Finale Bezirkspokal Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

FC Bad Lausick 1990

1. FC Lokomotive Leipzig
2 4
nach Elfmeterschießen

Spieldaten
 
Datum
26. Mai 2007
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Stadion der Freundschaft (Grimma)
Zuschauer
2.750
Schiedsrichter
 
Karsten Schönknecht (Laußig)
Torschützen Elfmeterschießen
0:1 Krauß, 0:1 Evers hält gegen Martin, 0:2 Blümel, 0:2 Evers hält gegen Schötzke, 0:3 Dobiasch, 1:3 Stadermann, 1:3 Schötzke hält gegen Knoof, 2:3 Bauer, 2:4 Heusel
Gelb
Schötzke, Hoppe, Mauersberger, Hengst, Wipper - Eiselt, Blümel
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
FC Bad Lausick
1. FC Lokomotive Leipzig
21 Janko Schötzke 
1 Jan Evers
2 Steve Hoppe (ab 61. 11 Torsten Senf)
17 Holger Krauß
3 Jens Mauersberger
19 Anton Köllner
4 Eduard Metzler
15 Sven Hellmund (ab 106. 7 Sven Dobiasch)
5 Falk Bauer
23 Pierre Trinko
6 Mathias Walter
 
24 Mark Gerloff (ab 76. 13 Stephan Knoof)
7 Marcel Hengst (ab 112. 16 Christian Stadermann)
5 Eric Eiselt
8 Mathias Wipper (ab 97. 17 Philipp Banko)
21 Rico Engler (ab 74. 2 Robert Sommer)
9 Tino Kleinert
4 René Ledwoch
10 Eric Ziffert
10 René Heusel
13 Sebastian Martin
11 Christopher Blümel

Trainer
René Vierig
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir hatten 10 Großchancen vergeben - deshalb ist der Sieg nach Elfmeterschießen mehr als verdient. Das ist der Lohn für den Spielverlauf. Wir hätten das Spiel schon vorher entscheiden müssen - die Chancenverwertung war wieder das Manko. Aber auch Bad Lausick hat zwei, drei gute Möglichkeiten gehabt. Jetzt wird erst mal etwas gefeiert und dann bekommt die Mannschaft über Pfingsten frei!"

Wertung

3,5 Sterne (Fußballerisch sicherlich kein großer Leckerbissen - eher der berühmte Sommer-Kick. Dafür umso spannender und mit dem verdienten Happy-End für alle Lok-Fans!)

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Spielbericht

 

"Und wir haben den Pokal ..." - der 1. FC Lokomotive Leipzig hat sich wieder den Pott geholt und ist auch in der Saison 2006/07 "Wernesgrüner Bezirkspokal-Sieger". Aber was war das für ein Elfmeter-Krimi! Nach 120 (teilweise müden) Minuten stand es torlos 0:0. Trotz zahlreicher vergebner Lok-Großchancen und vollkommen fertigen Bad Lausickern (kein Wunder, bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad im Schatten). Doch im Elfmeterschießen sollte Lok-Keeper Jan Evers, vor offiziellen 2.750 Zuschauern (in Wirklichkeit waren es wohl 4.000), zum Pokal-Helden werden - der Torwart-Riese entschärfte gleich zwei Elfer. Am Ende blieb es Torjäger René Heusel überlassen, zum gefeierten 4:2 Endstand zu versenken. Neben einem Pokal und einem großen Wernesgrüner-Glas, bedeutete dieser euphorisch gefeierte Triumph auch die Teilnahme am Landespokal in der kommenden Saison (wobei das 1. Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt finden muss). Aber der Reihe nach ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz musste diesmal auf Marcel Hensgen (2. Gelbe im Pokal) verzichten, dafür durfte Abwehr-Latte Anton Köllner wieder von Anfang ran. Vor dem Anpfiff hatten rund 300 Lok-Fans ihren Willen durchgesetzt, indem sie vor dem Eingang gegen die hohen Eintrittspreise protestierten (von 8 bzw. 6 Euro für einen Stehplatz). Lok-Vorsitzender Steffen Kubald konnte so Karten für 5,- Euro verkaufen. Aber auch ansonsten wirkte die Organisation rund um das Grimmaer Stadion der Freundschaft chaotisch. Kaum Parkplätze, während die Polizei die halbe Stadt abriegelte und mit einem extrem Aufgebot für Sicherheit sorgen sollte. Die Lok-Fans "vermissten" diesmal eigentlich nur den Hubschrauber, der die Zugfahrer schon auf dem gesamten Weg zum Punktspiel in Beilrode begleitete. Rein ins Spiel: Lok legte gleich los wie die Feuerwehr - der Favorit aus der Messestadt hatte erste Chancen durch René Heusel und Christopher Blümel. In der 9. Minute schoss Rico Engler (nach der ersten Lok-Ecke) knapp links vorbei. In der 15. Minute zielte Engler dann genau in die Arme von Janko Schötzke, im Tor von Bad Lausick. Sekunden später ließ Eric Eiselt Eduard Metzler wie eine Fahnenstange stehen, scheitert aber aus 8 Metern frei an Schötzke. Doch nach der überzeugenden Anfangsviertelstunde ließ der Druck der "Loksche" merklich nach. So konnte erst nach einer halben Stunde die nächste Torchance (Engler knapp über die Querlatte) notiert werden. Dann die 40. Minute - und der erste Torschuss im Spiel von Bad Lausick. Doch Falk Bauer schoss deutlich über den Lok-Kasten. Kurz vor dem Pausenpfiff tankte sich dann noch mal Rico Engler auf rechts durch, am langen Pfosten lauerte Christopher Blümel. Der köpfte gegen den Lauf von Schötzke, doch Eduard Metzler rettete in letzter Sekunde auf der Torlinie. Pech ...

Im zweiten Durchgang fand der 1. FC Lok zunächst nicht richtig ins Spiel. Statt dessen die erste Ecke von Bad Lausick (von links) und in der Mitte köpfte Falk Bauer aus 12 Metern frei drüber (53.). Fünf Minuten später eigentlich ein klares Revanche-Foul an Eric Eiselt, doch Schiri Karsten Schönknecht ließ weiterspielen. Anton Köllner wirkte dabei völlig überrascht und schoss aus 7 Metern (völlig frei) genau in die Arme von Torhüter Schötzke. In der 60. Minute dann ein toller Freistoß für den "Gastgeber", doch die 20-Meter-Granate von Tino Kleinert kratzte Lok-Schlussmann Jan Evers noch aus dem linken Eck. Auf der Gegenseite eine Ecke von Sven Hellmund genau auf den Kopf von René Heusel, der aber links vorbei zielte (63.). Drei Minuten später: Diesmal lauerte René Ledwoch nach einer Eiselt-Ecke am langen Pfosten, aber aus 4 Metern rettete Keeper Schötzke zur erneuten Ecke. Dann mal wieder Bad Lausick, doch Jan Evers boxte einen 22-Meter-Freistoß von Falk Bauer zur Seite (70.). Langsam roch es nach Verlängerung, während Rainer Lisiewicz mit Robert Sommer und Stephan Knoof "frischen Wind" bei der tropischen Hitze brachte. Einwechsler Sommer setzte sich gleich stark auf links durch, doch Christopher Blümel scheiterte per 16-Meter-Flachschuss vom Torhüter (76.). In der 84. Minute probierte es dann Sven Hellmund aus 18 Metern, während die erste Verlängerung in der jungen Lok-Geschichte immer näher rückte. In der Nachspielzeit plötzlich noch eine Gelegenheit für die "Kurstädter", als Falk Bauer von links flankte, aber Mathias Walter verzog. Ab in die Verlängerung ...

Der Puls stieg bei den Fans, während der 1. FC Lok endlich wieder eine "Schippe" drauf legte - Bad Lausick regelrecht einschnürte. In 98. Minute ein weiter Einwurf von Knoof, Sommer legte auf René Heusel ab. Doch der Lok-Torjäger traf aus 9 Metern nur die Querlatte - der Nachschuss von Blümel ging drüber. Drei Minuten später bediente der flinke Robert Sommer von rechts Mittelfeld-Motor René Ledwoch, doch den Schuss aus 9 Metern entschärfte Schötzke mit einem riesigen Reflex. Weiter Lok - und weiter im Pech: René Heusel setzte einen Kopfball aus 8 Metern wieder an die Querlatte - und im nachsetzen zielte er links vorbei (103.). Gibt's doch nicht ...

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung bediente zunächst Kapitän Holger Krauß von links René Ledwoch, der aus 6 Metern genau in die Arme des Torhüters köpfte (109.). Dann weiter Einwurf von Knoof, Anton Köllner verlängert, doch René Heusel (völlig frei) köpfte aus 6 Metern vorbei (114.). Einfach Wahnsinn - das Elfmeterschießen rückte näher. Dann Heusel auf Christopher Blümel, der spielt seinen Gegenspieler aus, schoss aber aus 6 Metern drüber (116.). In der 120. Minute dann noch ein Blümel-Kopfball aus 9 Metern ... und auf der Gegenseite dann noch der einzige Schuss von Bad Lausick in der Verlängerung. Jens Mauersberger schwanden aber aus 18 Metern die Kräfte.

Elfmeterschießen: Lok musste zuerst ran - und Kapitän Holger Krauß übernahm die Verantwortung. Langer Anlauf, Schötzke in der richtigen Ecke, doch das Leder klatschte gegen den linken und dann gegen den rechten Innenpfosten - Tor, 1:0! Jetzt Sebastian Martin, doch Lok-Keeper Jan Evers hält. Dann lief Blümel an und versenkte rechts unten (Schötzke wieder mit den Fingern dran) - 2:0. Jetzt wollte Bad Lausick Keeper Janko Schötzke selbst ran, doch wieder hielt Jan Evers das Leder fest. Sven Dobiasch zielte dagegen genau - ins linke Eck, 3:0. Der Pott war zum greifen nahe, doch Christian Stadermann verkürzte ins linke Eck zum 3:1. Danach scheiterte auch noch Stephan Knoof (rechts) an Schötzke. Entscheidung vertagt, da zudem Falk Bauer zum 3:2 ins linke Eck traf. 5. und letzter Schütze für Lok war René Heusel, der lief an und verwandelte eiskalt ins linke zum 4:2-Endstand. Danach riesiger Jubel, Platzsturm der Fans - während es eine kleine Sektdusche für "Pokal-Held" Jan Evers gab. Passend dazu auch die "Pokalsieger 2007" T-Shirts, die extra vorbereitet wurden. Nach einer etwas chaotischen Pokalübergabe auf dem Rasen (die Mannschaft war noch komplett verstreut), ging die Party in der Kabine weiter ...

Fazit: Ein echter Pokal-Krimi, auch wenn (besonders in der zweiten Halbzeit der regulären 90 Minuten) die spielerische Komponente etwas zu kurz war. Doch am Ende stemmte der 1. FC Lok zu Recht beide Pokale in die Höhe - besonders in der Verlängerung wurden sich Großchancen fast im Minutentakt erspielt. Der erste Teil des angestrebten "Doubles" in dieser Saison ist damit geschafft. Der zweite Teil (Aufstieg in die Landesliga) soll in den nächsten drei Punktspielen fest gemacht werden. Besonders pikant: Am letzten Spieltag kommt der FC Bad Lausick ins Plache-Stadion. Und wie schwer diese tapfer kämpfende Mannschaft zu knacken ist, wurde spätestens heute noch mal in Grimma bewiesen. Ein hartes Stück Arbeit und jede Menge Spannung liegt in den nächsten drei Wochen noch vor allen Lok-Fans ... aber jetzt darf erst mal gefeiert werden!

(von Ronny John)