3. Spieltag Oberliga Nordost-Süd   Saison 2003/2004

Eintracht Sondershausen

Eintracht Sondershausen

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

Spieldaten
Datum 16. August 2003
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Stadion am Göldner (Sondershausen)
Zuschauer 770
Schiedsrichter Fehlow (Zeestow)
Torschützen 0:1 Schwesinger (74.)
Gelb Menzel, Rasch, Plachy, Duft, Paul - Hartwig, Civa
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
Eintracht Sondershausen: VfB Leipzig:
1 Daniel Menzel 1 Frank Schöne
4 Daniel Rasch 10 Almedin Civa
5 Lars Plachy 5 Torsten Kracht
7 Frank Tanne 2 Mentor Miftari
10 Axel Duft 11 Dirk Hannemann
17 Marcel Kloth 6 Olaf Renn
18 Sven Baumann (ab 64. 6 Andre Bohne) 21 Frank Räbsch
19 Christian Paul 8 Sven Hartwig
20 Marcel Svejdik 13 Andreas Schwesinger (ab 81. 3 Richard Baum)
24 Christian Krug 15 Christian Mittenzwei (ab 60. 9 Nico Breitkopf)
25 Tino Gerschewski 20 Mike Sadlo
Trainer
Steffen Kraus Herman Andreev
   Interviews
Herman Andreev (VfB-Trainer) "Mit dem Sieg kann man zufrieden sein - die drei Punkte sind wichtig! Im vergleich zu den ersten beiden Teams, war Sondershausen ein härter Aufgabe. Ich bin überzeugt, dass noch viele Mannschaften gegen Sondershausen Punkte lassen werden. Wir haben im ersten Durchgang nicht so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Gegner hat uns beim Ball besitz gestärkt und das Kombinationsspiel im Angriff hat nicht funktioniert. In der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser mit dem Zusammenspiel, aber natürlich kann ich damit nicht zufrieden sein. So waren Schwesinger, Hartwig und Breitkopf teilweise zu eigensinnig. Außerdem waren wir einfach zu hektisch, die auch zu einigen unnötigen gelben Karten geführt haben. Das Schiedsrichter-Gespann hat ganz ordentlich gepfiffen, trotz der harten Aufgabe heute. Aber ich diskutiere sowieso ungern über Schiedsrichter-Leistungen! Ich wünsche Sondershausen nun alles gute... Gegen Jena wird nun ein ganz anderes Spiel, aber ich habe vor Sondershausen gewarnt. Einige Spieler haben es zu leicht genommen! Jena hat sich trotz des 4:0 hier auch schwer getan. Nächste Woche werden wir sehen, wo jeder im Team steht und da können wir über das wirkliche Niveau reden. Ich werde auch mit Mittenzwei reden - die Leistung stimmt noch nicht. Er wollte als neuer Spieler beim VfB einfach auch unbedingt seine Tore schießen."
Steffen Kraus (Eintracht-Trainer) "Ich bin vom spielerischen, aber nicht vom Ergebnis zufrieden. Gegenüber dem letzten Spiel war mit dem 4-3-3 System eine Steigerung zu sehen. Aber im Fußball wird nach Punkten abgerechnet! Die drei Punkte durch den hervorragenden Angriff des VfB sind verdient - schon allein wegen der Aktion. Diesmal haben wir kein Tor durch Standards gefressen - wir haben bedingungslos um den Ball gekämpft und es dem Gegner nicht einfach gemacht. Die Schiedsrichter-Frau hat einigen meiner Spieler schon früh den Wind aus den Segeln genommen, mit ihren früheren gelben Karten! Die Schiedsrichter-Entscheidung war zwar nicht entscheidend, aber zu einseitig. Wir hatten den VfB im ersten Durchgang soweit, dass sie sich gegenseitig belegten. Wir haben aber einfach nach vorne zu wenig gemacht..."
Almedin Civa (VfB-Spieler) "In der ersten Halbzeit haben wir nicht das umgesetzt, was der Trainer gefordert hat. Im zweiten Durchgang war es ein Spiel auf ein Tor! Normalerweise hätten wir noch mehr Tore schießen müssen, aber auch im dritten Spiel steht hinten weiter die null. Es war einfach ein Pflichtsieg!"
Olaf Renn (VfB-Spieler) "So viel Platz wie dieses Mal hatte ich im ganzen vorigen Jahr nicht. Wichtig sind die drei Punkte. Und das Miftari den Pass auf mich genau an der Grenze zum Abseits gegeben hat!"
Frank Schöne (VfB-Torwart) "Wir haben es uns wieder schwer gemacht. Für mich wurde es nur einmal am Ende der ersten Hälfte gefährlich: Das war ein Stinker. Der setzte noch auf!"
Wertung

2 Sterne (Ein verdienter Erfolg Marke "Arbeitssieg" - besonders im ersten Durchgang taten sich die VfB-Kicker gegen robuste Gastgeber schwer!)

In der Galerie findet Ihr 54 Fotos vom Spiel!
Spieler-Noten
Frank Schöne 2
Almedin Civa 2-
Torsten Kracht 3
Mentor Miftari 3
Dirk Hannemann 4
Olaf Renn 3-
Frank Räbsch 4-
Sven Hartwig 4-
Christian Mittenzwei (bis 60.) 5-
Mike Sadlo 4
Andreas Schwesinger (bis 81.) 4+
Nico Breitkopf (ab 60.) 3
Richard Baum (ab 81.) keine Wertung

Spielbericht   

Arbeitssieg für den VfB beim kleinen "Angstgegner" Eintracht Sondershausen (da tat man sich auch die letzten Jahre ständig schwer) - vor 770 Zuschauer (darunter 210 VfB-Fans) im Stadion am Göldner gab es einen knappen, aber verdienten 1:0 (0:0) Erfolg. Die Schützlinge von Trainer Herman Andreev taten sich lange Zeit sehr schwer und spielten vor allem im ersten Durchgang sehr ideenlos nach vorn. Man vermisste vor allem das aus den ersten beiden Spielen so gut funktionierende Kurzpass-Spiel (auch wenn Sondershausen mehr dagegen hielt als Erfurt-Nord und Cottbus)! Dazu warf Schiedsrichterin Elke Fehlow mit gelben Karten nur so um sich und lag auf beiden Seiten bei einigen Entscheidungen falsch (so wurde Nico Breitkopf z.B. ganz klar im Strafraum zu Fall gebracht, aber es gab nur Freistoß außerhalb). Gegen Carl Zeiss Jena in der kommenden Woche ist eine gewaltige Steigerung notwendig, aber wie sagt man so schön: Es zählen nur die drei Punkte! Zum Spielverlauf:

Herman Andreev ließ die gleiche Truppe wie beim Sieg gegen die Cottbus Amateure auflaufen. Noch nicht spielberechtigt, aber schon mit auf der Bank saß der neue Keeper Bastian Becker und machte gleich einen sehr sympathischen Eindruck. Die erste Minichance für den Gastgeber hatte dann Geburtstagskind Sven Baumann mit einem Schuss aus 22 Metern, der aber ein Meter übers VfB-Tor ging. Die erste VfB-Gelegenheit besaß dann Dirk Hannemann nach einem kurzen Eckball, mit einem Knaller von halb rechts, den Eintracht-Keeper Daniel Menzel aber gerade noch so zur Ecke lenken konnte. Dann tat sich lange nichts mehr bei idealen Fußball-Temperaturen auf dem leicht verdorrten Rasen in Sondershausen. Erst in Minute 33 wurde es wieder richtig interessant: Dirk Hannemann schlägt einen Eckball von rechts in den Strafraum, Mike Sadlo köpft aus 7 Metern ein - doch in der gleichen Sekunden entscheidet Schiedsrichterin Fehlow auf Foul von Almedin Civa (er soll geschoben haben) und gibt den Treffer damit natürlich nicht. Sekunden später zieht Sven Hartwig gegen Keeper Menzel durch, den Abpraller schnappt sich Mike Sadlo, doch die Direktabnahme landet aus 25 Metern neben dem leeren Eintracht-Tor! Die Leipziger weiter optisch überlegen, aber es mangelte noch am Durchsetzungsvermögen und dem Kurzpass-Spiel gegen die ideenlose Thüringer. Mit dem Halbzeitpfiff doch noch mal eine Mini-Chance für den Gastgeber durch Christian Krug, aber Frank Schöne hielt klasse aus 14 Metern.

Im zweiten Durchgang spielten die Messestädter endlich aggressiver und entschlossener - so strich in der 47. Minute eine Freistoß von Dirk Hannemann von rechts nur knapp über das Tor von Menzel. Nicht einmal 60 Sekunden später tanzt Christian Mittenzwei zwei Gegenspieler aus - übertreibt es dabei wieder und sein Schuss aus 8 Metern fischt Keeper Daniel Menzel locker weg. In der 57. Minute nimmt sich Sturm-Shootingstar Andreas Schwesinger ein Herz, doch aus 14 Metern übers Tor! Zwei Minuten später dann mal der Gastgeber - diesmal wurde es richtig gefährlich: Nach einer Ecke von rechts, köpft Tino Gerschewski aus 7 Metern nur wenige Zentimeter über das Tor von Frank Schöne. Dann wieder der VfB: Sven Hartwig setzt sich gegen zwei durch, sieht den Mitspieler nicht und den Schuss aus 10 Metern holt Keeper Daniel Menzel irgendwie noch aus dem linken Winkel (63.). Zwei Minuten später versuchte sich Dirk Hannemann wieder mit Gewalt bei einem Freistoß aus 18 Metern - Keeper Menzel kann nicht festhalten, aber im Gewühl verlor der eingewechselte Nico Breitkopf (kam für den schwachen Mittenzwei) den Ball wieder an den Keeper. In der 73. Minute präsentierte sich Frank Räbsch über die ungewohnte linke Seite mal als kleiner Brasilianer und lässt gleich drei Gegenspieler stehen - aber die Flanke (Schuss?!) boxt Keeper Daniel Menzel aus der Gefahrenzone. Dann endlich die umjubelte Führung: Olaf Renn setzt sich fantastisch auf der linken Außenbahn durch (nach Vorarbeit von Mentor Miftari - O-Ton Siegbert Zeh: "Der Mann ist Gold wert"), zieht an der Grundlinie den Ball Richtung langen Pfosten - dort lauert Stürmer Andreas Schwesinger, der ohne Probleme aus 5 Metern zu seinen vierten Saisontreffer einnickte. Nach der Führung ließ es der VfB natürlich  ruhiger angehen und spielte sehr sicher in der Abwehr - trotzdem hatte Dirk Hannemann (diesmal mit viel Gefühl) das 2:0 auf dem Fuß, aber aus 18 Metern zirkelte er den Ball ganz knapp am rechten Außenpfosten vorbei. Die letzte ernsthafte Torchance im Spiel besaß dann der eingewechselte Richard Baum (kam für die gefeierte Torversicherung Schwesinger) aus 20 Metern - aber sicher pariert von Menzel. Die restlichen Minuten schaukelte die VfB-Defensive um Abwehrchef Almedin Civa, Kapitän Torsten Kracht und Mentor Miftari locker über die Zeit - nur in der vierten Minute der Nachspielzeit wurde ein Schuss von Christian Krug noch einmal gefährlich.

Fazit: Ein verdienter Arbeitssieg - Sondershausen bleibt also weiter ein unangenehmes Pflaster für die Leipziger, die sich jedes Jahr sehr schwer tut auf diesem kleinen Platz (erfüllt wohl gerade einmal die Mindestmaße). Die Abwehr der Gäste stand bis auf ein, zwei Ausnahmen wieder bombensicher - da spürt man die Erfahrung. Nach vorne lief diesmal leider sehr wenig (besonders die beiden Außen konnten lange kaum Akzente setzen) - aber zum Glück ist die Sturmversicherung Andreas Schwesinger immer wieder zur Stelle. Auch die Gästefans wurde wieder auf eine harte Probe gestellt - erstens ließ das erlösende 1:0 sehr lange auf sich warten, zudem die sehr miese Sicht im Gästeblock. Dafür schmeckte die Thüringer Bratwurst wieder richtig gut (dafür alleine lohnte sich die Fahrt ;-). Was fiel noch auf? Die Eintracht-Fans fielen durch Fußball-Fachkompetenz auf und forderten selbst bei einem Einwurf (!) vehement Abseits. Dazu die altbekannten Beleidigungen durch die Zuschauer und ständiges Zeitspiel der Eintracht-Kicker .... aber am Ende hatte der VfB das verdiente Glück und die Zeit ja auf seiner Seite! Und: Die VfB-Fans waren wieder bestens über den Zwischenstand in Leipzig-Leutzsch informiert und feierten jeden Treffer der Amateure von Schalke.

(von Ronny John)

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