1. Runde Landespokal Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

BSV 68 Sebnitz
1 0

Spieldaten
 
Datum
15. September 2007
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
keine (Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit)
Schiedsrichter
Enrico Jahn (Plauen)
Torschützen
1:0 Engler (5.)
Gelb
Hensgen, Heusel, Wetzig - Kühn, Nebes, Pokorely
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
BSV 68 Sebnitz
1 Jan Evers
20 Dominik Oppitz
17 Holger Krauß
20 Ratislav Broum
16 Manuel Starke
19 Marc Erdmann
19 Anton Köllner (ab 22. 24 Robert Roscher)
13 Phil Hoffmann
2 Robert Sommer
16 David Kunes
3 Marcel Hensgen
18 Alfred Kühn
5 Eric Eiselt
14 Michael Kunze
7 Alexander Kunert
8 Falk van Kolck
21 Rico Engler (ab 76. 15 Sven Hellmund)
9 Pierre Nebes
10 René Heusel (ab 70. 9 Thomas Wetzig)
10 Radek Miratsky (ab 61. 7 Thomas Schmuck)
22 Ralf Schreiber
11 Martin Pokorely

Trainer
Rainer Lisiewicz
Udo Schmuck

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden. Nach der Pleite vor zwei Wochen wollten wir die starken Sebnitzer diesmal nicht zum Kontern kommen lassen und das hat super geklappt."

Wertung

2,5 Sterne (Vor leeren Rängen kam ein starker Gegner in einem kampfbetonten, aber insgesamt schwachen Spiel nicht zur Entfaltung. Jetzt heißt es: Mund abwischen und auf ein gutes Los im Achtelfinale hoffen!)

40 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Gruselatmosphäre am Samstagnachmittag in Leipzig-Probstheida: Stell Dir vor, Lok spielt und keiner darf hin! Nach dem Urteil des Sächsischen Fußballverbands im Zusammenhang mit den Krawallen vom 10. Februar ist dieses Alptraum-Szenario leider bittere Realität. Als die Mannschaften aufs Spielfeld laufen, befinden im weiten Rund des Bruno-Plache-Stadions handgezählte 61 Zuschauer, allesamt Ordner, Journalisten und Offizielle. Statt Anfeuerungen, Sprechchören und Wechselgesängen hört man nur das Rauschen des kalten Nordwinds in den Baumkronen und vor allem die lautstarken Anweisungen von Lok-Kapitän Holger Krauß, der mit solch einem Organ und einer soliden musikalischen Ausbildung wohl auch hätte Opernsänger werden können.

Im Vergleich zur bitteren 1:4-Klatsche gegen Sebnitz vor zwei Wochen dampft die Loksche mit zwei Veränderungen aufs Feld: Sven Hellmund und René Ledwoch müssen auf der Ersatzbank Platz nehmen, dafür dürfen Rico Engler auf der linken Außenbahn und Marcel Hensgen als Staubsauger vor der Abwehr ran. Nachdem man von den Gästen zuletzt gnadenlos ausgekontert worden war, ist zudem die taktische Grundausrichtung defensiver. Lok lässt den Gegner etwas mehr kommen, macht dafür aber im Mittelfeld die Räume so eng wie möglich. Auch Gästetrainer Udo Schmuck hat seine Aufstellung ordentlich durchgemischt: Im Tor steht diesmal Dominik Oppitz, Kapitän Martin Pokorely zieht im Mittelfeld die Fäden und auch Torjäger Radek Miratsky darf von Beginn an spielen. Zudem soll Ex-Erzgebirge-Aue-Profi Rostislav Broum die Abwehr zusammenhalten. Nützt nix, denn Lok ist zu Beginn wacher. Schon nach zwei Minuten die erste dicke Chance für den FCL: Eric Eiselts Ecke von links findet den Kopf von Anton Köllner, aber ein Sebnitzer kann noch auf der Linie klären. Nach vier Minuten ist es dann soweit: BSV-Verteidiger Alfred Kühn träumt wohl noch vom Kantersieg vor zwei Wochen und vertändelt im eigenen Strafraum den Ball. Rico Engler sagt danke und schiebt aus acht Metern am chancenlosen Keeper Oppitz vorbei ins Netz. Danach viel Kampf und Krampf mit wenigen Möglichkeiten auf beiden Seiten, dafür aber einer unglücklichen Aktion für Lok. Anton Köllner knickt in der 20. Minute ohne Einwirkung seines Gegenspielers um und muss kurz darauf für Robert Roscher ausgewechselt werden. Erste Diagnose von Physiotherapeut Uwe Zimmermann: Mittelfußbruch. Berichtenswert ist aus der ersten Halbzeit sonst nur noch ein strammer Schuss von Flügelflitzer Robert Sommer aus 16 Metern, der aber einen Meter am Tor vorbei zischt (26.). Sebnitz spielt sehr bemüht, hat mehr Ballbesitz und klare Feldvorteile, aber bis auf einige harmlose Schüsse und einen Freistoß in die Mauer kommt nichts Zählbares dabei zustande.

Und auch nach der Halbzeit wird die Partie nicht schöner. Zwar haben die Gäste weiter mehr vom Spiel, gefährlich wird es aber selten. In der 48. Minute will Eiselt am eigenen Strafraum klären, spielt aber quer auf den verduzten Gästetorjäger Nebes, der die Kugel aus 15 Metern am Kasten vorbei schlenzt. Danach Sebnitz nur noch durch Distanzschüsse gefährlich (61./70.), die jedoch allesamt zu harmlos sind. Lok setzt derweil auf Konter, kommt aber nach einigen schönen Spielzügen nicht zum finalen Schuss (Schreiber 66./Engler 75.). Kurz vor Schluss hat nach einer Eiselt-Ecke Robert Sommer die Chance, per Kopf auf 2:0 zu erhöhen, doch der Ball landet genau in den Armen des Gäste-Torwarts – ein Kopfballungeheuer der Marke Horst Hrubesch wird aus dem kleinen Dauerläufer wohl nicht mehr werden. Danach kam der Schlusspfiff und die beste Aktion des Nachmittags: Die Lok-Spieler liefen zum Stadion-Eingang, vor dem ungefähr 30 Unentwegte ausharrten und klatschten mit ihren Fans ab.

Unterm Strich steht ein Sieg gegen eine unangenehme Sebnitzer Mannschaft und der Einzug ins Pokal-Achtelfinale, einen Schönheitspreis hat diese Partie jedoch nicht verdient. Negativ: Anton Köllner wird wohl die nächsten Monate fehlen. Positiv: Robert Roscher spielte nach seiner Einwechslung eine solide und abgeklärte Partie und zeigte, dass er in der Innenverteidigung eine ernstzunehmende Alternative sein kann. Das Schlusswort erhält an dieser Stelle Holger Krauß: „Vor leeren Rängen zu spielen ist Scheiße und macht keinen Spaß. Darauf können wir in Zukunft gerne verzichten.“ Amen!

(von Carsten Muschalle)