21. Spieltag Bezirksliga Leipzig Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

SG Taucha 99
4 1

Spieldaten
 
Datum
16. Mai 2007
Uhrzeit
19.30 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.995
Schiedsrichter
Hagen Niemann (Leipzig)
Torschützen
1:0 Engler (21.), 2:0 Heusel (41.), 3:0 Blümel (57.), 3:1 Nagel (63.), 4:1 Heusel (69.)
Gelb
Heusel - Didt
Gelb-Rot
Keine
Rot
Till (61./Taucha)

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
SG Taucha 99
1 Jan Evers
1 Bernhard Oelßner
17 Holger Krauß
2 Björn Anhöck
3 Marcel Hensgen
3 Tino Potyka
15 Sven Hellmund
4 Thomas Weihrauch
23 Pierre Trinko
5 Christian Didt (ab 68. 13 Chris Schiller)
24 Mark Gerloff (ab 75. 7 Sven Dobiasch)
6 Alexander Till
4 René Ledwoch (ab 75. 13 Stephan Knoof)
7 Nico Nagel
21 Rico Engler
8 Frank Rederer
5 Eric Eiselt
9 Steven Craatz
10 René Heusel (ab 70. 2 Robert Sommer)
10 Enrico Nähter (ab 46. 17 Peter Danz)
11 Christopher Blümel
11 Ricardo Wöß

Trainer
Rainer Lisiewicz
 
Joachim Nicklasch

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Schön, endlich Spitzenreiter zu sein. Das war heute eigentlich wieder eine klare Angelegenheit, auch wenn Taucha stärker war als die LVB am Freitag. Die Chancenverwertung war heute fast optimal. Jetzt müssen wir unser Ding durchziehen ..."

Wertung

2,5 Sterne (Kein großes Fußball-Spiel, aber am Ende zählten nur die drei Punkte - und dazu gab's einige sehenswerte Treffer zu bewundern!)

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Spielbericht

Spitzenreiter, Spitzenreiter - die Kernaussage dieses Abends. Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist erstmals in dieser Saison Tabellenführer der Bezirksliga. Im Nachholer gegen die SG Taucha 99 (mit Ex-Lok-Keeper Achim Nicklasch als Trainer) gewann die Lisiewicz-Truppe verdient mit 4:1 (2:0) und ist nun Punktgleich mit Naunhof und Delitzsch (mit dem klar besseren Torverhältnis). Damit fehlen nun noch vier Siege bis zum nicht mehr geglaubten Landesliga-Aufstieg. Die 2.995 Zuschauer im verregneten Bruno-Plache-Stadion bekamen zwar keinen Fußball-Leckerbissen serviert, sahen dafür aber einige schöne Tore und Kombinationen. Im Abwehrbereich erlaubte man sich zwei, drei Aussetzer - so dass Taucha es als dritte Mannschaft (nach Naunhof und Delitzsch) gelang im Plache-Stadion ein Tor zu erzielen. Aber der Reihe nach ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz setzte auf die Erfolgself vom LVB-Spiel. Nur Abwehrlatte Anton Köllner musste wegen Gruppe und Rippenschmerzen passen. Für ihn rückte Marcel Hensgen in den Abwehrverbund und Mark Gerloff auf die Außenbahn. Pünktlich zum Anpfiff begann es kräftig zu schütten ... diese Wetterumstände trugen nicht gerade positiv zur Spiellaune beider Teams bei. So hatten auch die Gäste die erste kleinere Torchance im Spiel, als Kapitän Holger Krauß einen Freistoß verursacht haben soll (entschied zumindest der kleinlich pfeifende Schiri Hagen Niemann). Doch Keeper Jan Evers boxte den 20-Meter-Freistoß von Frank Rederer sicher weg (11.). 120 Sekunden später versuchte sich Holger Krauß selbst per Freistoß aus 25 Meter - doch sein Hammer von halb rechts, strich am linken Außenpfosten vorbei. Danach tat sich einige Minuten nichts - zumindest bis zur 21. Minuten: Holger Krauß beförderte einen Freistoß in den Strafraum, Torjäger René Heusel kommt nicht richtig an den Ball. Und der Abpraller landet plötzlich bei Rico Engler, der aus 22 Metern einfach mal drauf hielt und ins rechte, untere Eck zum umjubelten 1:0 traf. Der Schuss wirkte (trotz nässe) nicht unbedingt unhaltbar ... Vier Minuten später versuchte sich plötzlich Gäste-Kicker Thomas Weihrauch mal aus 35 Metern und das Leder berührte noch die Latten-Oberkante. Durchatmen - in der 27. Minute war dann Jan Evers bei einem Freistoß von Ricardo Wöß zur Stelle. Auf der Gegenseite ein Gewalt-Schuss von Nachwuchs-Talent Rico Engler aus 38 Metern (!). Knapp drüber ... Die 4. Lok-Ecke im Spiel sollte SG-Abwehrmann Alexander Till beinah ins eigene Tor befördern (40.). Die folgende Ecke brachte - fast aus dem Nichts - die Vorentscheidung. Diese landete auf der linken Seite bei Mark Gerloff. Der beförderte das Leder hart in die Strafraummitte. Dort lauerte Lok-Torjäger René Heusel, der per Direktabnahme aus 8 Metern zum 2:0 traf. Zugleich der Pausenstand nach einer sehr effektiven (zwei halbe Chancen, zwei Tore) ersten Halbzeit ...

Der zweite Durchgang begann mit einem Wechsel bei den Gästen (Peter Danz für Nähter) und viel Schwung. Zunächst bediente Ricardo Wöß den mitgelaufnen Nico Nagel, der aber aus 10 Metern frei neben das Lok-Tor schoss (47.). In der selben Minuten schickte René Heusel Sturmpartner Christopher Blümel, doch Gäste-Keeper Bernhard Oelßner rettete gegen den freien Blümel. Strittige Situation dann in der 52. Minute: Christian Didt tritt eindeutig gegen Pierre Trinko nach - sieht dafür aber nur Gelb. Gerechte Strafe für Taucha dann fünf Minuten später das 3:0. Blümel befreit sich geschickt im Strafraum von seinem Gegenspieler, Sturmpartner Heusel köpfte Blümel genau vor die Füße und der vollendet elegant aus 12 Metern ins flache, linke Eck. Im Plache-Stadion schalte es jetzt durchs Rund "Auf, Auf, Aufsteigen wir - Erster Deutscher Meister, ja das waren wir!" Doch auf dem Platz sollte es erst einmal weiter hitzig bleiben. Zunächst sahen René Heusel (strittig ob es die 9. oder 10. Gelbe für den Lok-Stürmer war) und Alexander Till Gelb für einen "überharten Zweikampf". Dann schickte Rico Engler in der 61. Minute den flinken René Ledwoch. Doch dieser wird von Alexander Till gestoppt - Rot, sagt Schiri Niemann wegen einer Notbremse (eine Gelb-Rote hätte es hier wohl auch getan). Den anschließenden Freistoß beförderte Lok-Kapitän Holger Krauß beinah in den Gäste-Kasten, doch Keeper Bernhard Oelßner fingerte das runde Leder noch an den linken Pfosten. Taucha nur noch zu zehnt - und plötzlich mit dem Anschlusstreffer. Einen langen Freistoß von Frank Rederer bekommt Nico Nagel im Lok-Strafraum unter Kontrolle und trifft aus rund 10 Metern zum 3:1-Anschlusstreffer. Doch fast postwendend die beste Kombination im Spiel und der verdiente vierte Lok-Treffer. Mark Gerloff setzte sich (nach einer Ecke von Taucha) per Konter auf links durch und spielt genau in die Mitte zu René Heusel, der aus 10 Metern nur noch den Fuß hinhalten muss - bereits sein 27. Saisontreffer (Marco Bothur steht übrigens derzeit bei 32)! Zu Recht gab's kurz darauf Standing Ovations für den Lok-Dauerbrenner. Die restlichen Minuten sind schnell erzählt. Zunächst probierte es Taucha noch mal per Kopf (74.), dann schickte Sven Hellmund den Eingewechselten Stephan Knoof, der aber frei an Oelßner scheiterte (85.). Kurz vor dem Schlusspfiff dann noch eine Doppelchance durch Sven Hellmund und dem flinken Eric Eiselt. Doch beide Male rettete Taucha-Schlussmann Oelßner in höchster Not (89.).

Fazit: Ein verdienter Lok-Erfolg, auch wenn der ganz große Glanz fehlte. Dafür wurden die drei Punkte super sicher nach Hause gebracht und die fast 3.000 Lok-Fans konnte sich - trotz Regen - über eine fast perfekte Chancenauswertung und tolle Tore freuen. Nun fehlen der "Loksche" noch vier Siege bis zum Ziel Landesliga-Aufstieg. Der nächste Erfolg soll schon am Sonntag folgen - dann geht's zum Vorletzten FSV Beilrode. Ein Dreier ist fest eingeplant ...

(von Ronny John)