30. Spieltag Bezirksliga Leipzig Saison 2006/2007
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Bad Lausick
2 0

Spieldaten
 
Datum
16. Juni 2007
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
7.738
Schiedsrichter
David Zühlke (Elstertrebnitz)
Torschützen
1:0 S. Hellmund (17.), 2:0 Krauß (29./Foulelfmeter)
Gelb
Blümel, Krauß -
Gelb-Rot
Keine
Rot
Kleinert (27./Bad Lausick)

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Bad Lausick
1 Jan Evers
35 Kai Wünsche
17 Holger Krauß
2 Steve Hoppe
3 Marcel Hensgen
3 Jens Mauersberger (ab 46. 12 Mario Tripke)
23 Pierre Trinko (ab 82. 14 Kevin Rienaß)
4 Eduard Metzler
15 Sven Hellmund
5 Falk Bauer
24 Mark Gerloff (ab 67. 7 Sven Dobiasch)
6 Mathias Walter
4 René Ledwoch
7 Marcel Hengst (ab 88. 16 Christian Stadermann)
2 Robert Sommer
8 Mathias Wipper
5 Eric Eiselt
9 Tino Kleinert
10 René Heusel
10 Eric Ziffert (ab 84. 15 Michel Richter)
11 Christopher Blümel (ab 71. 9 Thomas Wetzig)
13 Sebastian Martin

Trainer
Rainer Lisiewicz
 
René Vierig

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das ist der Lohn, für die harte Saison. Ich habe immer daran und an die Mannschaft geglaubt. Nach der Niederlage gegen Delitzsch habe ich gesagt, wenn wir die restlichen Spiele gewinnen, steigen wir auf. Und so ist es auch gekommen - ich bin einfach überglücklich. Die ersten zwei Jahre waren eigentlich Pflicht-Aufstieg, dass jetzt war richtig harte Arbeit. Vor der Saison hatte ich gesagt, wir wollen Aufsteigen. Aber der Favorit war für mich Naunhof. Aus sportlicher Sicht, war es für den Gesamt-Verein einfach eine tolle Saison. Und nun sind wir nur noch eine Liga von unserem Orts-Nachbar entfernt ..."

Wertung

4 Sterne (Party-Stimmung in Probstheida - der Lohn für die harte Saison, war eine gigantische Aufstiegsfeier vor einer Rekordkulisse!)

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Spielbericht

"Nie mehr 6. Liga, nie mehr" - der 1. FC Lokomotive Leipzig feierte sich in die Landesliga Sachsen. Nach einem mehr als verdienten 2:0 (2:0) gegen den FC Bad Lausick sicherte sich die Truppe von Trainer Rainer Lisiewicz den Bezirksmeister-Titel, den Aufstieg in die fünfte Liga und damit das Double (nach dem Pokal-Gewinn). Vor einer Rekord-Kulisee von 7.738 Zuschauern (sicherlich einmalig für diese Spielklasse in Deutschland) sorgten Sven Hellmund und Kapitän Holger Krauß schon nach knapp einer halben Stunde für die Entscheidung. Der Rest war warten auf die große Aufstiegsfeier, mit jeder Menge Sekt. Und auch die Meister T-Shirts waren ein echter Hingucker: "Landesliga, wir kommen - nicht um zu bleiben"! Nach der Pokalübergabe auf der Tribüne, samt Sektdusche und "Ufta", ging's schon im Entspannungsbecken mehr als feuchtfröhlich weiter. Die Verlängerung folgte dann bei der Stadionparty in Probstheida und später in einschlägigen Leipziger Kneipen und Diskos.

Der Tag der Entscheidung in der Bezirksliga Leipzig, begann am morgen zwar noch mit regen - doch im laufe des Tages setzte sich immer mehr die Sonne durch. Und schon um 13 Uhr begann das Verkehrschaos auf den Zufahrtswegen, tausende Lok-Fans machten sich auf nach Probstheida. Verstopften unter anderem die Prager Straße - lange Schlangen an der Kasse, obwohl der Verein exakt 4.127 Karten im Vorverkauf absetzte. Jeder wollte sich den wohl wichtigsten Tag, seit der Neugründung 2003 nicht entgehen lassen. Auch die Leitungen nach Naunhof waren "gelegt". Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste heute auf die gesperrten Rico Engler (Rot), Stephan Knoof und Anton Köllner (beide 5. Gelbe) verzichten. Dafür rutschte Marcel Hensgen in die Lok-Abwehr, auf der Bank nahm zudem A-Jugend-Talent Ralf Schreiber für den Notfall Platz. Bei den Gästen durfte Torhüter Kai Wünsche (auch weil der Stammkeeper im Urlaub weilt) seinen Abschied feiern. Vor dem Anpfiff wurden noch Ersatzkeeper Christoph Milkau (nach Neuruppin) und sein Vater Peter Milkau verabschiedet. Rein ins Spiel: Lok legte gleich los wie die Feuerwehr, wollte die schnelle Entscheidung. Und nicht wie im Hinspiel (Siegtreffer in der Nachspielzeit) oder im Pokal-Finale (Entscheidung erst im Elfmeterschießen)! In der 3. Minute bediente Eric Eiselt den flinken Robert Sommer, der aber aus 14 Metern links vorbei schoss. Das die Gäste kein "Kanonenfutter" sein wollten, bewiesen sie spätestens in der 7. Minute, als sie die erste Ecke im Spiel herausholten. Doch die erste Großchance auf der Gegenseite: Sommer flankte von rechts, Christopher Blümel kommt aus 5 Metern an den Ball. Keeper Wünsche ist dazwischen und legt das Leder zunächst gegen das rechte Dreiangel und davon prallt die Kugel noch auf die Querlatte. Im Nachschuss scheiterte dazu auch noch der heute glücklose René Heusel (9.). Lok stürmte weiter munter nach vorn - und wurde in Minute 17 belohnt. Heusel setzt sich auf rechts durch, zieht eine Flanke Richtung Strafraummitte. Dort steigt der "Held der Vorwoche", Sven Hellmund" hoch und wuchtet das Leder aus 7 Metern (wieder per Kopf) in die Maschen. 1:0 - und die Party konnte beginnen! Sekunden später fast der zweite Lok-Treffer, als FCB-Kapitän Tino Kleinert patzte und René Heusel auf Kai Wünsche zu lief. Doch der Gäste-Keeper rettete per Fußabwehr und auch beim Nachschuss von René Ledwoch aus 14 Metern war Wünsche zu stelle. Nächster Aufreger dann in der 27. Minute, als Eric Eiselt pressing spielte und so Tino Kleinert zu einem schlimmen Fehler zwang. Das Leder prallte genau zu René Heusel, der allein durch ist - im Strafraum dann aber von Kai Wünsche und Kleinert gestoppt wird. Schiri David Zühlke aus Elstertrebnitz entschied sofort auf Foulelfmeter und schickte Kleinert mit Rot vom Platz. Gelb hätte es hier sicherlich auch getan! Aber aus Lok-Sicht egal, da Kapitän Holger Krauß sicher zur 2:0-Entscheidung einschob. Doch die Loksche wollte noch mehr ... Nur 120 Sekunden bediente Pierre Trinko Heusel, der aus 3 Metern am langen Pfosten vorbei schoss. In der 35. Minute die nächste dicke Heusel-Chance, doch wieder rettete Torhüter Wünsche aus 4 Metern. Drei Minuten schickte der agile Heusel seinen Sturmpartner Christopher Blümel, der aber rechts vorbei zielte (aus 14 Metern). Jetzt schwappte schon die "La Ola" durchs weite Rund, während Steve Hoppe die einzige kleine Chance für Bad Lausick vergab (40.). Kurz vor dem Pausenpfiff probierte sich Mark Gerloff aus 15 Metern, Wünsche ließ prallen - aber den Nachsetzer von Robert Sommer lenkte der FCB-Torhüter dann noch zur Ecke. Halbzeit ...

In der zweiten Halbzeit schaltete die Loksche zwei Gänge zurück, die Partie war entschieden - und auch Blau-Weiß spielte mit. Führte später sogar in Naunhof. Deshalb passierte nicht mehr viel. Zunächst setzte sich René Heusel auf rechts durch, aber aus 7 Metern scheiterte Robert Sommer wieder am starken Kai Wünsche (51.). Fünf Minuten später haute Mark Gerloff (nach Blümel-Pass) aus 12 Metern drüber. Danach viel Leerlauf, La Olas und Feiertänze. Auf den Platz setzte Heusel einen Kopfball ans Außennetz (74.) und Einwechsler Dobiasch scheiterte aus 12 Metern (natürlich) an Kai Wünsche (80.). An den Abpraller kommt Heusel noch mit links ran, doch Wünsche stoppte die Kugel irgendwie auf der Torlinie. In der 85. Minute eine Doppelchance des 1. FC Lok, als Eduard Metzler per Kopf beinah ins eigne Netz traf und Thomas Wetzig (ebenfalls per Kopf) aus 7 Metern scheiterte. Die letzte Chance dann mit dem Schlusspfiff um 16.44 Uhr, doch Robert Sommer traf aus 8 Metern freistehend nur das Außennetz. Die Jubel-Party konnte beginnen ... Während sich die Mannschaft in der Kabine schnell noch die Harre gelb-blau "sprayte", durften die Fans auf den Rasen. Einige unverbesserlichen wollten dabei ein Plakat abreisen, wurden aber von anderen Fans gestoppt. Danach nahm die Party aber richtig fahrt auf. Mit allen was (für Lok-Verhältnisse) dazu gehört ... der Meister-Pokal wurde als gigantisches Sekt-Glas genutzt. Coach Rainer Lisiewicz bekam die obligatorische Sektdusche, während Abwehrspieler Pierre Trinko seinen Haarschopf opferte. Nach einer kräftigen Ufta, ging's weiter ins Entspannungsbecken und dann zur Stadionparty ...

Fazit: Lok gewann verdient und sicherte sich so, den vor einigen Wochen noch nicht für möglich gehaltenen, Aufstieg in die Landesliga. Ein ganz wichtiger Schritt in der Entwicklung des Vereins ist damit getan und wie sagen die Meister T-Shirts so schön "Landesliga, wir kommen - aber nicht um zu bleiben". Möglichst in den nächsten zwei Jahren soll der Sprung in die Oberliga gelingen. Freuen wir uns aber schon jetzt, auf eine spannende Saison in der Landesliga. Und denken zurück, an eine wohl unvergessliche Saison - mit jeder Menge Höhen und Tiefen.

(von Ronny John)