18. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SV Leipzig Nordwest

1. FC Lokomotive Leipzig
2 0

Spieldaten
 
Datum
05. April 2007
Uhrzeit
18.00 Uhr
Spielstätte
Willi-Kühn-Sportplatz (Leipzig)
Zuschauer
1.417
Schiedsrichter
 
Rainer Petsch (Altenbach)
Torschützen
1:0 Harenburg (52.), 2:0 Nuelken (62.)
Gelb
Vier, Bohnet, Barth - Dobiasch, Wetzig
Gelb-Rot
Marx (72./Nordwest)
Rot
Keine

Aufstellung
SV Leipzig Nordwest
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Marcel Kuppe 
1 Jan Evers
14 Jörg Kunath
17 Holger Krauß
2 Christoph Vier
19 Anton Köllner
5 Daniel Sander
7 Sven Dobiasch (ab 70. 9 Thomas Wetzig)
4 Tino Bohnet
23 Pierre Trinko
6 Benjamin Harenburg
 
24 Mark Gerloff (ab 79. 15 Sven Hellmund)
8 Rico Nuelken
3 Marcel Hensgen
10 Heiko Marx
13 Stephan Knoof
9 Karsten Szymanski
4 René Ledwoch
17 Nico Barth
10 René Heusel
19 Erik Bader
21 Rico Engler (ab 65. 11 Christopher Blümel)

Trainer
Axel Patula
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ich bin fast sprachlos ... Wenn man so versagt, fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Wir haben wieder unzählige Großchancen gemacht, treffen das Tor aber einfach nicht. Das 0:2 war dann tödlich für uns. Wie wir die Chancen vergeben haben, ist einfach unerklärlich."

Wertung

2,5 Sterne (Unzählige Großchancen - doch die Tore machte nur Nordwest. Lok lief verzweifelt gegen die Abwehrwand an und scheiterte kläglich ...)

40 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Bittere Oster-Überraschung: Krise beim 1. FC Lokomotive Leipzig - der Favorit der Bezirksliga Leipzig strauchelte beim Nachholer am Gründonnerstag beim SV Leipzig Nordwest. Vor 1.417 Zuschauern auf dem Willi-Kühn-Sportplatz verlor die Truppe von Trainer Rainer Lisiewicz, trotz zahlreicher Großchancen und drückender Überlegenheit, mit 0:2 (0:0). Nach dem Spiel kullerten vor allem beim derzeit verhinderten Torjäger René Heusel die dicken Tränen. Fassungslosigkeit machte sich breit - Ratlosigkeit in allen Gesichtern. Wieder scheiterte die Loksche bei ihrer "Mission Landesliga" am eignen Unvermögen. Man(n) brachte es sogar fertig, die Kugel aus einem Meter fast drei Meter übers Tor zu befördern (Köllner/89.). Jetzt ist der Aufstieg zwar theoretisch noch "in eigner Hand" - aber nur, wenn die letzten 10 Spiele (ohne wenn und aber) gewonnen werden und dann auch das Torverhältnis gegenüber Naunhof und Delitzsch stimmt. Aber blicken wir aufs sportliche Geschehen, bei leichten Wind und dann doch kühlen 9 Grad.

Dunkle Wolken zogen über dem Willi-Kühn-Sportplatz auf. Statt Sonnenschein drohte kurz vor Spielbeginn sogar ein Regenguss. Trotzdem spürte man die "jetzt erst Recht Stimmung". Trainer Rainer Lisiewicz ließ diesmal Felix Diener und Kevin Rienaß auf der Bank. Brachte statt dessen die wieder spielberechtigten Marcel Hensgen und Stephan Knoof von Anfang an. Zudem bekam der heftig kritisierte Mark Gerloff noch einmal eine Chance auf der Außenbahn - auch weil Flügelflitzer Robert Sommer wegen einer Zerrung passen musste. Überraschung im Sturm: Der formschwache Christopher Blümel (kämpft seit Monaten mit Rücken-Problemen) musste auf die Bank, dafür durfte Joker Rico Engler beginnen. Nach sieben Minuten dann auch die erste Lok-Großchance im Spiel: Nach einer Knoof-Flanke von rechts beförderte der bemühte René Ledwoch das Leder aus 7 Metern aber aufs Tornetz. Vier Minuten später ein Konterversuch von Nordwest (die mit ihren letzten Aufgebot antraten und kurzfristig auch auf Torsten Altmann verzichten mussten), doch Lok-Keeper Jan Evers fischte Heiko Marx den Ball noch vom Fuß. Die weiteren Minuten bestimmten die Gäste aus Probstheida zwar klar das Geschehen, doch die nächste Großchance sollte bis zur 28. Minute auf sich warten lassen. Sven Dobiasch bediente René Ledwoch auf links, der brachte die Flanke von der Grundlinie genau auf den Kopf von René Heusel in der Strafraummitte - und der "Fußballgott" beförderte die Kugel tatsächlich aus 3 Metern noch am linken Pfosten vorbei. Unfassbar! Drangphase der Loksche aber nun: Drei Minuten später haute auch Ledwoch das Leder aus 7 Metern am langen Pfosten vorbei. In der 34. Minute zirkelte Holger Krauß einen der unzähligen Freistöße zu René Heusel. Doch aus 8 Metern fingerte Nordwest-Keeper Marcel Kuppe den Ball an die Querlatte. 120 Sekunden danach versuchte es Kapitän Krauß per Freistoß aus 14 Metern direkt, doch Marcel Kuppe rettete im nachfassen. In der 38. Minute landete ein abgefälschter Schuss bei René Heusel, der haut aus 12 Metern einfach drauf - knapp drüber. Sekunden später bekommt Abwehrmann Anton Köllner das Leder im Strafraum. Doch volley aus 14 Metern knapp links vorbei. Unglaublich diese Chancen. Aber Nordwest rettete sich in die Pause ...

Dann der zweite Durchgang. Lok zwar weiter auf den Weg nach vorn, aber es fehlte die Präzision. Der letzte Pass kam nicht an - das Nordwest-Bollwerk stand sicher. Und konterte plötzlich gefährlich - und die Lok-Abwehr wackelte. Die 52. Minute: Kapitän Erik Bader schnappte sich kurz vor der Mittellinie den Ball. Nordwest in Überzahl und Bader mit viel Übersicht zu Benjamin Harenburg. Und der erst 20-jährige behält aus 10 Metern die Nerven und versenkt gegen Evers zum überraschenden 1:0 für die Gastgeber. Schock bei Lok! In der 60. Minute rettete dann Marcel Kuppe per klasse Fußabwehr gegen Rico Engler (aus 14 Metern), bevor es den "Todesstoss" gab. Kapitän Holger Krauß hat den Ball am eignen Strafraum eigentlich sicher, wird bedrängt und verliert plötzlich die Kugel an Nordwest-Goalgetter Rico Nuelken. Der fackelte nicht lange und beförderte das Leder zur Überraschung aller, ins lange, rechte Eck zum 2:0. Riesen-Jubel bei Nordwest - aber noch war knapp eine halbe Stunde zu spielen. Der Gast raffte sich nach diesem Abwehr-Bock wieder auf. Doch immer wieder gefährliche Konteraktionen bei Nordwest. In der 66. Minute parierte Jan Evers einen Freistoß von Jörg Kunath aus 25 Metern mit beiden Fäusten. Auf der Gegenseite blieb Lok ein klarer Handelfmeter verwehrt. Torhüter Marcel Kuppe hatte den Ball im Strafraum verloren, René Heusel schießt Richtung leeren Nordwest-Tor - doch Christoph Vier geht mit der Hand dazwischen. Doch Schiri Rainer Petsch aus Altenbach übersah diese klare Aktion (72.). In der selben Minute dann aber noch Gelb-Rot für Heiko Marx, wegen wiederholten Foulspiels. Noch zehn Minuten: Die Hoffnungen schwanden, aber die Lok-Kicker kämpften. Am Willen sollte es heute nicht mangeln ... In der 82. Minute köpfte Marcel Hensgen eine Blümel-Ecke von links am kurzen Pfosten vorbei. Kurz darauf prallte ein Kopfball von Einwechsler Thomas Wetzig nur an die Querlatte (83./aus 12 Metern). In der 85. Minute jagte Holger Krauß einen 22-Meter-Freistoß übers Nordwest-Tor, danach bediente Stephan Knoof René Heusel, der aus 6 Metern frei an Kuppe scheiterte (86.). Das Gehäuse von Kuppe - heute wie vernagelt. Und dann auch noch das: Nach einer Knoof-Flanke von rechts bringt Heusel den Ball per Kopf in die Strafraummitte zu Anton Köllner. Der muss das Leder aus einem (!) Meter eigentlich nur über die Linie "stupsen", statt dessen landete der Kopfball drei Meter über dem Kasten. Das passte zum Spiel und war auch gleich die letzte, nennenswerte Aktion im Spiel. Danach kullerten die Tränen. Besonders René Heusel war am Boden zerstört und nicht mehr zu trösten. Auch die anderen Kicker litten, waren fassungslos. Die knapp 1.300 Lok-Fans marschierten enttäuscht (schon vor dem Schlusspfiff) nach Hause ...

Fazit: Gekämpft, Chancen erarbeitet - aber am Ende am eignen Unvermögen gescheitert. Wieder einmal wurden einfach zu viele Großchancen vergeben - und die Wackler in der Abwehr wurden gnadenlos bestraft. Bei manchen Kickern fehlt es derzeit einfach am Selbstvertrauen. Gut vielleicht: Schon am Sonntag beim Pokal-Spiel gegen Krostitz (14 Uhr in Eilenburg) können sich die Kicker ablenken und hoffentlich ein Erfolgserlebnis landen. Ansonsten wird die Krise im "Alptraum" Bezirksliga 2007/08 enden. Aber wie schon geschrieben, theoretisch haben die Lok-Kicker es noch selbst in der Hand, Platz eins zu sichern. Doch Theorie und Praxis sind leider "zwei Paar Schuhe" ...

(von Ronny John)