23. Spieltag Bezirksliga Leipzig  Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

SV Naunhof 1920

1. FC Lokomotive Leipzig
0 3

Spieldaten
 
Datum
21. April 2007
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Zentralstadion (Leipzig)
Zuschauer
6.110
Schiedsrichter
 
Wolfgang Winkler (Linthe)
Torschützen
0:1 Heusel (73.), 0:2 Heusel (75.), 0:3 Heusel (84.)
Gelb
Birnbaum, Wuttke, Portleroy - Ledwoch, Rienaß
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SV Naunhof 1920
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Jörg Barth (ab 81. 12 Florian Zita) 
1 Jan Evers
3 Sven Birnbaum
17 Holger Krauß
4 Jens Wuttke
19 Anton Köllner
5 Sven Braun
14 Kevin Rienaß (ab 60. 7 Sven Dobiasch)
7 Thomas Mähne
23 Pierre Trinko
8 Michael Rudolph
 
2 Robert Sommer
9 Heiko Schlüter (ab 55. 14 Robert Riczisi)
3 Marcel Hensgen
10 Dirk Weitze (ab 71. 11 Ronny Delitzsch)
13 Stephan Knoof (ab 67. 21 Rico Engler)
13 Holm Beyer
4 René Ledwoch (ab 67. 24 Mark Gerloff)
16 Steven Lange
10 René Heusel
29 Alexander Portleroy
11 Christopher Blümel

Trainer
Klaus Havenstein
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ich bin natürlich überglücklich, dass war ein ganz wichtiger Erfolg. Bis zum 1:0 haben wir aber viel zu hektisch gespielt, es fehlte einfach der Überraschungsmoment. Der kam dann mit der Einwechslung von Engler und Gerloff. Es ging heute um viel und nicht um einen Schönheitspreis. Die letzte Viertelstunde hat dann sicherlich alle entschädigt ..."

Wertung

2,5 Sterne (Die letzte (Feier)-Viertelstunde entschädigte für einen sonst schwachen Kick, mit vielen Fehlpässen im Leipziger Zentralstadion!)

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Spielbericht

Das Fehlpassfestival wurde noch zur (Lok-) Party: Der 1. FC Lokomotive Leipzig gewann den Bezirksliga-Knaller "beim" SV Naunhof 1920, am Ende noch klar, mit 3:0 (0:0) und hat den Aufstieg (trotz derzeit noch sechs Punkten Rückstand auf Delitzsch, bei einem Spiel weniger) immer noch in eigner Hand. Doch vor der großen Kulisee von 6.110 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion (Sechstliga-Rekord in Deutschland!) sah es im 99. Pflichtspiel (seit der Neugründung) lange nach einem torlosen Remis aus - zu schwach präsentierten sich beide Seiten, zu viele Fehlpässe wurden gespielt. Doch die letzte Viertelstunde wurde zur "Heusel-Show" - der Torjäger entschädigte mit einem lupenreinen Hattrick für die langweiligen Minuten zuvor. Jetzt fiebern die Lok-Fans schon dem nächsten Hit gegen Spitzenreiter Delitzsch (28.4., 15 Uhr im Plache-Stadion) entgegen. Aber der Reihe nach ...

Schon mittags trafen sich knapp 500 Lok-Fans an der "Blechbüchse" und marschierten geschlossen und stimmungsvoll Richtung Zentralstadion. Dort ließ Lok-Coach Rainer Lisiewicz (fast) die gleiche Elf wie letzte Woche gegen Rotation ran - nur Stephan Knoof durfte für Mark Gerloff wieder von Anfang an ran. Und: Mittelfeld-Techniker Kai Metzner konnte immerhin wieder auf der Bank Platz nehmen und stand für den Notfall bereit. Die Truppe von Klaus Havenstein konnte dagegen aus dem vollen schöpfen - enttäuschend war nur die mitgereiste Zahl von Anhängern aus Naunhof. Mehr als 100 fanden leider nicht den Weg in die Leipziger WM-Arena. Los ging es nach 18 Sekunden fast mit der Turbo-Führung für die "Gäste" aus Probstheida. Nach einem Traumpass von Knoof ist René Ledwoch frei durch, hat nur noch Naunhof-Keeper Jörg Barth vor sich - doch der fingerte die Kugel aus 12 Metern noch zur "Ecke", die Schiedsrichter Wolfgang Winkler aus Linthe (pfiff extrem kleinlich und verhinderte so auch ein echtes "Spitzenspiel") aber komischerweise verweigerte. Auf der Gegenseite sorgte Steven Lange - nach Vorarbeit von Holm Beyer - erstmals für den Gastgeber für Gefahr. Doch der 14-Meter-Schuss wurde noch abgeblockt (8.). Drei Minuten später bediente Lok-Kapitän Holger Krauß den flinken René Heusel (stand nicht im Abseits). Barth kam aus seinem Kasten, doch Heusel spitzelte die Kugel vorbei - aber in der Strafraummitte kam Christopher Blümel nicht ans Leder. In der 23. Minute setzte sich René Heusel spektakulär gegen Thomas Mähne auf links durch, doch der anschließende Kopfball von Marcel Hensgen ging aus 12 Metern nur aufs Tornetz. Danach passierte lange nicht viel, die Lok-Fans im vollen Block D forderten schon "Wir wollen Euch siegen sehen". Chance dazu dann wieder durch Marcel Hensgen, der sich gegen Jens Wuttke durchsetzte und auf Heusel ablegte. Doch diesmal wurde der Torjäger aus 16 Metern abgeblockt und der Nachschuss von Stephan Knoof ging über den Kasten (35.). Pause bei strahlenden Sonnenschein und 10 Grad!

Durchgang zwei begann zunächst mit der besten Torchance für Naunhof im ganzen Spiel. Thomas Mähne setzte sich auf rechts durch, marschierte die Linie lang und brachte die Flanke zu Michael Rudolph. Doch zum Glück köpfte dieser aus 10 Metern über den Lok-Kasten von Jan Evers (52.). In den folgenden Minuten mühten sich besonders die Gäste aus Probstheida, aber nennenswerte Chancen sollten sich nicht ergeben. Statt dessen reagierte Lok-Coach Lisiewicz zunächst mit der Auswechslung des schwachen Kevin Rienaß (dafür kam Sven Dobiasch). Kurz darauf musste das heute enttäuschende Kreativ-Duo René Ledwoch und Stephan Knoof vom Platz (67.). Joker Rico Engler und Winter-Neuzugang Mark Gerloff sollten nun für frischen Wind sorgen. Und dies sollte in den folgenden Minuten fast perfekt funktionieren. Die ominöse 73. Minute - eigentlich sah mittlerweile alles nach einem trostlosen 0:0 aus. Dann aber plötzlich ein genialer Moment bei Einwechsler Mark Gerloff - der spielt die Kugel steil zu Torjäger René Heusel. Der läuft seinen Gegenspieler auf und davon - setzt aus 12 Metern zum Heber an ... und trifft! 1:0 für den 1. FC Lok, was für ein Jubel, was für eine Erlösung - bei den Fans und der Mannschaft. Und plötzlich stand die Loksche richtig unter Dampf. Spielte druckvoller und dies sollte nur 120 Sekunden später belohnt werden. Rico Engler mit einem Duell am Mittelkreis und plötzlich dem langen Ball in die Sturmspitze. Dort lauerte wieder René Heusel (nicht im Abseits stehend!), läuft allein auf Naunhof-Schlussmann Jörg Barth zu - und behält aus 10 Metern die Nerven, trifft ins linke Eck zum 2:0. Block D kochte - die Entscheidung in nicht einmal zwei Minuten durch den zuletzt glücklosen Heusel. Und es sollte noch besser werden ... Zunächst musste aber erst einmal Jörg Barth vom Platz getragen werden. Der Schlussmann des "Gastgebers" verletzte sich schmerzhaft an der Achillessehne. Dafür musste nun Florian Zita in den Kasten. Und der musste in der 84. Minute gleich hinter sich greifen. Wieder ein langer Ball von der linken Seite, zwei Abwehrspieler sind sich nicht einig und so bedankt sich Heusel aus 12 Metern (ins lange Eck) mit dem 3:0 und seinen lupenreinen Hattrick (zugleich der 20. Saisontreffer). Interessant: Schon beim ersten Auftritt der neuen Loksche gegen Eintracht Großdeuben II (8:0) in der 3. Kreisklasse erzielte Heusel drei Treffer im Zentralstadion. Die letzten Minuten nutzten die Lok-Fans zur gigantischen Party. "Oh wie ist das schön" und "Nie mehr 6. Liga" halte es durch die WM-Arena. Der Schlusspfiff ging im Lok-Jubel fast unter ...

Fazit: Bis auf die Schlussviertelstunde, ein schwacher Kick, bei dem Lok etwas mehr vom Spiel hatte (trotz einem Eckenverhältnis von 1:3). Die Einwechslungen von Gerloff und Engler sollten heute Gold wert sein, zudem untermauerte René Heusel seinen "Titel" als Torjäger mit einem lupenreinen Hattrick. Und das im wohl bisher wichtigste Pflichtspiel der noch jungen Vereinsgeschichte. Dies merkte man den Lok-Kickern aber lange an, der Druck war groß - dementsprechend hoch war die Anzahl der Fehler. Doch jetzt sollte die Lockerheit langsam zurück sein! Schon in einer Woche steht im Plache-Stadion der große Hit gegen Spitzenreiter ESV Delitzsch an. Auch da sind drei Punkte Pflicht. Eine große Kulisee ist spätestens seit heute garantiert ...

(von Ronny John)