20. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SV Eintracht Sermuth

1. FC Lokomotive Leipzig
1 1

Spieldaten
 
Datum
18. März 2007
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Sportplatz Muldenvereinigung (Sermuth)
Zuschauer
1.060
Schiedsrichter
 
Peter Pflock (Schildau)
Torschützen
0:1 Trinko (69.), 1:1 Lichtenberger (89./Foulelfmeter)
Gelb
Bretschneider, Wetzig, Schmidt, Sturm - Heusel, Hensgen, Engler
Gelb-Rot
Knoof (90./Lok)
Rot
Eiselt (55./Lok)

Aufstellung
SV Eintracht Sermuth
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Michael Bretschneider 
1 Jan Evers
2 Robert Wetzig
17 Holger Krauß
4 Daniel Claus
19 Anton Köllner
5 Tobias Vogel
7 Sven Dobiasch (ab 59. 21 Rico Engler)
6 Marcel Schweineberg
23 Pierre Trinko
7 Kevin Einert (ab 73. 3 Maik Seidel)
 
13 Stephan Knoof
8 Rene Schmidt
3 Marcel Hensgen
9 Heiko Pörschmann
4 René Ledwoch
11 Maik Lichtenberger
5 Eric Eiselt
13 Volker Sturm
10 René Heusel (ab 85. 8 Matthias Polefka)
18 Matthias Stäudte (ab 76. 14 Matthias Paul)
11 Christopher Blümel (ab 73. 14 Kevin Rienaß)

Trainer
Matthias Lindner
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Steffen Kubald (1. Vorsitzender des 1. FC Lok)
"Natürlich haben wir heute nicht berauschend gespielt, aber heute war der Schiri eindeutig gegen uns. Das habe ich so noch nie erlebt!"

Wertung

3 Sterne (Nach einer müden und vom Winde verwehten ersten Halbzeit, entwickelte sich im zweiten Durchgang eine mehr als hitzige Partie - mit einem dramatischen Ende!)

42 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Zwei Punkte und zwei Kicker verloren - die bittere Bilanz vom Auswärtstrip des 1. FC Lokomotive Leipzig am 20. Spieltag der Bezirksliga Leipzig zum Drittletzten SV Eintracht Sermuth. Vor 1.060 auf dem windigen Sportplatz "Muldenvereinigung" (wo sich Freiberger und Zwickauer Milde vereinen) stand es nach hitzigen 91 Minuten nur 1:1 (0:0)-Unentschieden. Doch selbst die heimischen Anhänger der Sermuther bestätigten - das war auch Landesliga-Schiri Peter Pflock aus Schildau (sonst ein guter Referee) zu verdanken. Dieser traf (besonders in Halbzeit zwei) einige sehr eigenartige Entscheidungen, beeinflusste aus Lok-Sicht negativ den Spielverlauf und sorgte dementsprechend für viel Ärger nach dem (viel zu zeitigen) Schlusspfiff. Aber der Reihe nach ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste heute auf Thomas Wetzig (Knorpelprobleme), Mark Gerloff (ohne Training unter der Woche), Sven Hellmund (lernt für eine Latein-Prüfung), Kai Metzner (Adduktoren-Probleme) und Felix Diener (verletzte sich bei der Zweiten Mannschaft) verzichten. Zudem zog sich Robert Sommer einen Muskelfaserriss beim aufwärmen zu, so dass Marcel Hensgen kurzfristig in die Startformation rückte. Und auch Mittelfeldmann Stephan Knoof spürte nach dem aufwärmen ein zwicken, konnte aber auflaufen. Bei den Gastgebern stand besonders Ex-Bundesliga-Kicker René Schmidt im Mittelpunkt. Schon vor dem Anpfiff wurde das riesige Sicherheitskonzept offensichtlich - neben einer Hundertschaft Polizisten sicherten fast 30 gewerbliche Ordner das Spiel ab. Zudem galt innerhalb des Stadions wieder Alkoholverbot, so dass die findigen Veranstalter diese Versorgung vor das Stadion verlagerten. Die Partie begann in der 7. Minute mit der ersten Chance für Lok, als Eric Eiselt für Christopher Blümel auflegte, aber aus 10 Metern entschärfte der nicht einmal 1,70 m große Keeper Michael Bretschneider das Leder. Schon früh merkte man, dass die starken Orkanböen den Spielfluss empfindlich störten. Jubel aber dann in Minute 12 bei den Lok-Anhängern, als René Heusel aus 8 Metern die Kugel versenkte - dabei aber im Abseits stand. Fünf Minuten später, nach Patzer von Keeper Bretschneider, eine Gelegenheit für Eric Eiselt - doch dessen Heber ins vermeintlich leere Eintracht-Tor fischte Bretschneider doch noch weg. In der 21. Minute bediente Eric Eiselt Lok-Torjäger René Heusel auf halb links, der aus 9 Metern aber knapp am langen Eck vorbei zielte. Nur 120 Sekunden später hätte Robert Wetzig beinah per Kopf ins eigene Tor getroffen, aber im direkten Gegenzug dann tatsächlich die erste ernsthafte Torchance für Sermuth. Nach einem Fehler von Sven Dobiasch haut Tobias Vogel aus 12 Metern von halb rechts einfach mal drauf - knapp drüber. Jetzt verflachte die Partie langsam, Lok schien mit dem starken Wind Probleme zu haben und erspielte sich kaum noch zwingende Torchancen. So dass die letzte Torchance im ersten Durchgang für die Gastgeber notiert werden durfte, doch Robert Wetzig setzte einen 22-Meter-Freistoß links vorbei.

Der zweite Durchgang begann endlich mit mehr Feuer im Lok-Spiel - und dem ersten großen Fehler des Schiri-Gespann. 53. Minute: Nach einem Knoof-Freistoß segelt das Leder hoch in den Lok-Strafraum, Robert Wetzig geht deutlich mit der Hand zum Ball. Aufschrei im gesamten Rund - nur Schiri Pflock und seine zwei Assistenten haben nichts gesehen. Aufgeheizte Stimmung nun und von der ließ sich Heißsporn Eric Eiselt nach einem Duell mit Marcel Schweineberg anstecken - nach einem kleinen Wortgefecht verpasste Eiselt ihm eine mehr als dumme "Kopfnuss" (55.). Das gab zu Recht die Rote Karte! Lok nun nur noch zu zehnt, aber am Drücker ... In Minute 59 zielt Christopher Blümel aus 14 Metern halb links knapp vorbei, kurz darauf rettet Eintracht-Schlussmann Bretschneider aus 6 Metern gegen Marcel Hensgen (Vorarbeit von Blümel per Hacke/64.). In der 66. Minute rutscht René Ledwoch von rechts eine Flanke weg, die wird immer länger und mit Glück boxt Michael Bretschneider im Sermuth-Kasten den Ball noch gegen die Querlatte. Wahnsinn ... Die Belohnung dieses Power-Fußballes in Unterzahl dann aber 180 Sekunden später. Ledwoch setzt sich schön auf links durch, Eingabe in die Strafraummitte - dort steht Kapitän Holger Krauß und verlängert genau auf Pierre Trinko. Der Lok-Abwehrmann bleibt aus 4 Metern eiskalt und nickt zu seinem ersten Bezirksliga-Tor ein. 1:0 für den 1. FC Lok und grenzenloser Jubel unter den rund 900 Lok-Fans auf diesem idyllischen Sportplatz. Sermuth musste nun etwas aufmachen und erzwang immerhin ein, zwei gute Freistoß-Möglichkeiten. Eine davon in der 75. Minute, als Lok-Keeper Jan Evers einen 25-Meter-Freistoß von René Schmidt spät sieht, aber noch zur Ecke boxen kann. Im direkten Gegenzug gelingt Stephan Knoof ein Abseitstor, dass berechtigt abgepfiffen wurde. Dann der nächste große Aufreger: Nach einem Konter pfeift Schiri Pflock Abseits, obwohl Rico Engler klar hinter seinem Gegenspieler beim Abspiel stand. Es kommt zum Duell zwischen Engler und Keeper Bretschneider - dem Torhüter der Eintracht brennen kurz die Sicherung durch. Er schubst den Lok-Einwechsler klar zu Boden, doch Schiri Pflock entscheidet nur auf Gelb für Bretschneider - und auf Gelb für Engler (78.). Hier hätte Peter Pflock seine Linie durchziehen und wegen Tätlichkeit Rot für den Eintracht-Torhüter zücken müssen. Aber weiter im Spiel ... Nach einem erneuten Konter macht der flinke Rico Engler über rechts eigentlich alles richtig, versetzt gleich zwei Gegenspieler und schlenzt das Leder aus 8 Metern ganz knapp am langen Pfosten vorbei (83.). 120 Sekunden später probierte sich Kapitän Holger Krauß bei einem Freistoß aus 25 Metern, Michael Bretschneider rettete in letzter Sekunde zur Ecke. Und dann die bittere 89. Spielminute: Getümmel im Lok-Strafraum, erst liegt ein Eintracht-Kicker - dann auch René Ledwoch. Plötzlich fällt der nächste, aber weiter ging's - doch auf einmal doch ein Pfiff. Und Schiri Pflock zeigte plötzlich auf den Punkt. Zweifelhaft! Sermuth-Kapitän Maik Lichtenberger trat an, Jan Evers spekuliert richtig in die rechte Ecke, doch das Leder schlägt trotzdem zum 1:1 ein. Die Gäste aus der Messestadt werfen noch einmal alles nach vorn, der eingewechselte Matthias Polefka macht über rechts Druck und in der Mitte setzt sich Marcel Hensgen klasse durch. Der geht bis zum Strafraum, wird dann oben am Shirt gehalten und unten von den Beinen geholt. Diesmal blieb ein Pfiff aus. Statt dessen sah Stephan Knoof noch Gelb-Rot wegen Meckerns. Nach nur 45 Sekunden Nachspielzeit ertönte der Schlusspfiff und eine riesige, erboste Spielertraube baute sich vor dem Schiri-Gespann auf ....

Fazit: Der Favorit aus der Messestadt spielte - besonders im ersten Durchgang - nicht wirklich überzeugend, war aber die weitaus gefährlicherer Mannschaft und machte in der zweiten Halbzeit (trotz langer Unterzahl) viel Druck. Verpasste aber auch die Entscheidung - während man bei Sermuth das Gefühl hatte, nur ein Elfmeter könnte für einen Torerfolg der harmlosen Gastgeber sorgen. Über das Spiel wird sicherlich noch lange zu reden sein, da Schiri Pflock heute keine klare Linie in seinen Entscheidungen zeigte und dazu das Fingerspitzengefühl vermissen ließ. Lok hat den Aufstieg (4 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Delitzsch, bei einem Spiel weniger) zwar immer noch in eigner Hand - aber jetzt darf man sich keinen Ausrutscher mehr erlauben. Wird nicht einfach: Gegen Taucha (am kommenden Samstag) werden Eiselt (Rot), Hensgen (5. Gelbe) und Knoof (Gelb-Rot) auf jeden Fall fehlen. Dazu wohl auch Metzner, Sommer und eventuell auch Diener. Die Alternativen im Kader sind auf einmal stark begrenzt ...

(von Ronny John)