Rückspiel Aufstiegs-Relegation zur Oberliga  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Schönberg 95
0 1

Spieldaten
 
Datum
22. Juni 2008
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Zentralstadion (Leipzig)
Zuschauer
9.949
Schiedsrichter
Martin Hofmann (Dachwig)
Torschützen
0:1 Okuyama (79.)
Gelb
Knoof, Kunert, Rienaß - Kalbau, Radom, Klingenberg
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Schönberg 95
1 Jan Evers
16 Norman Köhlmann
17 Holger Krauß
23 Christian Klingenberg
16 Manuel Starke
4 Alexander Frank
19 Anton Köllner
14 Mamadou Sabaly (ab 85. 3 Marcus Klaczinski)
3 Marcel Hensgen
8 Paul Manthey
14 Kevin Rienaß (ab 80. 15  Sven Hellmund)
9 Yuzuru Okuyama
13 Stephan Knoof
11 André Kalbau (ab 73. 25 Dmytro Grybkov)
7 Alexander Kunert
17 Thomas Manthey
16 Steven Aßmann
18 Christian Radom
22 Ralf Schreiber (ab 70. 24 Robert Roscher)
21 Serkan Rinal (ab 46. 7 Benjamin Brügmann)
21 Rico Engler (ab 59. 10 René Heusel)
22 Alexander Fogelt

Trainer
Rainer Lisiewicz
Christiano Dinalo Adigo

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das war die schönste Niederlage meiner Karriere! Jetzt freuen wir uns alle darauf, in der nächsten Saison in der Oberliga zu spielen."

Wertung

2,5 Sterne (Kein schönes Spiel der Loksche, dafür aber Spannung pur! Am Ende steht eine unwichtige Niederlage und ein Aufstieg, dessen Wichtigkeit gar nicht in Worte zu fassen ist.)

97 Fotos und 3 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

 

Trotz Zitterspiel mit absoluter Herzinfarktgefahr: Der 1.FC Lok ist wieder da angekommen, wo Vorgänger VfB Leipzig vor vier Jahren nach seiner zweiten Insolvenz endgültig die Segel streichen musste - in der Oberliga. Nachdem 26 Stunden vorher ein anderer hiesiger Fußballverein (Name der Redaktion bekannt) im Leipziger Zentralstadion die Qualifikation für die Regionalliga klar machte, dampfte der 1.FC Lok im Relegations-Rückspiel gegen den McPom-Ligisten FC Schönberg trotz 0:1 (0:0)-Niederlage zurück ins Glück.

Im vielleicht wichtigsten Spiel seit der Neugründung musste Coach Rainer Lisiewicz neben den Langzeitverletzten Sommer und Wetzig auch auf René Ledwoch (Schulterverletzung) und Eric Eiselt (Bandscheibenprobleme) verzichten, zudem nahm der im Hinspiel eher suboptimal spielende Sven Hellmund zunächst auf der Bank Platz. Dafür im Vergleich zur Vorwoche mit dabei: Das wieder genesene Kampfschwein Marcel Hensgen als beinharter und laufstarker Abräumer vor der Abwehr und Kevin Rienaß als emsiges Arbeitsbienchen auf der rechten Außenbahn. Noch größer die Personalsorgen beim FC Schönberg - dort fehlten die beiden Routiniers Marko Riegel und Sven Wittfot, die im Hinspiel verletzt ausgewechselt werden mussten, dafür spielten Mamadou Sabaly und Christian Klingenberg.

Beide Teams spielten in der ersten Hälfte sehr defensiv und abwartend, Torraumszenen daher ähnlich selten wie Wasser in der Wüste - dafür die gefühlte Temperatur auf dem Platz durchaus Sahara-ähnlich. Die erste Chance im Spiel gab's für Schönbergs Radom, der  nach fünf Minuten ungehindert köpfen, aber der Ball genauso harmlos wie die Lok-Kopfbälle von Schreiber (12.), Starke (15.) und Aßmann (35.). Beste Chance  in der ersten Hälfte dann nach 37 Minuten: Kunert schlägt eine schöne Flanke aus dem linken Halbfeld, Jungspund Aßmann köpfelt wie weiland "Uns" Uwe Seeler mit dem Hinterkopf, aber Schönberg-Hüter Köhlmann konnte den Ball gerade noch über die Latte fausten. Anschließend waren nur noch die Gäste mit mehreren, allerdings allesamt harmlosen Freistößen zu sehen, bevor Schiri Hofmann ein Einsehen hatte und pünktlich zum Pausentee pfiff.

In der zweiten Halbzeit dann dasselbe Bild: Lok superdefensiv und auch Schönberg nicht eben mit übersprudelndem Angriffsfußball, sodass die Zuschauer statt rassigen Torraumszenen viel Kampf und Krampf im Mittelfeld und schier endlose Kopfballstafetten sehen mussten. Ein großartiger Lok-Konter dann aber in der 58. Minute: Ralf Schreiber setzte sich auf der linken Außenbahn gleich gegen drei Verteidiger durch und seine Flanke fand Rico Engler, der aus zehn Metern volley abzog, aber das Tor in der Höhe leider deutlich verfehlte. Danach Schönberg optisch weiterhin deutlich überlegen, einzige nennenswerte Chance blieb jedoch wiederum ein Freistoß, der knapp am Tor vorbei strich. Lok weiterhin mit dem Versuch zu kontern, was allerdings allzu oft beim bloßen Versuch blieb. Wie aus heiterem Himmel in der 79. Minute dann der Schönberger Führungstreffer: Ausgerechnet der kleinste Mann auf dem Platz, der Japaner Yuzuru Okuyama, kann aus sechs Metern dem verdutzten, aber chancenlosen Evers durch die Beine köpfen. Was danach kam, war nichts für schwache Nerven. Schönberg drückte mit allem, was zwei Beine hatte und Lok verteidigte mit Mann, Maus und allerletzter Kraft das goldene, weil Oberliga bedeutende 0:1. Dann Schlusspfiff der Schlusspfiff: Nicht zentner-, nein tonnenschwere Steine fielen von knapp 10.000 Herzen und machten Platz für Jubel Trubel, Heiterkeit. Was danach noch kam waren Emotionen pur mit Ehrenrunden, La Olas, Uffta und Freudentränen.

Was blieb übrig vom (Sonn-)Tage? Schön gespielt hat die Mannschaft des 1.FC Lok nicht an diesem Sonntag, aber interessiert hat das nach dem Abpfiff niemanden mehr, denn die knappe Niederlage bedeutete trotz allem den von Mannschaft, Trainerteam, Vereinsführung und natürlich Fans ersehnten Aufstieg.

(von Carsten Muschalle)