7. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SG Rotation 1950 Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig
0 2

Spieldaten
 
Datum
14. Oktober 2006
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Sportanlage Delitzscher Straße (Leipzig)
Zuschauer
2.250
Schiedsrichter
 
Peter Muck (Wurzen)
Torschützen
0:1 Blümel (16.), 0:2 Köllner (69.)
Gelb
Siebert, Neumann - Heusel, Hänisch
Gelb-Rot
Dölling (90./Rotation), Knoof (89./Lok)
Rot
Keine

Aufstellung
SG Rotation 1950 Leipzig
1. FC Lokomotive Leipzig
22 Christian Klose 
1 Jan Evers
2 Nico Tramp (ab 70. 13 Dennis Reimann)
17 Holger Krauß
3 Falk Schneider
19 Anton Köllner
4 Steven Dölling
18 Dirk Hänisch
5 Arvid Neumann
23 Pierre Trinko
6 Pierre Kehler
 
2 Robert Sommer
7 Martin Georgiew
13 Stephan Knoof
8 Georg Siebert (ab 46. 14 Thomas Bindrich)
4 René Ledwoch (ab 67. 7 Sven Dobiasch)
9 Thomas Stolle
5 Eric Eiselt (ab 80. 3 Marcel Hensgen)
10 Toni Hollmach
10 René Heusel (ab 84. 21 Rico Engler)
11 Ralf Karwatzky
11 Christopher Blümel

Trainer
Jörg Seydler
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben das Spiel heute über das Zweikampfverhalten gewonnen. Dennoch haben wir teilweise richtig guten Fußball gespielt und das Tempo hochgehalten. Schade, dass René Heusel seine beiden hundertprozentigen Chancen nicht rein gemacht hat. So hätten wir noch höher gewinnen können. Der Schiedsrichter war dem Spiel heute leider nicht gewachsen."
Nico Tramp (Abwehrspieler, Rotation 1950)
"Es war ein verdienter 2:0 – Sieg für Lok. Wir haben heute nicht die Leistung gebracht, die wir zum Punktgewinn gebraucht hätten."

Wertung

3 Sterne (Verdienter Lok-Erfolg - der Erfolg war nie gefährdet, auch wenn wieder einige Großchancen ungenutzt blieben!!)

42 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Vor der Kulisse von 2.250 Zuschauern sollte es also steigen, das nächste Spitzenspiel für den 1.FC Lok. Nebenbei hätte ein erneuter Punktverlust den Abstand zur Spitze weiter vergrößert. Am Ende stand aber ein ungefährdeter 2:0 (1:0)-Erfolg für die Probstheidaer. Schlechtester Mann auf dem Feld war eindeutig Schiedsrichter Peter Muck. Ob der Kontakt mit seinen Assistenten oder die Leitung der Begegnung, in beiden Fällen war das ein „mangelhaft.“ Phasenweise zerpfiff der Referee das Spiel total und zog so den Zorn der Lok-Bank und der 2.250 Zuschauer auf sich.

An diesem Nachmittag, an dem es trotz des grauen Himmels über Leipzig nicht regnete, war es von Beginn an der 1.FC Lok, der versuchte das Heft in die Hand zu nehmen. Im Mittelfeld rückte Eric Eiselt in die zentrale Rolle. René Ledwoch wechselte auf links und der Flankenläufer Robert Sommer kam in die Anfangsformation. Diesmal begriffen alle worum es geht und mit welcher Einstellung solch ein Spiel angegangen werden muss. So fing René Heusel einen Abstoß von Christian Klose auf Höhe der Mittellinie ab, passte zu Blümel und der zu Knoof. Allerdings blieb der Schuss an einem Abwehrbein hängen. Hier zeichnete sich allerdings die heutige Einstellung der Mannschaft ab. Nur eine Minute später setzte Kapitän Holger Krauß einen Freistoß aus 25 Metern knapp neben den linken Pfosten. Danach durfte Stephan Knoof die erste Ecke in den Strafraum bringen und am langen Pfosten kam René Heusel mit Kopf heran, konnte das Leder aber nicht im Gehäuse unterbringen (9.). In Minute 16 platzte schließlich ein richtig großer Knoten. Heusel schickt Christopher Blümel zentral und der zieht aus 18 Metern ab. Torhüter Klose kommt zwar dran, doch im hohen Bogen fliegt das Leder ins Netz und der stets agile Stürmer hat es vollbracht. 1:0 für den 1.FC Lok und in einem Punktspiel hieß der Torschütze erstmals Christopher Blümel. Der wollte es nun wissen und nahm wenig später einen Ball volley aus der Luft, traf aus 20 Metern aber nicht das Tor, da Pierre Kehler schon nach zwei Metern seinen Kopf im Weg hatte. Nach dieser Granate sank Kehler zu Boden, konnte nach einer kurzen Behandlungspause dann wieder mitmischen. Eric Eiselt, der ebenfalls überzeugte, zog dann aus 18 Metern nach einem Knoof-Einwurf ab. Knapp segelte der Ball über das Tor (29.). Wenige Sekunden später durfte Dirk Hänisch einwerfen und Stephan Knoof war der Abnehmer. Sein Schuss aus 28 Metern segelte knapp am rechten Dreiangel vorbei. Dann wurde es etwas zerfahrener. Uwe Trommer wurde vom Wurzner Schiedsrichter hinter die Absperrung gebeten, der auch sonst durch seine zweifelhaften und kleinlichen Entscheidungen für einige Unruhe auf der Lok-Bank und auf den Rängen sorgte. Rotation kam dann das erste Mal gefährlich vor den Kasten der Gäste. Krawatzky bekommt einen langen Ball in den Lauf und schießt vom rechten Strafraum-Eck auf die kurze Ecke, doch „Katze“ Evers taucht ab und feiert seine Tat gebührend. Dann war die erste Hälfte vorbei und man konnte zufrieden sein mit dem Spiel und vor allem der Einstellung des Lisiewicz-Teams.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: viele Zweikämpfe und viele Pfiffe von und gegen Schiedsrichter Muck. So dauerte es bis zur 52. Minute als René Heusel Robert Sommer am rechten Strafraumeck bediente. Der kleine Wirbelwind tanzte Gegenspieler Tramp aus, zielte aber aus zehn Metern über das Gebälk. Lok blieb weiter überlegen und verlagerte das Spiel immer weiter in die Hälfte von Rotation, dessen Spieler nun konditionell etwas abbauten. In der 54. Minute legte Blümel nach langem Ball aus der eigenen Hälfte per Kopf für Knoof auf, der aus 16 Metern ebenfalls etwas zu hoch abschloss. Danach gab es Lok-Chancen wahrhaft im Minutentakt. Erst bat Robert Sommer zwei Rotationsspieler im Strafraum zum Tanz, seine Ablage schlenzt Heusel nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (57.). Dann schoss Blümel von der Strafraumgrenze über das Tor (58.). Kurz darauf köpfte der agile Stürmer eine Sommer-Flanke knapp neben das Tor (59.). Die größte Gelegenheit in dieser Phase hatte allerdings René Heusel, der an der Mittellinie steil in die Gasse geschickt wurde und allein auf Klose zulief. Zehn Meter vor dem Tor schoss Heusel den Ball Richtung langes Eck, verfehlte aber das Ziel (60.). Zuschauer, Trainer und Spieler mussten so weiter auf das 2:0 warten. Nach dieser Großchance wechselte Rainer Lisiewicz Sven Dobiasch für den bemühten, in einigen Situationen aber etwas unglücklich wirkenden René Ledwoch ein. In der 69. Minute dann eine Ecke für die Loksche. Knoof brachte sie flach herein und an allen Rotationsakteuren vorbei gelangte der Ball zu Anton Köllner, der unbedrängt aus fünf Metern ins linke untere Toreck zum 2:0 einschob. Wer nun mit einem Aufbäumen des Heimteams rechnete sah sich getäuscht. Bei Rotation fand in der zweiten Halbzeit kaum Offensivspiel statt. Torjäger Karwatzky tauchte unter und Lok-Hüter Jan Evers musste nur bei einigen harmlosen Flanken eingreifen. Diese fing er aber sicher weg. Lok dagegen drängte weiter nach vorn. Robert Sommer marschierte in der 82. Minute erneut über die rechte Seite und bediente von der Grundlinie René Heusel, der das Leder aus zehn Metern völlig unbedrängt über das Tor jagte. Die nächste hundertprozentige Chance, die der Torjäger vom Dienst leichtfertig vergab. Glück für die Loksche, dass es zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 stand. Kurz darauf kamen bei Lok Marcel Hensgen und Rico Engler für Erik Eiselt und René Heusel ins Spiel. Hensgen hatte auch gleich eine gute Gelegenheit, doch sein Abschluss aus 16 Metern war zu unkonzentriert und flog daher weit am Tor vorbei (84.). Drei Minuten später probierte es mit Rico Engler auch der zweite Neue auf dem Feld. Sein Schuss wurde zwar abgeblockt, jedoch kam Blümel an den Ball und jagte die Pille volley aus 20 Metern Richtung Klose. Der parierte die Kugel aber sicher. Dann noch einmal Aufregung um und mit Schiedsrichter Muck. Erst sah Knoof in der 89. Minuten eine berechtigte gelb-rote Karte wegen Festhaltens an der Mittellinie, dann erwischte es in der 90. Steven Dölling auf der Gegenseite. Dölling hatte dabei Glück, dass er „nur“ Gelb-Rot sah, denn seine Aktion gegen Pierre Trinko hätte man auch als Tätlichkeit werten können. Im Zweikampf fiel Dölling auf Trinko, trat beim Aufstehen aber noch einmal auf das Knie des Lok-Akteurs. Vom eigenen Assistenten darauf hingewiesen, bestrafte Muck Rotations Dölling mit der zweiten Gelben – eine etwas merkwürdige Entscheidung, die aber in das Gesamtbild passte. Das letzte Wort hatte die Loksche. Engler prüfte in der 90. Minute noch einmal Klose, der den Flachschuss aber sicher parierte So blieb es beim verdienten 2:0 Auswärtssieg für den 1. FC Lok.

Fazit: Der Sieg für die Loksche ging völlig in Ordnung. Von Anfang an stand eine andere Lok-Elf auf dem Feld, als letzte Woche in Taucha. Die Probstheidaer zeigten viel mehr Biss und hätten bei effizienterer Chancenverwertung sogar noch höher gewinnen können. Rotation hielt in der ersten Halbzeit gut mit, konnte aber selbst nur wenig Akzente in der Offensive setzen. Torjäger Karwatzky war bei Loks Hintermannschaft gut aufgehoben und konnte sich nur einmal in Szene setzten. Einziger Wermutstropfen für die Loksche bleibt die gelb-rote Karte für Mittelfeldmotor Stefan Knoof, der nun im nächsten Liga-Spitzenspiel gegen Naunhof gesperrt ist. Allerdings ist dies auch eine Chance für die Spieler aus der zweiten Reihe, die im Spiel gegen den Aufstiegsmitfavoriten ihre Ambitionen auf einen Stammplatz unterstreichen können.

(von Daniel Angermüller und Matthias Löffler)