Viertelfinale Landespokal Sachsen Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Erzgebirge Aue II
0 3

Spieldaten
 
Datum
10. Februar 2007
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
5.327
Schiedsrichter
Ralf Schinköthe (Dresden)
Besonderes Vorkommnis
Das Spiel wurde aufgrund von Feuerwerkskörpern aus dem Gästeblock für 13 Minuten unterbrochen (47.)!
Torschützen
0:1 Siemund (33.), 0:2 Rupf (51.), 0:3 Schwitzky (88.)
Gelb
Metzner, Heusel, Gerloff, Trinko - Oechsner, Seifert, Rupf, Lobsch
Gelb-Rot
Krauß (84./Lok) - Nolde (88./Aue)
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Erzgebirge Aue II
1 Jan Evers
1 Stefan Flauder
17 Holger Krauß
2 Pierre Le Beau
19 Anton Köllner
3 Marcel Andrä
7 Sven Dobiasch
4 Ronny Liebold
23 Pierre Trinko
5 Tino Oechsner
4 René Ledwoch
6 Marcel Nolde
13 Stephan Knoof
7 Sebastian Seifert (ab 75. 14 Silvio Schwitzky)
14 Mark Gerloff (ab 53. 2 Robert Sommer)
8 Daniel Rupf (ab 89. 12 Stefan Molo)
6 Kai Metzner (ab 66. 5 Eric Eiselt)
9 Andreas Lobsch (ab 70. 15 Kai Enold)
11 Christopher Blümel (ab 53. 21 Rico Engler)
10 Christian Siemund
10 René Heusel
11 Roy Blankenburg

Trainer
Rainer Lisiewicz
Rico Schmitt

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Trotz der am Ende klaren Niederlage bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Wir waren lange gleichwertig, haben nur unsere Großchancen nicht genutzt. Wenn wir in Führung gegangen wären, dann hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Da war einfach mehr drin! Was die Aue-Fans sich heute hier geleistet haben ist skandalös. Dazu hat der schwache Schiri uns zwei klare Tore und einen Elfmeter verwehrt ..."

Wertung

3 Sterne (Der 1. FC Lok hielt lange gut mit - und hätte die Führung sogar verdient gehabt. Doch der Landesligist spielte cleverer und nutzte jede Lücke in der Lok-Abwehr!)

58 Fotos und 6 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Wieder ein "unvergessliches" Pokalspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig - diesmal leider aus negativer Sicht. Im 20. Pokalspiel (Stadt-, Bezirks- und Landespokal) seit der Neugründung 2003 setzte es im Landespokal-Viertelfinale gegen den starken Landesliga-Zweiten FC Erzgebirge Aue die erste Niederlage. Doch nicht das 0:3 (0:1) schockierte die 5.327 Zuschauer im "Gefrierschrank" Bruno-Plache-Stadion. Sondern die Ereignisse während und vor allem nach dem Spiel. Zunächst musste die Partie Anfang der zweiten Halbzeit (wegen Rauchbomben und Leuchtraketen aus dem Gäste-Block) für 13 Minuten von Schiri Ralf Schinköthe aus Dresden unterbrochen werden. Nach dem Spiel sollte es dann zu schweren Auseinandersetzungen der Fangruppen und der Polizei kommen. Aber betrachten wir das sportliche ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz konnte fast auf den gesamten Kader zurückgreifen. Für den leicht erkrankten Robert Sommer durfte Neuzugang Mark Gerloff auf Linksaußen ran, während sich Kai Metzner auf der rechten Seite einen Platz erkämpfte in der Vorbereitung. Dafür "verabschiedeten" sich während des Spiels Fans auf der Gegengerade per Transparent von Dirk Hänisch, der sich vorerst abgemeldet hat von der 1. Mannschaft. Die Gäste aus dem Erzgebirge rückten mit einer jungen und sehr talentierten Mannschaft an. Besonders die Namen Andreas Lobsch (sollte Anfang der Saison eigentlich von Fortuna zu Lok wechseln) und Sebastian Seifert (kam vom FC Sachsen) fielen auf. Und zunächst legt der Favorit aus der fünften Liga auch los wie die Feuerwehr. In der 3. Minute zirkelte Daniel Rupf einen Freistoß von links in den Strafraum, doch Roy Blankenburg köpfte aus 7 Metern übers Lok-Tor. Danach kam aber auch der Leipziger Bezirksligist - auf leicht verschneiten Boden (bekannte Verhältnisse besonders für die Gäste) - immer besser ins Spiel. In der 6. Minute auf einmal die Riesenchance für Abwehrlatte Anton Köllner (nach Anspiel von Stephan Knoof), der völlig frei vor Aue-Keeper Stefan Flauder auftauchte. Doch aus 5 Metern scheiterte Köllner am Schlussmann der Gäste. Lok nun am Drücker und in der 18. Minute mit einer Freistoß-Gelegenheit für Holger Krauß. Doch aus 20 Metern zielte der Lok-Kapitän am linken Pfosten vorbei. Nur wenige Sekunden später setzte sich René Ledwoch auf rechts durch, die flache Eingabe rutschte irgendwie zu Torjäger René Heusel. Der dreht sich um die eigne Achse und lupfte das Leder von halb links Richtung langen Pfosten. Doch statt der durchaus verdienten 1:0-Führung, touchierte die Kugel nur den rechten Außenpfosten. Danach kam etwas Ruhe ins Spiel - bis zur 29. Minute. Wieder kam René Heusel an den Ball, doch aus spitzen Winkel wackelte nur das Außennetz. Vier Minuten später der erste, echte Torschuss für Aue - und die durchaus überraschende Führung. Andreas Lobsch brachte einen Freistoß (fast von der rechten Eckfahne) in den Strafraum. Dort nutzte Christian Siemund den plötzlich Freiraum (Gegenspieler Sven Dobiasch kam nicht hinterher) und köpfte aus 7 Metern zum 0:1 ein. Bitter! Auf der Gegenseite sollte es dann noch "bitterer" werden. René Heusel mit dem Ball am Fuß - wird auf der Strafraumlinie gefoult. Schiri Schinköthe zeigt Vorteil an, welchen Stephan Knoof aber eigentlich nicht nutzen kann. Doch ein nachträglicher Elfmeterpfiff blieb aus. Das war's in der ersten Halbzeit ...

Schon in der Halbzeitpause sollte es zwischen Gegengerade und Gästeblock relativ "unruhig" werden. Dies eskalierte Sekunden nach Wideranpfiff, als aus dem Auer Block (rund 300 Anhänger waren mit) immer wieder Leuchtmunition Richtung Gegengerade und Spielfeld flog. Als dann noch dicke Rauchbomben und weitere Leuchtraketen gezündet wurden, unterbrach Schiri Schinköthe die Partie und schickte beide Teams in die Kabine. Nach 13 Minuten sollte es weitergehen - während dessen räumte die Polizei den Auer Block und verdrängte die Anhänger in den hinteren Teil des Gästeblocks. Kurz nach dem erneuten Wideranpfiff dann der nächste (Lok-) Schock. In der 51. Minute bekommt der 1. FC Lok den Ball nicht aus dem Strafraum und der flinke Daniel Rupf kann aus 8 Metern ins linke Eck einnetzen.  Rainer Lisiewicz musste nun alles nach vorne werfen und brachte mit Robert Sommer und Rico Engler zwei frische Offensivkräfte. Beinah mit Erfolg - Sommer setzte sich auf rechts durch, doch er war nicht eigensinnig genug und suchte René Heusel in der Strafraummitte (57.). Kurz darauf bringt Stephan Knoof eine Flanke von rechts zu René Ledwoch, der aber aus 12 Metern genau in die Arme von Keeper Stefan Flauder köpfte (65.). Sechs Minuten später versuchte sich Roy Blankenburg bei einem Konter, traf aber nur den linken Pfosten. Langsam schwanden die Hoffnungen beim Gastgeber, aber René Heusel ließ die Fans in der 79. Minute noch einmal jubeln. Vergebens - der Schiedsrichterassistent entschied auf Abseits. Selbst die Auer Ersatzspieler ergänzten: "Hätte man geben können, wenn man Fingerspitzengefühl hat!" Und auch die Bilder von Lokruf beweisen: Heusel stand nie und nimmer im Abseits. In der 84. Minute musste dann noch Kapitän Holger Krauß mit Gelb-Rot frühzeitig zum duschen - drei Minuten später folgte ihm der Auer Marcel Nolde. Er senzte auf Höhe der Mittellinie René Ledwoch um. Kurz vor dem Schlusspfiff nutzten die cleveren Gäste den Platz zum 0:3. Der eingewechselte Ex-Leipziger Silvio Schwitzky bejubelte bei den mitgereisten Fans seinen Treffer zum Endstand.

Fazit: Lok hielt gut mit, war ebenbürtig - lange sogar die bessere Mannschaft. Aber die Aue-Bubis waren heute einfach cleverer und nutzten ihre wenigen Chancen eiskalt aus. Bitter nicht nut die Geschehnisse während des Spiels im Gästeblock, sondern vor allem danach. Deutschlandweite Schlagzeilen sind wohl leider garantiert ... schlimm, dass das "Zubrot" Sachsenpokal so enden musste. Sportlich haben die Lok-Kicker unter Beweis gestellt, dass sie schon jetzt Landesliga-tauglich sind. In einer Woche geht es für den 1. FC Lok dann auch wieder um Punkte in der Bezirksliga (beim SV Tresenwald).

(von Ronny John)