2. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SSV Stötteritz

1. FC Lokomotive Leipzig
3 2

Spieldaten
 
Datum
09. September 2006
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Südoststadion (Leipzig)
Zuschauer
1.800
Schiedsrichter
-
Harry Schramm (Leipzig)
Torschützen
1:0 Bieleit (2.), 2:0 Köllner (10./Eigentor), 2:1 Heusel (36.), 3:1 Walter (75./Foulelfmeter), 3:2 Köllner (85.)
Gelb
Spiotta, Andrich, Becker - Hensgen, Milkau
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SSV Stötteritz
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Kai-Uwe Kretzschmar 
20 Christoph Milkau
2 Christian Kühn
17 Holger Krauß
3 Markus Wulftange
22 Sascha Hoffmann (ab 31. 23 Pierre Trinko)
10 Markus Bieleit (ab 90. 16 Patrick Kretzschmar)
19 Anton Köllner
11 Frank Grunert
3 Marcel Hensgen (ab 64. 7 Sven Dobiasch)
12 Robert Sasse
 
5 Eric Eiselt
17 Mario Andrich
13 Stephan Knoof
5 Thomas Spiotta
4 René Ledwoch
9 Andre Krahmer
21 Rico Engler (ab 60. 2 Robert Sommer)
8 Alexander Becker
10 René Heusel
7 Tobias Walter
11 Christopher Blümel

Trainer
Helmut Friedel
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Natürlich bin ich enttäuscht. Wir haben die ersten Minuten total verschlafen. Danach hatten wir eigentlich genug Chancen, dass Spiel noch zu drehen. Es wird sicherlich einige Veränderungen nächste Woche geben. Ich war von einigen Spielern enttäuscht!"
Markus Wulftange (SSV-Kicker) "Wir sind natürlich sehr zufrieden über diesen am Ende auch glücklichen Sieg. Ich musste heute aushelfen. Das war eine Ausnahme. Am Ende der Saison wird sich Lok freuen, heute freuen wir uns!"

Wertung

2,5 Sterne (Der 1. FC Lok präsentierte sich unter seinen Möglichkeit und teilweise ideenlos - Stötteritz spielte clever und gewann am Ende nicht unverdient. Auch Dank der zwei frühen Treffer!)

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Spielbericht

Potzblitz da war es passiert. Der 1. FC Lok musste bereits am 2. Spieltag der Bezirksligasaison eine empfindliche Niederlage verkraften. Das 2:3 (1:2) beim SSV Stötteritz kam zwar unerwartet, war aber nach einer eher durchwachsenen Leistung nicht unverdient. Die Gastgeber kämpften um jeden Grashalm und zeigten den größeren Siegeswillen. Lok dagegen agierte teilweise zu lethargisch und zu ungenau. Die Stötteritzer Hintermannschaft stellte sich gut auf die Angriffe der Loksche ein und hatte in Markus Wulftange einen überragenden Abwehrorganisator und in Kai-Uwe Kretzschmar einen „Lok-bewährten“ Hexer im Tor.  

Zum Ende wurde es nach dem Anschlusstreffer durch Anton Köllner noch einmal spannend, dennoch kam die Loksche mit dem 2:3 gut weg. Die präzisen Konter der Hausherren brachten immer wieder Gefahr und hätten das Gegentorekonto des FCL leicht auf fünf oder sechs erhöhen können.

Von vorn: Der 1. FC Lok reiste siegessicher in das nahe Südoststadion. Hatte man am Mittwoch doch noch Tresenwald-Machern mit 5:0 auf die Heimreise geschickt. Zudem fehlten beim Gegner die Leistungsträger Benjamin Dittrich und Patrick Piontek. In der Startformation überraschte Trainer Rainer Lisiewicz auf zwei Positionen. Hinten rechts lief Sascha Hoffmann von Anfang an auf, im Angriff stieß Rico Engler zu Christopher Blümel und René Heusel. Brachte zunächst aber nicht viel, denn die Stötteritzer legten los, wie die Feuerwehr. Nach 120 Sekunden schickte Frank Grunert Torjäger Markus Bieleit in die Gasse und der schob aus zehn Metern zum 0:1 ins linke lange Toreck. Lok-Hüter Christoph Milkau hatte bei diesem Ball keine Abwehrchance. Lok zunächst geschockt vom frühen Rückstand. Damit hatte hier im Stadion sicherlich kaum jemand gerechnet. Außer Stötteritz-Trainer Helmut Friedel. Hatte er den Gegner doch zwei Mal beobachtet und seine Mannen gut auf das Spiel der Probstheidaer eingestellt. In der fünften Minute das erste Lebenszeichen des Lok-Angriffs. Stephan Knoof zog einen Einwurf lang in den Strafraum, doch Blümel verpasste knapp. Fünf  Minuten später dann die nächste kalte Dusche für den 1 FC Lok. Ein Freistoß wurde von Alexander Becker in den Strafraum getreten. Anton Köllner hielt sein Bein in den heran fliegenden Ball und der trudelte ins rechte Toreck. 0:2 und gerade einmal 10 Minuten gespielt. Die zahlreichen Lok-Anhänger unter den 1800 Zuschauern (sah nach weniger aus) skandierten: „Aufwachen!“. Aber erst einmal blieb Stötteritz am Drücker. In Minute 15 parierte Milkau einen Freistoß von Becker klasse, nur Sekunden später lenkte er Beckers zweite Gelegenheit an die Latte. Die anschließende Ecke landete in seinen Armen. Durchschnaufen. Nun war die Loksche gefordert. Einen langen Ball aus dem Mittelfeld nahm Heusel in der 20. Minute per Dropkick, traf allerdings nur das Fangnetz hinter dem Tor. 180 Sekunden später klärt Robert Sasse im eigenen Sechzehner vor dem heranrauschenden Knoof. Der Ball senkte sich über der Latte, fiel aber um Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Bei der anschließenden Ecke grätschte Blümel im Fallen zu Ledwoch, der aber aus zehn Metern nur Heusels Hinterteil traf. Lok nun hellwach und besser im Spiel. Knoof mit einem Freistoß von rechts, Kopfball Köllner, doch keiner steht am langen Pfosten (25. Minute) Hinter hakte es nach wie vor gewaltig. Hoffmann ließ sich immer wieder von Krahmer und Bieleit narren. So auch in der 27. Minute als Krahmer den Abwehrmann austanzte, dann aber an Milkau scheiterte. Im Gegenzug ein Doppelpass von Heusel und Knoof, doch dessen Schuss ging um drei Metern am Tor vorbei. Am Mittwoch hatte er noch besser gezielt. Dann reagierte Rainer Lisiewicz auf die schwache Leistung von Hoffmann und wechselte Pierre Trinko für ihn ein. Der machte auch gleich mehr Betrieb über die rechte Seite. Nach einem schönen Pass stand Heusel plötzlich frei vor Hüter Kai-Uwe Kretzschmar, der aber super reagierte. Lok nun überlegen aber zu einfallslos. Alle Bälle landeten bei Markus Wulftange, der übers ganze Spiel hinweg gefühlte 95 Prozent seiner Zweikämpfe gewann. Doch in 36. Spielminute konnte auch der Ex-VfB-Haudegen nichts mehr ausrichten. Eine weite „Einwurfflanke“ von Knoof wurde von einem Stötteritzer Hinterkopf verlängert und gelangte zu René Heusel am langen Pfosten. Der nahm die Pille Dropkick und versenke ins rechte untere Eck. Nur noch 1:2. Lok nun mit voll da und dem 2:2 auf der Spur. In der 40. Minute verlängerte Trinko einen Einwurf von Knoof, doch Heusel traf diesmal aus der Drehung nur das Außennetz. 60 Sekunden später probierte es der Torjäger nach einer Ecke per Kopf, diesmal rettet Kretzschmar mit einer Flugeinlage. So blieb es bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Harry Schramm, der im zweiten Durchgang noch mehrmals in den Mittelpunkt rücken sollte, beim 1:2 aus Lok-Sicht. Das Halbzeitergebnis ging völlig in Ordnung. Lok hatte die Anfangsphase verschlafen, kam dann aber ab der 30. Minute besser ins Spiel. Für Thomas Spiotta hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits beendet sein können. Nach einer gelben Karte wegen Meckerns langte er kurz vor der Pause noch mal kräftig hin, doch Schiri Schramm beließ es bei einer letzten Ermahnung.

Allerdings wäre nach dem Seitenwechsel der Platzverweis zwingend erforderlich gewesen. Heusel wurde von Spiotta im Strafraum klar gelegt, doch der Schiedsrichter ließ weiter spielen. Ein so genannte Schlüsselszene. Die Gäste machten Druck, waren optisch klar überlegen. Klare Chancen fehlten allerdings zum Torerfolg. Wulftange und ideenloses Anrennen verhinderten dies. In der 54. Minute gab es dann auf der Grundlinie einen Freistoß den Knoof in den Strafraum schlenzte – Blümel verpasste (54.). Zwei Minuten später ein Konter mit einem langen Ball von Bieileit auf Krahmer und der spielt 16 Metern vorm Lok-Gehäuse quer und Walther setzt das Leder knapp neben den Kasten. In der 61. Spielminute zog Blümel aus 25 Metern ab, aber zwei Meter vorbei. Dann der SSV mit einem Freistoß von halblinks aus 30 Metern. Andrich flankt in den Strafraum und Krahmer hämmert den Ball mit dem Kopf gegen die Latte. Wieder Glück für den 1.FC Lok (65.). Wenige Sekunden später Ecke von Eiselt und René Heusel köpft wunderbar aufs lange Eck, doch Kretzschmar fischt den Ball von der Linie. Wenige Sekunden danach testet Blümel per Freist0ß den linken Pfosten. Trotz der Überlegenheit wurde die Hintermannschaft immer offensiver und vernachlässigte die Verteidigung. Erst lässt Bieleit nach einem schönen Zuspiel von Krahmer Köllner aussteigen und findet erst in Milkau seinen Meister (72.), doch zwei Minuten später der nächste Konter. Andrich ist auf rechts durch und legt den Ball in die Mitte zu Krahmer. Einschussbereit kann Milkau nur per Foul den dritten Gegentreffer verhindern. Gelbe Karte und Elfmeter. Walther läuft an und schiebt das Leder rechts unten rein. Milkau war in die andere Ecke unterwegs. Riesiger Jubel bei den Spielern und Fans des SSV Stötteritz. Weiter bestimmte der FCL die Partie und in der 80. Minute kommt Knoof nach einer Ecke an den Ball, im Gewühl köpft Sommer aus sechs Metern, doch auf der Linie ist ein Abwehrbein dazwischen. In der 82.Minute wieder ein Konter der Stötteritzer, bei dem Milkau Bieleit fällt, hätte man durchaus pfeifen können, allerdings spielte in der hitzigen Schlussphase schon wieder auf der anderen Seite die Musik. Dort schoss Köllner den Ball aus 20 Metern einfach ins linke Eck, 2:3 aus Lok-Sicht. Danach passierte nichts mehr und die erste Niederlage in dieser Saison war perfekt.

Taktisch überzeugte der SSV Stötteritz und legte eine berauschende Anfangsviertelstunde hin. Nur für den heutigen Tag kehrte Markus Wulftange auf den Platz zurück und gab den Hausherren Rückhalt. Viel Arbeit wartet auf den 1.FC Lok und vor allem die Gewissheit, dass bei jedem Spiel die Einstellung stimmen muss, denn sonst verschläft man mal ganz schnell die ersten Minuten.

(von Matthias Löffler und Daniel Angermüller)