
Peter Schöne (Co-Trainer Dresden-Nord) "Für uns war es natürlich ein ordentliches Wochenende, da auch unser A-Jugend gewonnen und in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. Die Art und Weise das 4:0 hat mich natürlich gefreut und besonders in Halbzeit eins haben wir Fußball vom feinsten gespielt. Die Zuschauer haben von uns gesehen ein ordentlich Spiel gesehen!"
Frank Schöne (VfB-Torwart) "Es war ein typisches Vorurlaubsspiel. Es hätten am Ende sogar noch schlimmer kommen können - es war einfach deprimierend! Vor allem rechnen sich viele Spieler für nächstes Jahr Chancen aus ... Ich würde gerne in Probstheida bleiben und hoffe, dass es klappt mit einem neuen Vertrag!"
Alexander Blessin (VfB-Spieler) "Dresden war einfach aggressiver und stärker in den Zweikämpfen. War schon ein bitteres Abschiedsspiel - das muss man einfach abhaken. Ich wäre gerne geblieben, aber es auch um die Familie! Jeder Profi muss derzeit froh sein, wenn er einen Verein findet."
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Ich bin schon enttäuscht. Wir haben schon die letzten Spiele nicht gut gespielt, aber so was... Wir standen nicht eng genug am Mann und haben nicht dagegen gehalten. So haben wir uns teilweise vorführen lassen!"
Wertung

2,5 Sterne (Bei recht schwülen Wetter entzauberten die Gäste die heute kam vorhandene VfB-Abwehr. Torhüter Schöne verhinderte sogar eine viel höhere Pleite!)

In der Galerie findet Ihr nun 68 Fotos vom Spiel!
Spieler-Noten
Frank Schöne 3
Peter Freund 5
Kevin Rienaß 5
Thomas Spiotta 5
Jens Werner 4-
Marco Wenk 5
Sven Dobiasch 5-
Nico Breitkopf 5
Alexander Blessin 4-
Mike Sadlo 4-
Andreas Kirilov (bis 60.) 5
Marcel Geißler (ab 60.) 4+

Spielbericht

Was für Saisonende und (leider) letztes Spiel unter Trainer Detlef Schößler - der VfB Leipzig verlor vor nur noch 622 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion bei schwülen 27 Grad dem FV Dresden-Nord glatt mit 0:4 (0:3). Wann hat es das schon mal in Probstheida gegeben?! Aber das zeigt den großen Schwachpunkt der Saison: Die Heimbilanz! Aber bei einem zusammengewürfelten VfB-Haufen aus den Resten der Ersten, Zweiten und A-Jugend ist so was leider auf Dauer nicht verwunderlichen - also kein Vorwurf an Trainer Schößler, der in den letzten Wochen nie mit der kompletten Mannschaft arbeiten konnten. Die Fans bedankten sich vor dem Spiel sogar mit einem Transparent für "6 Spiele mit Kampf und Ehrgeiz"! Aber dies entschuldet nicht das lasche und schwache Auftreten in den Zweikämpfen - und die Riesen Löcher in der VfB-Hintermannschaft. Ohne Torhüter Frank Schöne hätte es heute leicht 0:7 oder 0:8 ausgehen können. Aber was soll's, dieses Spiel sagt alles über die verkorkste Saison aus. Fraglich ist nur, ob es 2003/2004 wirklich besser wird: Stichwort Herman Andreev! Entsprechend frustriert präsentierte sich Detlef Schößler anschließend auch auf der Pressekonferenz - wohl wissentlich, dass Thorsten Kracht und Neu-Trainer Herman Andreev am Samstag jeweils ihren Zweijahres-Vertrag unterschrieben hatten. Man kann ihn verstehen, aber nun zum Spielverlauf:

Da Stürmer Nicky Adler mit der A-Jugend in Erfurt war, kam Andreas Kirilov zu seinem ersten Einsatz in der Oberliga-Mannschaft. Im vergleich zur letzten Woche fehlte zudem noch der gesperrte Matthias Großmann (5. Gelbe), der durch Kevin Rienaß ersetzt wurde - Jens Werner rückte ins defensive Mittelfeld! Doch schon nach sieben Minute hatte Elvir Jugo nach einer Ecke von rechts das 1:0 auf dem Kopf, scheiterte aber knapp. Zwei Minuten später machte es Jugo von den Gästen besser, nach einem Freistoß der von links in den Strafraum segelte, und köpfte es knapp 10 Metern ins untere linke Eck zum 0:1. Schon jetzt wirkten die VfB-Kicker schockiert und angesichts der Hitze ziemlich lustlos - prompt das 0:2 durch Dirk Härtig nach einem Eckball von der linken Seiten, der am langen Pfosten unbedrängt aus 5 Metern einköpfen konnte. Doch als wäre das noch nicht schlimm genug legte Jens Georgie in der 20. Minute noch einen nach! Nach einer Flanke von links kommt es im Strafraum zu einem Pressschlag zwischen VfB-Kicker Jens Werner und Georgie, wobei der Ball per Bogenlampe sich über Torhüter Frank Schöne hinweg zum 0:3 in die Maschen senkte. Entsetzen bei den nur noch wenig Treusten der Treuen! Erst in der 23. Minute die erste einigermaßen gute Aktion des VfB nach einer Flanke von Sven Dobiasch von links, doch der Kopfball von Andreas Kirilov aus 14 Metern brachte keine Gefahr für Keeper Rene Groß. Fünf Minuten später tanzt Frank Gaunitz gleich die gesamte VfB-Abwehr im Strafraum aus und bei einem entschlosseneren Abschluss wäre das 0:4 fällig gewesen - traurig, traurig! Nicht einmal 60 Sekunden später scheiterte Martin Streiber mit einem Schuss von halb rechts, der knapp am Außenpfosten vorbei zischte. Kurz darauf kommt Stürmer Rico Kaszuba nach einer Flanke erneut frei zum Kopfball, doch diesmal ist Frank Schöne im VfB-Tor der Sieger (33.) und verhinderte schlimmeres. In der 37. Minute setzte sich erneut Schöne mit einer Glanzparade gegen Martin Streiber, der aus 8 Metern frei zum Schuss kam, in Szene. Wenigstens die letzte Chance in Durchgangs eins gehörte den Messestädtern: Doch der Freistoß von Sven Dobiasch aus knapp 18 Metern senkte sich am rechten Pfosten vorbei ...

Halbzeit zwei sollte nicht wirklich besser werden - nur wurde die Partie nun wesentlich härter und die Chance hatte (wer sonst) natürlich fast nur der Gast aus Dresden. Nach zwei Großchancen (53.) ist es der kleine Reimund Linkert, der von halb rechts aus 10 Metern das Außennetz traf (58.). In der 67. Minute eine etwas kuriose Szene, als der eigentliche Ersatztorhüter von Dresden-Nord (als Feldspieler eingewechselt) Frank Schöne im VfB-Kasten von halb rechts aus 12 Metern prüfte. Dann aber doch noch das 0:4! Martin Streiber tanzt nach einem tollen Solo Torhüter Frank Schöne aus, doch Kevin Rienaß kratzte den Ball noch von der Linie - trotzdem kommt Streiber noch mal an den Ball und legte zurück auf Reimund Linkert, der per Flachmann aus 7 Metern einschob (79.). Weiter ging's mit dem Einbahnstraßenfußball: Erst scheiterte Einwechsler Moritz von halb links freistehend (83.), dann hält Frank Schöne glänzend einen scharf getretnen Freistoß von Reimund Linkert aus 20 Metern (84.). Kurz vor dem Schlusspfiff ist es erneut VfB-Keeper Frank Schöne der das 0:5 bei einem Schuss von Frank Gaunitz aus 14 Metern mit einer tollen Parade verhinderte. Das war's - auch mit der Saison 2003/04. Die beendete der erste deutsche Fußballmeister wie letztes Jahr nur auf Platz vier ...

Fazit: Ein verdienter, leider auch in dieser Höhe Auswärtserfolg des spielstarken FV Dresden-Nord. Die VfB-Abwehr konnte die Offensive der Landeshauptstädter spätestens nach dem 0:2 nie unter Kontrolle bringen und nur Frank Schöne ist es zu verdanken, dass es nicht noch deutlicher wurde. Aber man sollte als VfB-Fan nicht zu sauer haben und einfach Verständnis für die Situation haben. Immerhin finden sich in Probstheida immer noch mehr als 11 Spieler, die für den VfB auflaufen wollen - nicht wie bei TeBe Berlin, wo das letzte Spiel mangels genug Spieler (!) abgesagt werden musste. Nach dem Spiel hieß es Abschied nehmen von Peter Freund (zurück zum HFC) und dem sympathischen Schwaben Alexander Blessin (wohl nach Stuttgart). Dagegen gibt es auch nächste Saison ein Wiedersehen mit Stürmer Mike Sadlo (macht Urlaub auf Mallorca) und vielleicht auch Torhüter Frank Schöne, der nur zu gerne bleiben würde. Wir dürfen so oder so sehr gespannt sein auf die neue Saison - mit neuem Trainer und alten und neuen Gesichtern (z.B. Kracht, Mittenzwei, Schwesinger). Hoffentlich gibt es dann endlich wieder mal etwas zu feiern - auch zum Saisonfinale! Besonders traurig stimmt aber der Umgang mit Detlef Schößler und auch Rainer Lisiewicz, der wohl nicht als Sportmanager in Probstheida anfangen wird ... es bleibt wohl beim ewigen Image des Chaos-Vereins! Lob noch an einige der Lok-Fans, die Trainer und Spieler zu dem ein oder anderen Bierchen nach dem Spiel einluden ...

(Spielbericht von Ronny John)

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