Achtelfinale "Oddset-Pokal"   Saison 2003/2004

VfB Chemnitz

VfB Chemnitz

0

nach

VfB Leipzig

VfB Leipzig

Verlängerung

Spieldaten
Datum 15. November 2003
Uhrzeit 13.30 Uhr
Spielstätte Stadion an der Beyerstraße (Chemnitz)
Zuschauer 250
Schiedsrichter A. Walter (Zwickau)
Torschützen 0:1 Breitkopf (99.)
Gelb Göhlert, Schipke, Gläser, Lange - Miftari, Werner, Breitkopf, Hartwig
Gelb-Rot Spiotta (114./Leipzig)
Rot Keine
Aufstellung
VfB Chemnitz: VfB Leipzig:
12 Marcel Feist 1 Frank Schöne
2 Danny Wildenhain 10 Almedin Civa
3 Tim Göhlert 2 Mentor Miftari
4 Rico Schipke 18 Jan Schmidt
5 Torsten Gläser 3 Richard Baum (ah 91. 17 Thomas Spiotta)
6 Benjamin Olzscher (ab 72. 13 Peter Lange) 11 Dirk Hannemann (ab 12. 8 Sven Hartwig)
7 Thomas Kunze 21 Frank Räbsch
8 Dominik Nestler (ab 87. 14 Sven Teschauer) 7 Jens Werner
9 Ronny Weigel 15 Christian Mittenzwei (ab 67. 20 Mike Sadlo)
10 Sebastian Burkhardt (ab 106. 15 Michael Franz) 13 Andreas Schwesinger
11 Marko Thümmler 9 Nico Breitkopf
Trainer
Rico Schmitt Herman Andreev
   Interviews
Herman Andreev (Leipzig-Trainer) "Der Rasen war eine Katastrophe, aber das soll keine Ausrede sein. Ich hatte vor Chemnitz gewarnt. Der Gegner war gegen uns wieder doppelt motiviert und wir haben in den ersten 90 Minuten zu wenig gezeigt. Aber wichtig ist im Pokal ja nur das Weiterkommen - nur das es heute unerwartet lange gedauert hat! Das war einfach ein Krampf heute ... Jetzt wünsche ich mir einen Gegner, gegen den wir zeigen können, was wir drauf haben. Wenigstens die kämpferische Leistung hat gestimmt - aber am Ende haben wir wieder mit den Chancen gesündigt."
Andreas Schwesinger (Leipzig-Spieler) "In den ersten 90 Minuten haben wir uns wieder sehr schwer getan und nur zwei gute Chancen heraus gespielt. Wir wussten wie schwer es wird und wir wollten uns heute eigentlich viel Selbstvertrauen holen. Aber heute ist eher unsere Verunsicherung gestiegen ..."
Wertung

2 Sterne (Ein Pokalkrampf des VfB - Hauptsache eine Runde weiter. Aber Selbstvertrauen hat man sich garantiert so nicht geholt ...)

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Spieler-Noten
Frank Schöne 3
Almedin Civa 4
Mentor Miftari 3
Jan Schmidt 4
Richard Baum (bis 91.) 4+
Jens Werner 4-
Frank Räbsch 4
Dirk Hannemann (bis 12.) keine Wertung
Christian Mittenzwei (bis 67.) 4-
Nico Breitkopf 3-
Andreas Schwesinger 4
Sven Hartwig (ab 12.) 4
Mike Sadlo (ab 67.) 4+
Thomas Spiotta (ab 91.) 5

Spielbericht   

Der VfB Leipzig quälte sich ins Viertelfinale des sächsischen Oddset-Pokals! Beim Landesligisten VfB Chemnitz (5. Liga) gewann der Oberligist vor 250 Zuschauern (darunter ca. 60 Leipziger) im Stadion an der Beyerstraße nach Verlängerung mit 1:0 (1:0, 0:0). Auf einem katastrophalen Rasen taten sich die Leipziger in den ersten 90 Minuten, gegen eigentlich einfallslose Chemnitzer, sehr schwer. Erst in der Verlängerung erspielte sich der Favorit endlich einige Großchancen und kam durch den Treffer von Nico Breitkopf per Hinterkopf aus vier Metern zum goldnen Tor. Sechs Minuten vor Schluss sah der eingewechselte Thomas Spiotta noch die Ampelkarte. Noch nie war das Motto "Hauptsache eine Runde weiter" bezeichnender, als an diesem Tag. Und: Eigentlich ist es der einzige Wettbewerb, in dessen der VfB aus Leipzig noch etwas erreichen kann - deshalb ist die schwache Vorstellung nicht zu verstehen. Aber zum heutigen Spielverlauf:

VfB-Trainer Herman Andreev musste heute auf die angeschlagnen Torsten Kracht und Olaf Renn verzichten. Dafür übernahm wieder Almedin Civa die zentrale Rolle in der Abwehr. Als Manndecker fungierten Mentor Miftari und Jan Schmidt. Im Tor bekam Frank Schöne (spielte trotz dem Tod seiner Mutter!) wieder eine Chance. Für Renn besetzte Jens Werner die linke Außenbahn. Dazu kehrten die zuletzt gesperrten Richard Baum (5. Gelbe) und Dirk Hannemann (4 Spiele Sperre) ins Mittelfeld zurück. Auf der Bank mussten zunächst Regisseur Sven Hartwig und Mike Sadlo Platz nehmen. Doch die ersten Großchancen besaß der Gastgeber! In der 7. Minute hält Sebastian Burkhardt aus 14 Metern einfach mal drauf, doch die Kugel zischte knapp übers rechte Dreiangel. Vier Minuten später kommt Torsten Gläser nach einem klaren Handspiel an den Ball, doch Keeper Frank Schöne kratzte den Schuss aus knapp 12 Metern noch aus dem linken Winkel. Bei der anschließenden Ecke köpft Dominik Nestler aus 9 Metern knapp über das Leipziger Gehäuse - Glück gehabt! Aber: Sekunden später humpelte Dirk Hannemann (ist in einem Loch im Rasen umgeknickt) vom Platz - dafür kam Sven Hartwig. Und endlich mal eine Leipziger Chance: Nico Breitkopf tanzte vor dem Strafraum zwei Gegenspieler aus, scheiterte aber aus 8 Metern am relativ kleinen Chemnitz-Keeper Marcel Feist (19.). Beim anschließenden Eckball klärte Ronny Weigel auf der Torlinie für den geschlagnen Feist, nach einem Kopfball von Richard Baum. In der 21. Minute beförderte Frank Räbsch den Ball flach Richtung kurzen Pfosten, aber Nico Breitkopf zog die Kugel per Direktabnahme aus 6 Metern noch am Tor vorbei. Danach passierte die letzten 23 (!) Minuten rein gar nichts mehr auf dem Rasen im Stadion an der Beyerstraße. Ein grausames Spiel hatte sich entwickelt - zum Glück waren wenigstens die Temperaturen mit gut acht Grad noch einigermaßen angenehm.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Chance für die Leipziger, doch der Freistoß von Sven Hartwig aus 22 Metern war eine sichere Beute für Keeper Marcel Feist (51.). Doch das Niveau der Partie blieb weiter im Keller - wenigstens der Einsatz stimmte aber auf Seiten des Favoriten, nur sprang dabei nichts erwähnenswertes heraus. In der 65. Minute sogar wieder eine Chance für Chemnitz, aber Sebastian Burkhardt schoss aus 16 Metern knapp über das Tor von Frank Schöne. Dann eine Großchance für die Messestädter: Sven Hartwig brachte einen Freistoß Richtung langen Pfosten, doch den starken Kopfball von Manndecker Mentor Miftari boxte Marcel Feist aus 6 Metern gerade noch so zur Ecke (72.). Die letzte Chance der regulären Spielzeit besaß wieder Nachwuchsstürmer Nico Breitkopf, der von Danny Wildenhain im Strafraum durchaus elfmeterreif gefoult wurde (79.) - hier hätte der nicht gerade überzeugende Schiri Andreas Walter aus Zwickau durchaus auf dem Punkt zeigen dürfen. Aber es ging in  die Verlängerung ... Was fiel noch auf? Stürmer Andreas Schwesinger rannte mindestens sechsmal ins Abseits - das darf einem so erfahrenen Torjäger einfach nicht ständig passieren.

Weiter ging's mit der ersten Halbzeit der Verlängerung: Mentor Miftari bringt einen Freistoß von rechts in den Strafraum, aber der Kopfball des großgewachsenen Jan Schmidt war aus 8 Metern einfach zu harmlos (95.). Dann die 99. Minute: Sven Hartwig bringt einen Eckball von rechts in den Strafraum, Mentor Miftari hechtete sich in der Mitte in die Eingabe und Nico Breitkopf verlängerte aus 5 Metern per Hinterkopf (mit etwas Glück) den Ball zum umjubelten 1:0 in die Maschen - dabei sah Chemnitz-Keeper Marcel Feist diesmal mehr als unglücklich aus. Kurz vor dem erneuten Halbzeitpfiff mal Chemnitz, aber Ronny Weigel schoss aus 18 Metern links vorbei.

Sekunden nach dem Wiederanpfiff läuft Andreas Schwesinger allein auf Keeper Feist zu, doch auf der Linie rettete Rico Schipke für den geschlagnen Feist (106.). In der 108. Minute legte Nico Breitkopf für Schwesinger auf, doch der scheitert völlig freistehend aus 12 Metern am Schlussmann der Gastgeber. Drei Minuten später kann Frank Räbsch von rechts ungehindert flanken, doch die Direktabnahme von Sven Hartwig kann Marcel Feist abblocken und Nico Breitkopf bekommt die Kugel aus vier Metern nicht über die Torlinie. Es durfte weiter gezittert werden ... 60 Sekunden später verpasst Nico Breitkopf bei einem Konter aus 5 Metern die Entscheidung - Torsten Gläser klärte auf der Torlinie. In der 113. Minute rettete Frank Schöne toll gegen den freien Marko Thümmler. Aber dann noch das: In der 114. flog der erst zur Verlängerung eingewechselte Thomas Spiotta nach zwei Fouls mit der Ampelkarte vom Platz. Sekunden vor dem Schlusspfiff scheiterte noch einmal Andreas Schwesinger frei vor Marcel Feist ...

Fazit: Hauptsache eine Runde weiter - was anderes fällt einem zu diesem (in den ersten 90 Minuten) grausamen Fußballspiel nicht ein. Die Leipziger waren zwar spielbestimmend, erspielten sich aber kaum Torchancen. Erst in der Verlängerung legten sie eine Schippe drauf und zogen noch verdient in die nächste Runde ein. Eigentlich hätte der Sieg noch viel deutlicher ausfallen müssen, aber auch beste Chancen wurden von den VfB-Kickern aus Leipzig nicht genutzt. Einen heute hervorzuheben, fällt sehr schwer - aber Torhüter Frank Schöne rettete zwei, dreimal stark gegen die Chemnitzer Stürmer. Und Manndecker Mentor Miftari räumte hinten fast alles ab und schaltete sich immer wieder gefährlich in die Angriffe ein. Bitter: Dirk Hannemann wird wohl noch am Samstag Abend zur MRT-Untersuchung gebracht - hoffen wir das beste, trotz seiner "hitzigen Art" ist er einfach eine Belebung des VfB-Mittelfeldes. Nächste Woche geht es in der Oberliga wieder gegen einen VfB - die Leipziger sind zu Gast beim Aufsteiger Auerbach. Ganz klar: Eine klare Steigerung ist bitter nötig - die Mannschaft braucht einfach wieder richtiges Selbstvertrauen. Die Verunsicherung im Team war besonders in den ersten 90 Minuten heute deutlich zu spüren ...

(von Ronny John)

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