9. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

ESV Delitzsch

1. FC Lokomotive Leipzig
1 4

Spieldaten
 
Datum
04. November 2006
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Stadion der Eisenbahner (Delitzsch)
Zuschauer
1.810
Schiedsrichter
 
Thomas Kießig (Geithain)
Torschützen
0:1 Bothur (13.), 1:1 Heusel (30.), 1:2 Heusel (70.), 1:3 Sommer (75.), 1:4 Engler (84.)
Gelb
Bothur - Heusel
Gelb-Rot
Klein (77./Delitzsch)
Rot
Keine

Aufstellung
ESV Delitzsch
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Sven Gedigk 
20 Christoph Milkau
2 Andre Troitzsch (ab 64. 15 Rene Alexander)
17 Holger Krauß
3 Christian Jericke
19 Anton Köllner
4 Andreas Böhland
18 Dirk Hänisch
5 Christian Seifert
23 Pierre Trinko
6 Jan Smykalla
 
2 Robert Sommer
7 Marco Bothur
13 Stephan Knoof
8 Reinhardt Wolff (ab 71. 13 Marcus Preussner)
4 René Ledwoch
9 Roman Becker
3 Marcel Hensgen (ab 61. 23 Rico Engler)
10 Andy Klein
10 René Heusel (ab 85. 7 Sven Dobiasch)
11 Christian Mörschke (ab 81. 14 Patrick Ebisch)
11 Christopher Blümel (ab 85. 9 Thomas Wetzig)

Trainer
Sven Roos
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Der Sieg ist hoch verdient. Der Rückstand war sicherlich ziemlich unglücklich, doch zum Glück konnten wir schnell ausgleichen. Das 1:1 war wie ein Befreiungsschlag - danach lief es richtig rund. Wir haben Delitzsch auf deren Platz klar beherrscht!"

Wertung

3,5 Sterne (Nach zähen Start, ein tolles Ende für die Loksche in Delitzsch - die Mannschaft zeigte wieder viel Kämpferherz und traf diesmal auch das Tor!)

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Spielbericht

Verdienter Sieg im Spitzenspiel: Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist der Gewinner dieses Bezirksliga-Wochenendes. Nach dem 1:1 gegen Spitzenreiter Naunhof war die Loksche unter der Woche noch im "Tal der Tränen" - doch jetzt sieht die Lok-Welt schon besser aus. Beim Tabellen-Zweiten siegte die Lisiewicz-Truppe verdient mit 4:1 (1:1) und kletterte vor 1.810 Fans im Stadion der Eisenbahner selbst auf den dritten Platz. Tabellenführer Naunhof patzte bei der SG Rotation 1950 (1:1) und so haben die Leipziger den Aufstieg (bei drei Punkten Rückstand) wieder selbst in der Hand. Aber der Reihe nach ...

Lok-Trainer Rainer Lisiewicz musste weiter auf Keeper Jan Evers verzichten, dessen genaue Diagnose erst am Montag fest steht. Deshalb stand wieder Christoph Milkau zwischen den Lok-Pfosten und auf der Bank nahm Michael Bänsch - aus der Zweiten Mannschaft - als Ersatz-Torhüter Platz. Sonst spielten die "üblichen Verdächtigen", da Techniker Eric Eiselt weiter Rot gesperrt fehlte. Eine besondere Aufgabe kam heute auf Abwehrmann Pierre Trinko zu. Der Berliner war heute Sonderbewacher von "Mister ESV" - Marco Bothur, der in bisher 8 Punktspielen sensationelle 16 Tore schoss. Eine unheimliche Quote! Zunächst legten die Gäste aus der Messestadt aber "los wie die Feuerwehr". Doch nennenswerte Chancen sprangen dabei nicht heraus. Erst in der 13. Minute wurde es interessant, als Delitzsch plötzlich einen Freistoß zugesprochen bekam. 22 Meter, halb linke Position - ein Fall für den ESV-Torjäger Bothur. Der läuft an, schnippelt die Kugel links an der Mauer vorbei ... ins Tor. 0:1 - Milkau wirkte zwar erneut etwas unglücklich, war aber chancenlos. Schock unter den Fans - und auch auf dem Rasen. Bei den Lok-Kickern machte sich besonders die schlechte Schuhwahl, auf glatten Geläuf (es hatte den ganzen Tag geregnet) bemerkbar. Einen dieser "Ausrutscher" hätte in der 18. Minute beinah Reinhardt Wolff genutzt, doch der ESV-Spieler konnte doch noch gestoppt werden. Drei Minuten probierte es Lok-Kapitän Holger Krauß mit einem Freistoß aus 20 Metern. Doch Krauß rutschte beim Schuss weg und die Kugel landete genau in den Armen von Sven Gedigk. Kuriose Szene sechs Minuten später: Wieder Freistoß für den 1. FC Lok. Stephan Knoof soll für Krauß antäuschen, doch Knoof schießt selbst - und muss sich kurz darauf die harsche Kritik des Lok-Kapitäns anhören. Dann aber doch die schnelle Erlösung: Der starke Robert Sommer setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, flankt zu Marcel Hensgen am kurzen Pfosten - der lässt den Ball abtropfen und dahinter lauerte Torjäger René Heusel, der eiskalt aus 5 Metern per Lupfer zum 1:1 versenkte (30.). Sein 10. Saisontreffer! Nur vier Minuten später flankte Marcel Hensgen von links, aber am langen Pfosten rutscht Heusel um Millimeter am nächsten Treffer vorbei. Dann plötzlich ein "Aufreger" an der Seitenlinie: Beim Ball holen (nach Lok-Meinung wollte Delitzsch unbedingt mit dem miesen Ball spielen - und den "guten" Ball an der Außenlinie nicht nutzen) wird Kai Metzner an der Bande von einem ESV-Offiziellen "umgestoßen". Die Gemüter erhitzten sich, aber da der schwache Schiedsrichter Thomas Kießig aus Geithain (übersah z.B. wenig später ein mehr als klares Handspiel von Dirk Hänisch) die Situation nicht selbst sah, blieb sie ohne Folgen. Zurück noch einmal auf den Platz - Sekunden vor dem Halbzeitpfiff legte Christopher Blümel für den überzeugenden René Ledwoch auf, der aber aus 8 Metern an Gedigk scheiterte.

Die Halbzeit zwei begann mit Dauerdruck des 1. FC Lok. Zunächst hatte ESV-Keeper Sven Gedigk bei einem Aufsetzer von Stephan Knoof mehr Mühe als gedacht (53.), dann blockte Jan Smykalla einen Heusel-Schuss aus 14 Metern noch ab (55.). In der 59. Minute bediente Holger Krauß per langen Ball Torjäger René Heusel, der spielt in den Rücken der Abwehr zu Robert Sommer - doch der Dauerläufer scheiterte völlig freistehend aus 7 Metern am Delitzscher Schlussmann. Sechs Minuten später setzt Stürmer Christopher Blümel den eingewechselten Joker Rico Engler in Szene, doch dessen Schuss aus 18 Metern zischte über die Querlatte. Dann aber endlich die 2:1-Führung - 70. Minute: Rico Engler passt auf links zu René Ledwoch. Der marschiert Richtung Grundlinie, lässt eine Flanke (oder doch ein Schuss?!) ab und am kurzen Pfosten läuft Heusel ein und netzt zu seinem 11. Saisontreffer ein. Großer Jubel im Stadion der Eisenbahner - doch die Gäste hatten noch nicht genug. Nur fünf Minuten später taucht Robert Sommer auf halb rechts im Gäste-Strafraum auf, hält aus 14 Metern einfach mal drauf - und trifft zum 3:1. Keeper Sven Gedigk ließ den klitschigen Ball einfach durch seine Hände rutschen - ein klarer Torwartfehler. Aber was soll's - Sommer freute sich zu Recht über seinen 4. Treffer. Beim Wideranpfiff kommt es zu heftigen Diskussionen der Delitzscher mit dem Schiri. Wegen Meckerns sieht Andy Klein die zweite Gelbe Karte und muss frühzeitig duschen. Torjäger Marco Bothur war darauf kaum noch zu beruhigen und attackierte Schiri Kießig, der dies aber "konsequent" missachtete und nicht mal Gelb zückte. Das Bothur sich auch anders in Szene setzen kann, bewies er in der 80. Minute. Wieder Freistoß von halb links aus rund 20 Metern. Bothur läuft an, doch Lok-Keeper Milkau fingerte den Ball per tollen Reflex noch an die Querlatte. Statt dessen klingelte es noch mal auf der anderen Seite. Heusel zieht drei Gegenspieler im Strafraum auf sich, lässt den Ball aber lieber zu Rico Engler prallen - der steht frei und haut die Lederkugel von halb links, einfach ins rechte Dreiangel aus 12 Metern (84.). Bereits der vierte Treffer des Nachwuchs-Stürmers! Das war's dann und die Lok-Kicker und Fans konnten auch in der Bezirksliga endlich wieder richtig feiern ...

Fazit: Ein mehr als verdienter Auswärtserfolg - trotz kleiner Startschwierigkeiten. Die Mannschafte zeigte heute erneut Kämpferherz - und dachte diesmal auch ans Tore schießen. Besonders René Heusel wirkte nach seinem Doppelpack erleichtert - dumm nur: Er sah heute seine "5. Gelbe" und fehlt damit im Heimspiel gegen Döbeln. Dafür ist er auf jeden Fall gegen seinen Ex-Verein SG LVB dabei. Nächste Woche soll dann sicherlich Rico Engler - neben Christopher Blümel - für die nächsten Lok-Treffer sorgen.

(von Ronny John)