4. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SV Fortuna Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig
0 9

Spieldaten
 
Datum
23. September 2006
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Fortuna-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
1.450
Schiedsrichter
 
Holger Walther (Machern)
Torschützen
0:1 Heusel (13.), 0:2 Knoof (43.), 0:3 S. Hellmund (48.), 0:4 Knoof (60.), 0:5 Sommer (62.), 0:6 Heusel (82.), 0:7 Heusel (83.), 0:8 Sommer (85.), 0:9 Heusel (90.)
Gelb
Kretzschmer, Landgraf, Kanitz - Heusel, Sommer
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SV Fortuna Leipzig
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Sven Anhöck 
1 Jan Evers
2 Matthias Kretzschmer
17 Holger Krauß
3 Marco Landgraf (ab 46. 12 Erik Benndorf)
19 Anton Köllner
4 Matthias Gräber
18 Dirk Hänisch
5 Sebastian Kraus
23 Pierre Trinko
6 Maik Hotze
 
15 Sven Hellmund
7 Michael Schade (ab 78. 13 Blerim Ahmetxhekaj)
13 Stephan Knoof (ab 76. 16 Felix Diener)
8 Daniel Fleißner
4 René Ledwoch (ab 46. 5 Eric Eiselt)
9 André Kanitz
2 Robert Sommer
10 Sergej Dshagarian (ab 65. 14 Sascha Radtke)
10 René Heusel
11 Sven Spyra
11 Christopher Blümel (ab 46. 21 Rico Engler)

Trainer
Thomas Goretzky
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"In der Halbzeit war es sehr laut in der Kabine. Wir haben unsere Chancen in der ersten Hälfte zu wenig genutzt und können eigentlich besser spielen. Das haben wir im zweiten Durchgang dann auch gezeigt. Mit Eric Eiselt kam neuer Schwung in die Partie."
Thomas Goretzky (Fortuna-Trainer) "Lok hat sich sehr viele Chancen erarbeitet. Dieser Ausgang war zu erwarten. Unser Hüter hat sich heut ausgezeichnet und herausragend gespielt. Ich wünsche dem 1. FC Lok alles Gute für den Aufstieg und uns für den Klassenerhalt."

Wertung

3,5 Sterne (Am Ende ein Schützenfest für den 1. FC Lok, der sogar einen viel höheren Sieg verpasste und besonders im ersten Durchgang mit Chancen sündigte!)

47 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Bei strahlendem Sonnenschein siegte der 1. FC Lok Leipzig bei Fortuna Leipzig mit 9:0 (2:0) und fuhren damit bereits den dritten Saisonsieg ohne Gegentor ein. Trotzdem hätte bei optimaler Chancenauswertung ein zweistelliges Ergebnis drin sein müssen.

Pierre Trinko rückte für den verletzten Kevin Rienaß in den Abwehrverbund und „Sprinter“ Robert Sommer lief auch von Beginn an auf. Bereits nach wenigen Sekunden zeigte die Elf von Rainer Lisiewicz, dass sie ihren ersten Auswärtssieg einfahren wollte. Holger Krauß spielt ein langen Ball, den Blümel unter Kontrolle bringen kann und aus 17 Metern aus halbrechter Position nur knapp das Tor verfehlte. In Minute zwei bringt Knoof einen Freistoß von rechts in den Strafraum, den der starke Sven Anhöck aus dem langen Eck fischt. Dann Krauß mit einem Freistoß von der anderen Seite, den Ledwoch aus sechs Metern um ein paar Zentimeter verpasst (4.). Nur 30 Sekunden später ein langer Knoof-Einwurf, den Blümel per Kopf verlängert und Heusel aus fünf Metern versenkt, allerdings in Abseitsposition (5.). Doch auch das konnte den Lok-Express nicht stoppen. Knoof schickt Blümel auf der linken Seite, der kämpft sich in den Strafraum, auf die Grundlinie und spielt auf Heusel, der aus sechs Metern Anhöck anschießt und Sommer will den Abpraller per Kopf über die Linie drücken, allerdings klärt Kretzschmar auf selbiger. Im letzten Auswärtsspiel war es ebenfalls ein Kretzschmar, der mehrmals ein Lok-Tor verhinderte (10.). Dann wieder ein ruhender Ball von links. Knoof schlägt seinen Freistoß an den langen Pfosten, den Heusel aus 3 Metern gegen eben dieses Metall befördert (12.). Einige Augenblicke der nächste Freistoß für die Gäste. Sven Hellmund befördert das Leder aus 18 Metern in die Mauer, Blümel krallt sich das Leder wieder und zieht aus 16 Metern ab, schießt Heusel an und der befördert den Ball dadurch in die andere Ecke. Endlich! 1:0 für den 1. FC Lok durch René Heusel. Dann schnaufte die Loksche kurz durch, bevor es in Minute 20 wieder zu einem Freistoß kommen sollte. Der Mannschaftskapitän bringt den Ball in den Strafraum und Sven Hellmund zieht flach aus 13 Metern ab und Anhöck taucht in die rechte Ecke ab. Heusel erkämpft den Abpraller und spielt auf Sommer, der den Ball quer durch den Strafraum befördert, von der anderen Seite lupft Blümel das Spielgerät wieder in die Mitte. Kretzschmar vollendet beinah direkt ins eigene Gehäuse. Knapp drüber, Eckball. In den folgenden Minuten erspielte sich der 1.FC Lok immer wieder Chancen, die nicht in Tore umgemünzt werden konnten. So zieht Knoof aus 20 Metern einfach ab und Anhöck kratzt mit einer sehenswerten Parade den Schuss aus dem Dreiangel (26.). Wieder war es der bärenstarke Knoof, der Trinko schön in Szene setzte und der aus halbrechter Position Richtung Gastgebertor sprintete. Aus 13 Metern traf er allerdings nur Anhöck und nicht das Netz (30.). Erst 10 Minuten später kommt es wieder zur ersten klaren Aktion der Probstheidaer. Heusel nimmt 25 Meter vor dem Tor einen weiten Ball aus der Abwehr herunter, jongliert zweimal, beobachtet vom staunenden Gegenspieler, und schießt aus halbrechter Position denkbar knapp am Tor vorbei. Dann die letzte Großchance für Blümel in dieser Partie. Fleißner führt für seinen Hüter den Abstoß aus, allerdings in die Füße von Blümel, der nicht sofort aus 16 Metern abzieht, sondern noch ein paar Haken schlägt und das Leder neben den Pfosten setzt. Danach überbrückt Krauß das Mittelfeld mit einem langen Ball, der aufschlägt und einige Köpfe überspringt. Knoof nimmt sich den Ball am 16er und markiert den zweiten Treffer des Tages (43.). Eine Minute später flankt Heusel von rechts und Sommer köpft aus zwei Metern in die Arme von Anhöck. Dann war Pause. Zwei Tore standen unzähligen Chancen gegenüber.

Der zweite Durchgang begann mit drei Auswechslungen. Bei Lok kamen Eric Eiselt und Rico Engler für Ledwoch und Blümel ins Spiel, bei Fortuna Erik Benndorf für Marco Landgraf. Besonders bitter war der Wechsel für Stürmer Blümel, dem auch gegen die schwachen Fortunen sein erster Saisontreffer verwehrt blieb. In der Kabine schien es ziemlich laut gewesen zu sein, denn Lok legte nach dem Wiederanpfiff los wie Feuerwehr. Heusel marschierte in der 47. Minute über links und legte quer zu Engler, der am hervorragenden Anhöck scheiterte. Nur 60 Sekunden später kam Sommer über die rechte Seite, schöner Pass zu Heusel, der das Leder verpasste, doch am langen Pfosten lauerte Hellmund, der den Ball aus sieben Metern zum 3:0 ins rechte Toreck schoss. Anhöck prallte bei seinem Rettungsversuch mit dem eigenen Abwehrspieler Sebastian Kraus zusammen und blieb liegen. Nach einer kurzen Behandlungspause ging es für den Torwart weiter. Danach wieder viel Leerlauf. Lok wollte, konnte aber nicht richtig und Fortuna beschränkte sich weiter auf Schadensbegrenzung. So dauerte es bis zur 60. Minute als Trinko von rechts flankte und Knoof mit einem herrlichen Flugkopfball das 4:0 erzielte. Nun war der Knoten geplatzt, der die Lok-Angreifer zuvor lähmte. In der 62. Minute flankte Hellmund auf Engler, der völlig frei aus fünf Metern per Kopfball an Anhöck scheiterte. Der Ball war aber noch im Spiel und flog per Bogenlampe auf Englers Kopf zurück, der den Abpraller aus drei Metern an den linken Pfosten setzte. Per Doppelpass schickte dieser den Ball zurück zu Engler, der im dritten Versuch erneut Anhöck anschoss. Der von der Strafraumgrenze heraneilende Sommer drosch das Leder dann aus einem Meter über die Torlinie. 5:0, aber was für eine Szene. Lok blieb weiter am Drücker. In Minute 66 dann eine Doppelchance für Sommer und Heusel. Doch beide verfehlten das Ziel. 15 Minuten vor dem Ende der zweite Fortuna-„Torschuss“. Maik Hotze verfehlte das Gehäuse von Evers aber um einiges. 120 Sekunden später lupfte Trinko den Ball zu Sommer, der in Rücklage aus fünf Metern an die Latte köpfte. Stürmer Heusel konnte diese fahrlässige Chancenverwertung kaum fassen und schimpfte wie ein Rohrspatz. Dann probierte es Eiselt einfach mal mit einer 30-Meter-Flanke von der linken Seite und Heusel bedankte sich per Kopf aus sieben Metern mit dem 6:0 (82.). Nur 60 Sekunden danach das 7:0. Dirk Hänisch tanzte drei Fortunen aus, spielte zum eingewechselten Diener, der direkt zu Heusel weiterleitete. Der Torjäger schoss Anhöck an, stocherte den Abpraller aber irgendwie ins Tor (83.). Kurz darauf ein Traumpass von Krauß über 50 Meter zu Sommer, der den Ball über den herauseilenden Gästehüter köpfte und dann ins leere Tor zum 8:0 einnetzte (85.). Sommer war nach seinem zweiten Treffer richtig heiß und wollte, wie auch seine Mannschaftskameraden, das zweistellige Ergebnis. Nur so war es zu erklären, dass er sich wenig später eine unnötige gelbe Karte wegen Ballwegschlagen einhandelte. Der Schiedsrichter hatte zuvor auf Abseitsstellung von Sommer entschieden. Das 9:0 dann in der 90. Minute: Eiselts Flanke von links wurde von einem Fortunen abgefälscht und trudelte in den Strafraum. Heusel reagierte am schnellsten, spritzte in den Ball und köpfte ihn über Anhöck in die Maschen. Bei diesem Ergebnis blieb es dann auch, denn Schiedsrichter Holger Walther ließ trotz der Verletzungspause von Anhöck, sechs Auswechslungen und neun Toren nur eine Minute nachspielen, in der nichts mehr passierte.

Fazit: Das Ergebnis von 9:0 fiel eigentlich noch zu niedrig aus. Lok hätte locker und leicht vier bis fünf Treffer mehr erzielen können, die Chancen dafür waren da. Fortuna hatte dem Spiel der Gäste nichts entgegenzusetzen und präsentierte sich erschreckend schwach. Nach dem Seitenwechsel nutzte der FCL seine Chancen besser und machte die vielen vergebenen Gelegenheiten der ersten Hälfte wieder gut. Rechtsaußen Robert Sommer spielte sehr engagiert und dürfte im nächsten Spiel auf dieser Position gesetzt sein. Außerdem gefielen Knoof und Hellmund im Mittelfeld. Am nächsten Samstag geht es im heimischen Bruno-Plache-Stadion um 15 Uhr gegen Eintracht Sermuth, einem sicherlich wesentlich stärkeren Gegner, der mit René Schmidt einen ehemaligen VfB-Akteur mit acht Bundesligaspielen in seinen Reihen hat.

(von Matthias Löffler und Daniel Angermüller)