Achtelfinale Bezirkspokal Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SG Rotation 1950 Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig
0 1

Spieldaten
 
Datum
20. Oktober 2006
Uhrzeit
19.30 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.197
Schiedsrichter
 
Wolfgang Winkler (Linthe)
Torschützen
0:1 Blümel (81.)
Gelb
Sommer - Kehler, Tramp
Gelb-Rot
Keine
Rot
Eiselt (88./Lok)

Aufstellung
SG Rotation 1950 Leipzig
1. FC Lokomotive Leipzig
22 Christian Klose 
1 Jan Evers
2 Thomas Bindrich
17 Holger Krauß
3 Falk Schneider (ab 64. 14 Carsten Warzecha)
19 Anton Köllner
4 Daniel Völz
18 Dirk Hänisch
5 Arvid Neumann
23 Pierre Trinko
6 Pierre Kehler
 
2 Robert Sommer
7 Martin Georgiew (ab 61. 13 Dennis Reimann)
3 Marcel Hensgen (ab 84. 15 Sven Hellmund)
8 Nico Tramp
4 René Ledwoch (ab 70. 21 Rico Engler)
9 Thomas Stolle
5 Eric Eiselt
10 Toni Hollmach
10 René Heusel
11 Ralf Karwatzky
11 Christopher Blümel

Trainer
Jörg Seydler
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das war ein hartes Stück Arbeit. In der ersten Halbzeit haben wir viel Aufwand betrieben, mit wenig Nutzen. Die klarste Chance hatten dann sogar noch Rotation. Im zweiten Durchgang hatten wir aber die klar besseren Tormöglichkeiten und Blümel hat den Siegtreffer dann gezwungen. Dazu haben wir hinten kaum etwas zugelassen. Im Endeffekt zählt im Pokal nur das Weiterkommen!"

Wertung

2,5 Sterne (Ein immerhin spannender Pokal-Abend in Probstheida - den ganz großen Fußball bekamen die Fans allerdings nicht zu sehen!)

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Spielbericht

Arbeitssieg im "Auswärts-Heimspiel": Der 1. FC Lokomotive Leipzig steht im Viertelfinale des Leipziger Bezirkspokals und ist nach einem knappen 1:0 (0:0) Arbeitssieg gegen die SG Rotation 1950 in Pokalwettbewerben (Stadt-, Bezirks- und Landespokal) weiter unbesiegt. Vor 2.197 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion tat sich die Loksche, besonders im ersten Durchgang, schwer und erspielte sich kaum klare Torchancen. Statt dessen tauchte nach einer halben Stunde plötzlich Thomas Stolle frei vor dem Lok-Kasten auf - doch Jan Evers rettete glänzend. Im weiteren Verlauf  erzwangen die (jedenfalls auf der offiziellen Ansetzung) Gäste die Chancen. Bitter: Techniker Eric Eiselt sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung kurz vor Schluss glatt Rot. Aber der Reihe nach ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz konnte heute doch auf den angeschlagnen Dirk Hänisch (Muskelprobleme) zurückgreifen, dafür fehlte Mittelfeld-Turbo Stephan Knoof Gelb-Rot gesperrt (die Karte aus der Vorwoche galt für das nächste Pflichtspiel - damit ist Knoof gegen Naunhof wieder dabei). Zunächst begann der 1. FC Lok recht dominant, doch klare Torchancen sollten sich nicht ergeben - trotz der nagelneuen Tornetze in blau-gelb (von zwei Lok-Fans gesponsert). In der 12. Minute konnte sich Marcel Hensgen erstmals in Szene setzen, doch sein Schuss aus 18 Metern war sichere Beute für Rotation-Keeper Christian Klose. Nur drei Minuten später ein schneller Lok-Konter über Christopher Blümel. Der sieht von rechts seinen Sturm-Kollegen René Heusel, doch Torhüter Klose fischte ihm den Ball vom Fuß. In der 18. Minute hielt Kapitän Holger Krauß von Rechtsaußen einfach mal drauf, traf aber nur das Außennetz. Gute 120 Sekunden später spielte Eric Eiselt auf den mitgelaufnen Marcel Hensgen. Der sieht Anton Köllner in der Mitte, aber die Direktabnahme der Abwehrlatte rutschte aus 14 Metern über die Querlatte. Das war's dann aber auch schon mit der Lok-Herrlichkeit - der Druck ließ nach. Und nach genau einer halben Stunde plötzlich die Großchance für Rotation. Holger Krauß stürzt im Mittelfeld, Eric Eiselt grätscht vorbei und Thomas Stolle taucht plötzlich völlig frei vor Lok-Keeper Jan Evers aus. Doch Evers verkürzte den Winkel, blieb lange stehen - und war aus 10 Metern schon jetzt der Held des Abends. Klasse! Im direkten Gegenzug haute Hensgen aus 20 Metern knapp drüber (31.). Sieben Minuten später rutschte Robert Sommer eine Flanke von rechts ab und Keeper Christian Klose fingerte den Lederball gerade noch so aus dem Dreiangel. Die anschließende Ecke hätte Eric Eiselt beinah direkt ins Rotation-Tor befördert - doch Klose war auf dem Posten. So ging es mit einem 0:0 in die Pause ...

Die zweite Halbzeit begann mit viel Schwung aus Lok-Sicht. Robert Sommer legte von rechts für Stürmer Christopher Blümel auf, der aber am kurzen Pfosten vorbei zielte (47.). Vier Minuten später fischte Jan Evers einen Flachschuss von Thomas Stolle (nach der ersten Rotation-Ecke) sicher weg. Die "Gäste" spielten zwar weiter ständig nach vorn - der finale Pass sollte aber nicht ankommen. Teilweise wurde einfach auch zu ideenlos gespielt. Doch in der 65. Minute bediente Blümel den heute auffälligen Marcel Hensgen, der aus 12 Metern aber nur das linke Außennetz traf. Knappe 60 Sekunden später spielte Eric Eiselt Stürmer René Heusel frei. Der Torjäger - mit aktueller Ladehemmung - spielte drei Mann im Strafraum aus, zielte aus 10 Metern aber ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Dann die 69. Minute - und wieder Pech für Heusel, der aus 14 Metern (per Lupfer) nur die Querlatte traf. Langsam lief den Lok-Kickern die Zeit davon. Eine Verlängerung drohte! Doch in der 80. Minute erst einmal eine Mini-Chance für Rotation-Stürmer Ralf Krawatzky (links vorbei) - und dann sollte es endlich klingeln. Zum Glück aber im Tor der SG Rotation! Ein hoher Ball von Pierre Trinko wird im Strafraum per Kopf genau auf Christopher Blümel abgelenkt. Blümel (schoss vor einer Woche das erste Pflichtspieltor für Lok - gegen Rotation!) haute per Direktannahme das Leder aus 14 Metern in die Maschen. Die Erlösung, endlich die Führung! In den letzten Minuten brachten die Lok-Kicker das 1:0 weitestgehend sicher über die Zeit. Wenn da nicht die 88. Minute gewesen wäre: Eric Eiselt foulte rund 20 Meter vor dem eignen Tor seinen Gegenspieler. Sieht richtigerweise Gelb von Schiri Wolfgang Winkler - und plötzlich Rot! Was war passiert? Eiselt schien mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein und zeigte dem Schiri laut Protokoll den berühmten "Vogel". Das ist bitter, da der Mittelfeld-Mann nun wohl einige Spiele gesperrt werden wird. Letzter Aufreger: Der anschließende Freistoß von Pierre Kehler wurde von Jan Evers souverän aus dem rechten Winkel gefischt.

Fazit: Ein richtiger Arbeitssieg für den 1. FC Lok im Bezirkspokal-Achtelfinale. Im ersten Durchgang mangelte es vor allem an klaren Torchancen - so dass Rotation plötzlich die "100%-ige" hatte. Lok meist mit einfachen Mitteln, ohne die großen Ideen. In der zweiten Halbzeit wurde die Führung durch Blümel dann erzwungen - davor verballerte schon Heusel zwei Großchancen. Im Pokal ist am Ende das Weiterkommen am wichtigsten. Diese Mission wurde erfüllt! Doch mit dieser Leistung wird es in einer Woche gegen den FV Dresden Laubegast - dann im Landespokal - wohl nicht reichen. Doch dann wird Stephan Knoof wieder in die Anfangsformation rutschen und man wird sicherlich einen schwungvolleren 1. FC Lok sehen. Ein weiterer heißer Pokal-Freitag ist also schon jetzt garantiert ...

(von Ronny John)