24. Spieltag Bezirksliga Leipzig Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

ESV Delitzsch
2 3

Spieldaten
 
Datum
28. April 2007
Uhrzeit
15.15 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
4.691
Schiedsrichter
Rainer Petsch (Altenbach)
Torschützen
0:1 Mörschke (1.), 1:1 Knoof (60.), 1:2 Becker (62.), 1:3 Preussner (78.), 2:3 Heusel (84.)
Gelb
Knoof, Krauß, Köllner, Engler - Kern, Bothur
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
ESV Delitzsch
1 Jan Evers
1 Sven Gedigk
17 Holger Krauß
2 André Troitzsch
19 Anton Köllner (ab 79. 14 Kevin Rienaß)
3 Matthias Kern
7 Sven Dobiasch (ab 70. 15 Sven Hellmund)
4 Christian Seifert
23 Pierre Trinko
5 Jan Smykalla
13 Stephan Knoof (ab 65. 21 Rico Engler)
6 Andreas Böhland
24 Mark Gerloff
7 Marco Bothur
2 Robert Sommer
8 Steffen Hellwig (ab 79. 13 Mike Reichstein)
3 Marcel Hensgen
9 Roman Becker
10 René Heusel
10 Andy Klein
11 Christopher Blümel
11 Christian Mörschke (ab 46. 14 Marcus Preussner)

Trainer
Rainer Lisiewicz
 
Sven Roos

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir sind sehr enttäuscht. Unser Ziel war es dieses Spiel zu gewinnen. Spielerisch waren wir sogar besser als gegen Naunhof, aber es fehlte die Effektivität. Nun müssen wir hoffen, das Naunhof gegen Delitzsch gewinnt. Auf jeden Fall geben wir die Hoffnung auf die Landesliga nicht auf."
Sven Roos (ESV-Trainer) "Es war unheimlich wichtig, dass wir nach dem 1:1 ins Spiel zurückgekommen sind. Da muss ich meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. Beim Ausgleich dachte doch jeder im Stadion, dass Lok nun noch ein Tor macht. Die größten Schwächen hat unser Gegner heute in der Abwehr gezeigt und wie haben das eiskalt genutzt. Das war heute für uns wie Ostern und Weihnachten an einem Tag. Wir werden den Sieg natürlich gebührend feiern."

Wertung

2,5 Sterne (Immerhin sahen die Fans - bei Kaiserwetter - fünf Tore. Und wohl auch den Abschied vom "Lok-Traum" Landesliga!)

44 Fotosund 5 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Aufstieg ade? Der 1. FC Lokomotive Leipzig verlor das Bezirksligaspitzenspiel gegen den ESV Delitzsch mit 2:3 (0:1). Die Lisiewicz-Truppe zeigte vor allem in der Abwehr und im Mittelfeld eine schwache Partie. Delitzsch hingegen stand hinten sicher und agierte sehr effektiv. Aus vier Großchancen machte der Spitzenreiter drei Tore und gewann am Ende vor 4.691 Zuschauern nicht unverdient.

Alles war für die Spitzenpartie des 24. Spieltages vorbereitet: Über 4.500 Lok-Fans skandierten vor Spielbeginn „Wir woll’n die Loksche sehn“ und bei herrlichem Sonnenschein im Bruno-Plache-Stadion musste Lok-Trainer Rainer Lisiewicz im Vergleich zum Sieg in der Vorwoche nur auf zwei Positionen umstellen. Für den gesperrten René Ledwoch rückte Mark Gerloff in die Elf, Sven Dobiasch ersetzte Kevin Rienaß in der Abwehr. Nützte allerdings nichts - die Lok-Hintermannschaft gleich zu Beginn im kollektiven Tiefschlaf: Stephan Knoof schlug den zweiten Ball nach dem Anstoß unbedrängt ins Seiten-Aus. Die Delitzscher reagierten schnell und schickten Christian Mörschke in die Spitze. Der lief ohne jegliche Bedrängnis 20 Meter Richtung Strafraum und zog aus 15 Metern trocken ab – drin. Gerade einmal 30 Sekunden nach Spielbeginn schlug das Leder im linken unteren Toreck zum 0:1 ein. Für alle Zuschauer im Stadion die kalte Dusche und für Jan Evers wohl eine Riesenüberraschung: Der Lok-Keeper zeigte beim Abschluss von Mörschke keinerlei Reaktion. Seine Vorderleute hatten ihn allerdings auch völlig im Stich gelassen. Lok vom Rückstand nicht geschockt. Die Probstheidaer versuchten nun den Gegner früh zu stören und die Bälle bereits an der Mittellinie zu erobern. Klappte zunächst auch recht gut. Einen selbst erkämpften Ball schoss Marcel Hensgen nach vier Minuten über den Gästekasten. Fünf Minuten später versuchte es Dobiasch aus 17 Metern. Diesmal war Delitzsch-Keeper Sven Gedigk zur Stelle und drehte die Kugel noch um den rechten Pfosten. Nur 120 Sekunden danach hob Stephan Knoof den Ball in den Strafraum, doch Christopher Blümel zögerte zu lange, sodass sich Gedigk den Ball schnappen konnte. Die Loksche nun besser, aber zu uneffektiv. Nach 13 Minuten bediente Pierre Trinke Christopher Blümel an der Strafraumkante, doch dessen Drehschuss landete beim sicheren Gedigk. Auf der Gegenseite legte Mörschke auf Bezirksliga-Toptorjäger Marko Bothur. Der fackelte nicht lang und zog aus 20 Metern trocken ab. Der Ball wurde jedoch noch abgefälscht und ging so am rechten Pfosten vorbei (22). In der 28 Minute dann große Aufregung bei den Zuschauern. Robert Sommer hatte sich durch den Gästestrafraum gedribbelte und mustergültig auf René Heusels Kopf geflankt. Der Ball zappelte im Netz, doch Schiedsrichter Rainer Petsch entschied zum Unmut der Lok-Anhänger auf Abseits. Nun kochte das Stadion - doch Lok weiter zu harmlos. In der 30. Minute zog René Heusel gegen Ex-A-Jugend-Kicker Andreas Böhland in den Strafraum, sein Schuss aber nur ein Kullerball in die Arme von Gedigk. Schiedsrichter Petsch pfiff in dieser Spielphase sehr kleinlich. Beinahe jedes Duell führte zu einem Freistoß. So auch in der 41. Minute. Aus 25 Metern hielt Libero Holger Krauß drauf, doch Gedigk kratzte den Ball aus dem rechten Toreck. Den Nachschuss von Hensgen aus Drehung parierte der Delitzscher ebenfallsbravourös. Kurz vor dem Halbzeitpfiff probierte es Defensivspieler Trinko mit einem Seitfallzieher, aber auch dieser fand nicht den Weg ins Netz. So blieb es zur Halbzeit beim aus Lok-Sicht unbefriedigenden 0:1.     

Zur zweiten Hälfte kam bei den Gästen Marco Preussner für den angeschlagenen Mörschke ins Spiel. An der vorrangigen Spielrichtung änderte sich dadurch jedoch nichts. Lok weiter in der Offensive, aber auch weiter ohne Erfolg. Bei René Heusels Heber stand der Torjäger im Abseits (54.). 60 Sekunden später schoss Blümel aus 14 Metern drüber. Dann schnappte sich Robert Sommer den Ball und dribbelte sich durch den ganzen Delitzscher Strafraum. Frei vor Gedigk traf der kleine Wirbelwind aus zehn Metern aber nur das Außennetz (58.). Augenblicke später ein Gewühl am Fünfmeterraum, doch auch Blümel bringt das Leder nicht im Kasten unter. Dafür macht es Stephan Knoof besser. Nach Pass von Heusel fasst sich der Mittelfeldakteur ein Herz und zieht aus spitzem Winkel ab – 1:1 (60.). Die Zuschauer nun aus dem Häuschen und in der Annahme: „Hier geht noch was!“ Doch weit gefehlt. Nur 120 Sekunden nach dem Ausgleich die erneute Gästeführung. Nach einem schönen Doppelpass stand Roman Becker plötzlich völlig frei vor Evers und ließ dem Lok-Keeper aus 14 Metern keine Chance. Das 1:2 – ein Schock für Blaugelb. Marko Bothur hatte nur eine Minute später das 1:3 auf dem Fuß. Doch der Torschütze vom Dienst schob den Ball frei vor Evers am rechten Pfosten vorbei (63.). Bei Lok kam danach Geburtstagskind Rico Engler für Stephan Knoof ins Spiel, doch die Mannschaft wirkte weiter konsterniert. Beispiele: Robert Sommer schoss aus zwölf Metern Richtung Eckfahne (74.). Nur Sekunden später wurde der Ball im Strafraum viermal quer gespielt bis ein Delitzscher Bein klären konnte. Nach 77 Minuten versuchte es Köllner aus 17 Metern. Seinen abgefälschten Schuss fischt Gedigk locker weg. Der ESV effektiver: Doppelpass zwischen Becker und Preussner und prompt zappelt der Ball wieder im Lok-Gehäuse (78.). Einwechselspieler Preussner hatte die Pille schön über den herausstürzenden Evers ins lange Eck gehoben. Die Lok-Fans waren bedient - der Aufstieg in weite Ferne gerückt. In Scharen verließen sie das Stadion. Lok spielte dennoch weiter nach vorn. In der 82. Minute köpfte der eingewechselte Sven Hellmund über das Tor. 60 Sekunden später setzte sich Pierre Trinko bei einem Solo gegen die gesamte Delitzscher Abwehr durch. Doch anstatt in die freie rechte untere Torecke zu schießen, legte er aus vier Metern noch einmal quer auf einen Gästeakteur, der klären konnte. Plötzlich jedoch noch einmal Hoffnung im weiten Rund. René Heusel hatte eine Ecke aus sechs Metern zum 2:3 ins Netz geköpft (84.). Das Heimteam nun weiter am Drücker, aber glücklos: Zunächst strich Blümels Schuss aus 20 Metern knapp über die Latte, kurz drauf traf Gerloff aus 16 Metern nur das Außennetz. Dann noch ein Aufreger: Gedigk rammt beim Herauslaufen Blümel im Strafraum um, doch Schiedsrichter Petsch entscheidet auf Freistoß für den Keeper (87.). Danach passierte nichts mehr und Schiedsrichter Petsch pfiff, wie auch in der ersten Hälfte, superpünktlich ab. Es blieb bei der enttäuschenden 2:3-Niederlage.

Fazit: Lok geriet durch eine Schlafeinlage früh in Rückstand und spielte danach über 80 Minuten hinweg völlig verkrampft. Erst beim Stand von 1:3 zeigte das Team einige wenige ansehnliche Spielzüge. Defizite offenbarte das Team vor allem in der Abwehr, die bei den Gegentreffern zum Teil vogelwild agierte. Delitzsch hingegen spielte wie ein potentieller Aufsteiger: abgeklärt, effektiv und eiskalt im Abschluss. Für die Loksche scheint die Landesliga nun in weite Ferne gerückt. Die Lisiewicz-Truppe muss jetzt auf Aussetzer der Delitzscher und Naunhofer hoffen. Im direkten Duell der Aufstiegskonkurrenten kann am nächsten Samstag bei einem Delitzscher Sieg bereits die Vorentscheidung fallen. Lok muss am gleichen Tag um 14 Uhr seine Hausaufgaben beim Auswärtsspiel in Döbeln erledigen, um sich die kleine Aufstiegschance noch zu erhalten.

(von Matthias Löffler und Daniel Angermüller)