8. Spieltag Bezirksliga Leipzig Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

SV Naunhof 1920
1 1

Spieldaten
 
Datum
31. Oktober 2006
Uhrzeit
15.15 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
5.015
Schiedsrichter
Uwe Schneider (Hohenstein-Ernstthal)
Torschützen
1:0 Heusel (44.), 1:1 Braun (69.)
Gelb
Hensgen, Ledwoch - Barth, Braun, Schlüter, Beyer
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
SV Naunhof 1920
20 Christoph Milkau
1 Jörg Barth
17 Holger Krauß
3 Sven Birnbaum
19 Anton Köllner
4 Jens Wuttke
18 Dirk Hänisch
5 Sven Braun
23 Pierre Trinko
7 Thomas Mähne
4 René Ledwoch
8 Michael Rudolph
13 Stephan Knoof
9 Heiko Schlüter
2 Robert Sommer (ab 82. 9 Thomas Wetzig)
10 Dirk Weitze (ab 61. 16 Steven Lange)
3 Marcel Hensgen
11 Ronny Delitzsch
11 Christopher Blümel (ab 76. Rico Engler)
13 Holm Beyer (ab 72. 6 Alexander Witt)
10 René Heusel
14 Robert Riczisi

Trainer
Rainer Lisiewicz
Klaus Havenstein

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das ist schon bitter - wir waren die bessere Mannschaft. Aber wir haben aus 6 Großchancen eben nur ein Tor gemacht. Naunhof aus zwei halben Chancen, eins. Wir haben uns heute aber richtig stark präsentiert!"

Wertung

3,5 Sterne (Das Spitzenspiel in der Bezirksliga - nach langen Abtasten, sahen die tolle Kulisee Torchancen, Spannung und aus Lok-Sicht ein bitteres Ende. Und eins steht fest: Eine intensive Freundschaft zwischen Naunhof und Lok wird es wohl demnächst nicht geben!)

46 Fotos und 4 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Verkehrschaos in Probstheida, lange Schlangen an den Kassen - verspäteter Anpfiff. Ganz normaler Bezirksliga-Wahnsinn beim 1. FC Lokomotive Leipzig. Am heutigen Feiertag stand das lang erwartete Spitzenspiel gegen den bisher verlustpunktfreien SV Naunhof 1920 statt. Unglaubliche 5.015 Zuschauer (darunter rund 100 Gäste-Fans) sollten sich am Ende im Bruno-Plache-Stadion versammeln - damit hatte wohl keiner der Verantwortlichen gerechnet (bis auf Trainer Rainer Lisiewicz - siehe LVZ-Beitrag). Nur das Ergebnis passte am Ende nicht so recht in die "Lok-Welt". Nach spannenden 90 Minuten + insgesamt 12 Minuten Nachspielzeit trennten sich die beiden besten Teams der Liga "nur" 1:1 (1:0) Unentschieden. Lok erspielte sich ein Eckenverhältnis von 12:0, zahlreiche Großchancen (Heusel), doch ein Freistoß (der an Freund und Feind vorbei ging) zerstörte den Traum von einem "Dreier" in einem mehr als hitzigen Spiel. Aber der Reihe nach ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz musste heute auf Keeper Jan Evers (verletzte sich bekanntlich beim Pokal-Spiel gegen Laubegast schwer) verzichten, dafür stand Christoph Milkau wieder zwischen den Pfosten. Da Eric Eiselt weiter Rot gesperrt fehlte, lief die gleiche Elf wie am Freitag Abend auf. Naunhof kreuzte mit einigen erfahrenen Oberliga- und Landesligakickern (vor allem aus Grimma) auf - das sollte sich besonders in der Defensiv-Arbeit bemerkbar machen. Vor dem Anpfiff - der knappe 15 Minuten später (wegen den Zuschauermassen) erfolgte - wurde Lok-Idol Henning Frenzel offiziell in den "Ruhestand" verabschiedet. Frenzel wird sich im Verein aber weiter um das Talente-Training der jüngsten Lok-Kicker kümmern. Rein ins Spiel: Gleich nach 50 Sekunden probierte sich Marcel Hensgen aus 24 Metern, doch sein Schuss ging weit übers Naunhof-Tor. Abtasten bestimmte in Folge das Spiel - Lok mit mehr Zug nach vorn, aber ohne richtige Durchschlagskraft. Erst in der 16. Minute wurde es wirklich gefährlich, als der flinke Robert Sommer von rechts flankte und Jens Wuttke vor René Heusel per Kopf rettete, aber beinah ins eigne Tor traf. Fünf Minuten später wurde es im Naunhof-Strafraum erneut brenzlig, aber diesmal konnte Thomas Mähne für die Gäste zur Ecke retten. In der 22. Minute schaltete Robert Sommer über rechts den Turbo ein, doch diesmal klärte Holm Beyer auf Kosten eines Eckballs vor dem Einschuss bereiten René Heusel (wieder ging die Kugel nur knapp übers Naunhof-Gehäuse bei dieser Rettungstat). Nach knapp einer halben Stunde dann noch mal Glück für Naunhof: Nach einer Attacke von Sven Braun gegen Marcel Hensgen haben alle die Rote Karte für den Naunhof-Kicker erwartet. Doch der insgesamt umsichtige Schiedsrichter Uwe Schneider aus Hohenstein-Ernstthal entschied "nur" auf Gelb. Lok weiter bemüht - die Belohnung dafür gab es in der 44. Minute. Einwurf auf der rechten Seite, Robert Sommer setzte sich auf der Außenbahn durch - bringt den Ball zur Strafraummitte. Dort klärt ein Naunhofer Abwehrspieler genau auf Christopher Blümel, der per Kopf Richtung lange Ecke zielte. Keeper Jörg Barth bekommt den Ball nicht zu fassen und René Heusel staubt aus 3 Metern zur umjubelten 1:0-Führung ab. Nach satten 7 halb Minuten Nachspielzeit (insgesamt berechtigt) ging es die Kabinen ... aber halt: Auf dem Weg in diese kamen sich einige Lok- und Naunhof-Akteure im Spielertunnel "näher". Heftige Worte flogen - die Streithähne auf beiden Seiten waren kaum noch zu bremsen. Schiri Uwe Schneider bewahrte die Ruhe, drohte aber Konsequenzen bei weiterer Disziplinlosigkeit an. Schon jetzt war klar: Eine dauerhafte "Freundschaft" zwischen dem 1. FC Lok und Naunhof wird es diese Saison garantiert nicht geben.

Die zweite Hälfte begann gleich mit einem Schuss von René Ledwoch aus 16 Metern, den Keeper Jörg Barth (fiel heute besonders durch Zeitspiel auf) nur abprallen lassen konnte. Plötzlich lag die Kugel frei vor René Heusel, der aber von der Strafraumgrenze nur das linke Außennetz traf (52.). Sechs Minuten später bediente René Ledwoch Stürmer Christopher Blümel - der zieht sofort ab und trifft aus 18 Metern leider nur die Latten-Unterkante. In der 63. Minute segelt ein Freistoß von Sven Braun (von halb rechts) auf den langen Robert Riczisi, der per Kopf aus 11 Metern aber ebenfalls nur die Querlatte traf. Glück für Lok in dieser Situation! Auf der Gegenseite probierte es Kapitän Holger Krauß mal von halb rechts, doch aus 20 Metern kann Jörg Barth mit Mühe parieren (67.). Dann die 69. Minute: Freistoß für Naunhof von halb rechts - rund 25 Metern bis zum Lok-Kasten. Sven Braun tritt die Kugel scharf Richtung langen Pfosten. Freund und Feind verpassen den Ball ... und plötzlich schlägt es links oben bei Christoph Milkau ein. Der bittere 1:1 Ausgleich, wo Lok-Abwehr und Torhüter nicht gerade gut aussahen ... Nur Sekunden nach Wideranpfiff zeigte Milkau dann aber gegen Heiko Schlüter sein Können, der frei vor dem Lok-Kasten auftauchte. Fortan spielte aber nur noch die Loksche. Die Fans machten nun mächtig Dampf und die Kicker schnürten Naunhof in deren Hälfte ein. Doch mit dem "Tore schießen" wollte es heute nicht klappen. So schoss der glücklose René Heusel in der 73. Minute (aus 11 m) am langen Eck vorbei. 100 Sekunden später bedient Holger Krauß per Freistoß Christopher Blümel, der aber per Kopf aus 12 Metern an Jörg Barth scheiterte. In der 77. Minute dann eine strittige Situation. Holger Krauß mit einem Hammer aus fast 30 Metern, Jörg Barth im Naunhof-Tor unterschätzt den Ball und kann nur abklatschen lassen - die Kugel liegt frei vor der Torlinie und Heusel schiebt zum Jubel der Fans ein. Das 2:1? Nein! Heusel soll beim Schuss von Krauß im Abseits gestanden haben. Doch selbst die Lokruf-Videos geben keine genauen Aufschluss. Doch die Loksche steckte nicht auf - nur 60 Sekunden später zischte ein 18-Meter-Schuss von Joker Rico Engler um Millimeter links vorbei. Dann die 85. Minute: Holger Krauß mit einem Heber auf Heusel, der aber aus 7 Metern rechts vorbei schoss - freistehend. Unfassbar! Doch sofort wurde "nachgewachsen". Der eingewechselte Thomas Wetzig schickt wieder René Heusel, der erneut völlig frei vor Torhüter Barth auftauchte. Doch aus 14 Metern wackelte wieder nur das Außennetz. Das darf doch nicht war sein. Der Siegtreffer war eigentlich längst überfällig - und wäre so verdient gewesen. Dann noch die 90. Minute. Kapitän Holger Krauß mit einem Aufsetzer von der Strafraumgrenze, Keeper Barth ist schon überwunden - aber der kleine Thomas Mähne köpft den Ball noch von der Linie. Der Gastgeber steckte nicht auf, doch nach 94 Minuten ertönte der Schlusspfiff von Schiri Schneider. Lok enttäuscht am Boden (besonders René Heusel wäre am liebsten im Boden versunken) - während Naunhof den Punkt wie die Meisterschaft feierte. Unschön die provozierenden Gesten einiger Naunhof-Kicker (z.B. Keeper Barth) Richtung des Publikums - dieses lieferte die entsprechende Antwort und sorgte für erhöhtes Sicherheitspersonal am Spielertunnel.

Fazit: Ein hitziges Spitzenspiel, in dem Lok den Ton ankam. Leider "vergaß" man das Tore schießen und umso bitter ist dann dieser Gegentreffer zum 1:1. Damit bleibt der Gastgeber weiter mit Fünf Punkten Rückstand auf Naunhof auf den 4. Platz in der Tabelle. Die Leipziger dürfen sich nun keinen Ausrutscher mehr erlauben und darauf hoffen, dass Naunhof auch irgendwann patzt. Damit sollte am besten schon am kommenden Wochenende angefangen werden - dann gastiert der 1. FC Lok beim Zweiten ESV Delitzsch und Naunhof spielt beim Dritten SG Rotation 1950.

(von Ronny John)