6. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SG Taucha 99

1. FC Lokomotive Leipzig
1 1

Spieldaten
 
Datum
07. Oktober 2006
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Sportplatz Kriekauer Straße (Taucha)
Zuschauer
2.250 (offiziell)
Schiedsrichter
 
Robert Weiß (Chemnitz)
Torschützen
1:0 Wöß (33.), 1:1 Sommer (73.)
Gelb
Arbeiter, Schiller, Rederer, Potyka - Ledwoch
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SG Taucha 99
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Bernhard Oelßner 
20 Christoph Milkau
2 Rico Gräfe
17 Holger Krauß
3 Dennis Arbeiter
19 Anton Köllner (ab 65. 21 Rico Engler)
4 Thomas Weihrauch
18 Dirk Hänisch
5 Chris Schiller
23 Pierre Trinko
6 Christian Didt (ab 46. 14 Steven Craatz)
 
15 Sven Hellmund (ab 46. 2 Robert Sommer)
7 Nico Nagel
13 Stephan Knoof (ab 88. 3 Marcel Hensgen)
8 Frank Rederer
4 René Ledwoch
9 Tino Potyhka (ab 59. 15 Enrico Nähter)
5 Eric Eiselt
10 Björn Anhöck
10 René Heusel
11 Ricardo Wöß (ab 76. 16 Daniel Wagner)
11 Christopher Blümel

Trainer
Frank Pohl
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Die ersten 40 Minuten waren wir fast gar nicht auf dem Platz. Einfach unerklärlich! Wir haben die erste Halbzeit praktisch ohne Mittelfeld gespielt. In der zweiten Hälfte haben wir dann die Chancen gehabt, aber es sollte nicht reichen. Da fehlen mir die Worte ..."

Wertung

1,5 Sterne (Das Lok-Spiel in der ersten Hälfte war genauso mies, wie das Wetter - eine solide zweite Halbzeit sollte gegen die tapferen Gastgeber nicht mehr zum Sieg reichen!)

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Spielbericht

So wird das nix mit dem Aufstieg in die Landesliga: Der Bezirksliga-Favorit 1. FC Lokomotive Leipzig strauchelte am 6. Spieltag erneut auswärts. Bei der SG Taucha 99 reichte es vor offiziellen 2.250 Zuschauern, auf dem schicken Sportplatz an der Kriekauer Straße, nur zu einem 1:1 (0:1) Unentschieden. So wird aus dem heißen Oktober (u.a. stehen noch die Spitzenspiele gegen Rotation und Naunhof an), garantiert kein goldener Oktober für die Loksche. Die erste Lok-Halbzeit war genauso wie das Wetter - einfach mies. Die über 1.500 "mitgereisten" Lok-Anhänger sahen 40 enttäuschenden Minuten ihrer Mannschaft. Und das bei Dauerregen und Orkanböen. Am Ende rettete "Saubermann" Robert Sommer (verteidigte seinen Titel als Deutschlands bester Gebäudereiniger) noch den Punkt, obwohl auch genügend Großchancen für einen "Dreier" vorhanden waren. Aber der Reihe nach ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz stellte in der Parthestadt nur auf einer Position um - da Robert Sommer noch auf der Verleihung seines Titels im Gewandhaus war, durfte Sven Hellmund wieder von Anfang an auf Linksaußen ran. Felix Diener, Matthias Polefka, Thomas Wetzig und Matthias Hellmund wurden zur "Zweiten" abgestellt - Sascha Hoffmann und Kai Metzner fehlten weiter verletzt. Bei Taucha waren fast alle Spieler an Deck, nur auf Torjäger Pierre Jabin musste Trainer Frank Pohl weiter verzichten. Die Gäste begannen diesmal eher zurückhaltend - man wollte nicht den gleichen Fehler wie in Stötteritz machen. "Doch ab der Mittellinie sollte richtig betrieb gemacht werden", grandelte Lisiewicz nach dem Spiel. Klappte nicht! Statt dessen neutralisierten sich beide Mannschaften lange. Das lag aber auch am kopflosen Mittelfeld der Leipziger (von den überragenden Technikern Ledwoch, Knoof und Eiselt war nichts zu sehen). So blieb der Notizzettel bis zur 24. Minute gänzlich leer - nur eine Mini-Chance von Anton Köllner (per Kopf aus 8 Metern links vorbei/17.) fand Beachtung. Dann endlich Knoof mit einer gefährlichen, flachen Eingabe von rechts. Doch Taucha-Keeper Bernhard Oelßner (stand vorher beim Lok-Vorgänger VfB Leipzig im Tor) packte sicher zu. Die Lok weiter völlig ohne Dampf und Antrieb - nur Stürmer Christopher Blümel rieb sich immer wieder auf, holte sich die Bälle teilweise aus der Abwehr. Und plötzlich der Schock - oder besser die gerechte Strafe: Christian Didt (vorher aktiv beim TuS Leutzsch) lässt auf links Lok-Kapitän Holger Krauß ganz alt aussehen, in der Mitte kommt Ricardo Wöß (ebenfalls vorher beim TuS Leutzsch am Ball) aus 10 Metern zum Kopfball. Keeper Christoph Milkau taucht ab, kann parieren - doch Wöß versenkt reaktionsschnell den Abpraller ins rechte Eck zum 0:1 aus Leipziger Sicht. Vier Minuten später hätte es fast noch schlimmer kommen können: Christian Didt setzte sich (mit Foul!) gegen Pierre Trinko durch, doch im Strafraum rettete Torhüter Milkau gegen Björn Anhöck. Jetzt endlich wachten die Lok-Kicker langsam auf. 40. Minute: Sven Hellmund brachte einen Eckball von rechts in den Strafraum, am kurzen Pfosten kommt Blümel aus 7 Metern per Kopf an den Ball - doch Oelßner kann die Kugel irgendwie noch parieren. Drei Minuten später ein langer Freistoß von Taucha über den halben Platz - unerklärlicherweise kann Tino Potyka fast frei köpfen, aber knapp am Lok-Pfosten vorbei. Endlich Zeit für die deftige Pausenansprache ...

Bei Lok kam nun Flitzer Robert Sommer für den schwachen Sven Hellmund (der aber nicht als einziger enttäuschte!) ins Spiel - Taucha schickte den auffälligen Steven Craatz für Christian Didt auf den Platz. Doch sofort machte die Loksche Betrieb. Das hatte man 45 Minuten lang vermisst - endlich wurde Volldampf gegeben und die mitgereisten Fans peitschten ihre Mannschaft nach vorn (auch das fehlte in Hälfte eins!). Gleich nach wenigen Sekunden setzte sich Sommer über rechts durch, spielt auf Stürmer Christopher Blümel, aber aus 7 Metern an Keeper Oelßner scheiterte. René Ledwoch schnappte sich den Abpraller, traf aber bei seinem Nachschuss nur den eignen Mann (Heusel). In der 49. Minute kommt Blümel wieder aus guter Position zum Schuss, doch die Lederkugel kullerte aus 8 Metern am langen Pfosten vorbei. Drei Minuten später ein Konter für Taucha. Björn Anhöck bediente Einwechsler Steven Craatz, doch zum Glück ging der Ball am langen Pfosten vorbei aus 12 Metern. In der 63. Minute lässt Blümel auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler stehen, zieht den Ball Richtung langen Pfosten - dort lauerte Sturmkollege René Heusel, der aus spitzen Winkel zum Kopfball kommt. Doch nicht zufassen, die Querlatte stand im Weg ... Immer wieder trieb der 1. FC Lok den Ball nach vorn, doch der finale Pass wollte nicht ankommen. Statt dessen mal wieder der Gastgeber. Dennis Arbeiter treibt den Ball durchs Mittelfeld - hält aus 25 Metern drauf, Torhüter Christoph Milkau rutscht auf dem nassen und tiefen Rasen aus. Zum Glück: Der Schuss ging links vorbei! Statt dessen der erlösende Ausgleich. René Ledwoch legte für René Heusel auf, der tankt sich in den Strafraum - und plötzlich landet der Ball irgendwie bei Robert Sommer, der völlig frei aus 3 Metern von halb rechts zum 1:1 versenkte. Riesen-Jubel - aber weiter ging's! Jetzt war Hektik im Spiel - doch klare Chancen fehlten. So zog Rico Engler u.a. direkt von der Strafraumgrenze per Seitfallzieher ab. Doch heute sollte es nicht sein, der Ball blieb im Tauchaer Bollwerk hängen. Statt dessen kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal Taucha gefährlich. Die 2. Ecke wird von links herein gebracht und Dennis Arbeiter köpfte aus 10 Metern knapp über den Lok-Kasten (88.). Das war's und die Enttäuschung machte sich breit ...

Fazit: So wird das nichts mit dem Aufstieg! Die erste Halbzeit wurde komplett verschlafen - die Gäste spielten im Prinzip ohne Mittelfeld, aber auch die Pässe von Kapitän Holger Krauß und Abwehr-Junior Anton Köllner wollten nicht ankommen. Nichts klappte, die Lok-Kicker reagierten nur - statt zu agieren. Erst nach der (gerechten) Bestrafung durch Ricardo Wöß, wachten einige auf. Reichen sollte es diesmal nicht und mit diesem doppelten Punktverlust wächst der Rückstand auf den ersten Tabellenplatz (und nur der berechtigt bekanntlich zum Aufstieg) schon jetzt auf fünf Punkte an. Keine guten Aussichten - zumal der 1. FC Lok nächste Woche bei der SG Rotation 1950 endgültig zum Siegen verdammt ist. Der Druck wächst .... und der "heiße Oktober" hat erst gerade begonnen!

(von Ronny John)