3. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

BSV 68 Sebnitz
1 4

Spieldaten
 
Datum
01. September 2007
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.876
Schiedsrichter
Jens Breidel (Zöblitz)
Torschützen
0:1 Nebes (16.), 0:2 Kunze (21.), 1:2 Ledwoch (25.), 1:3 Kunze (30.), 1:4 Miratzky (65.)
Gelb
Sommer, Eiselt, Heusel, S. Hellmund - Grandl, Hoffmann, Horinek, Kühn
Gelb-Rot
Hensgen (85./Lok)
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
BSV 68 Sebnitz
1 Jan Evers
1 Michal Unger
17 Holger Krauß
17 Mathias Grandl (ab 46. 7 Thomas Schmuck)
16 Manuel Starke
3 Roman Ladra
19 Anton Köllner
13 Phil Hoffmann
2 Robert Sommer
5 Jiri Horinek
15 Sven Hellmund (ab 58. 21 Rico Engler)
19 Marc Erdmann
5 Eric Eiselt
14 Michael Kunze
4 René Ledwoch (ab 70. 3 Marcel Hensgen)
8 Falk van Kolck
7 Alexander Kunert
9 Pierre Nebes
10 René Heusel (ab 58. 9 Thomas Wetzig)
16 David Kunes
22 Ralf Schreiber
18 Alfred Kühn (ab 56. 10 Radek Miratzky)

Trainer
Rainer Lisiewicz
Udo Schmuck

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Sebnitz hatte heute fünf Angriffe und hat daraus vier Tore gemacht. Das war unheimlich effektiv. Zudem haben vier bei drei der vier Gegentore Pate gestanden. Insgesamt waren sie nicht besser als Grimma oder Markkleeberg, hatten heute aber den Tag erwischt, um uns zu schlagen.“

Wertung

2 Sterne (Die gesamte Lok-Truppe erlebte einen rabenschwarzen Tag - hoffentlich ein Dämpfer zur richtigen Zeit!)

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Spielbericht

Ganz herber Dämpfer für den 1. FC Lok: Der (ehemalige) Spitzenreiter der Landesliga kassierte am dritten Spieltag der Saison 2007/08 gegen den BSV 68 Sebnitz mit 1:4 (1:3) die erste Niederlage. Wer dachte, der FCL würde weiter durch Liga fünf spazieren, wie in den ersten beiden Partien, wurde in diesem Match eines besseren belehrt. Die Gäste agierten cleverer und blieben vor dem Tor eiskalt. Zudem erwischte Keeper Jan Evers einen rabenschwarzen Tag.

Trainer Rainer Lisiewicz vertraute der erfolgreichen Startelf der Vorwoche. Verteidiger Manuel Starke ging allerdings angeschlagen in die Partie – trotz Zerrung im Gesäßmuskel lief der ehemalige Leverkusener von Beginn an auf. Die Loksche, die im etwas ungewohnten gelb-weißen Outfit kickte, legte gleich gut los: Ralf Schreiber köpfte nach 180 Sekunden eine Eiselt-Flanke am Tor vorbei. Danach aber erst einmal viel Leerlauf im Spiel und die Lok-Kicker mit einigen Unachtsamkeiten. Vorerst konnten die Gäste aus Sebnitz jedoch keinen Profit daraus schlagen. In der elften Minute dann ein Foul an Alexander Kunert am rechten Strafraumeck. Wie in der Vorwoche trat Libero Holger Krauß an, fand diesmal aber in Hüter Michal Unger seinen Meister. Dann die 16. Minute: Nach einer Ecke verpasst Manuel Starke am Fünfmeterraum. Sebnitz schaltet blitzschnell mit einem Steilpass auf Pierre Nebes. Der Stürmer, der in der Vorsaison noch 15 Tore für Dynamo Dresden II schoss, übertölpelte Eric Eiselt und schob den Ball aus 14 Metern eiskalt zum 0:1 ins Netz - das erste Lok-Gegentor in dieser Saison. In der 21. Minute gleich die nächste eiskalte Dusche: Bei einem Freistoß von der linken Seite schläft die gesamte Hintermannschaft und Michael Kunze drückt den Ball am kurzen Pfosten aus acht Metern zum 0:2 ins Tor. Jan Evers sah dabei nicht gut aus. Was für ein denkbar schlechter Auftakt in diese Partie. Die Antwort der Loksche folgte zwei Minuten später. Krauß trat einen Freistoß von links auf Ralf Schreibers Schädel, doch Unger kratzte mit einem tollen Reflex den Ball aus dem Toreck (23. Minute). 120 Sekunden danach war es dann aber soweit. Erneut ein Krauß-Freistoß von links und diesmal stieg René Ledwoch hoch und köpfte über den herausstürzenden Unger ins linke Dreiangel – nur noch 1:2 (25.). Doch wer nun dachte, jetzt ginge die Aufholjagd weiter, wurde stark getäuscht. In der 30. Minute folgte der nächste Konter der Gäste und auch das nächste Gegentor. Michael Kunze marschierte von der Mittellinie über die rechte Seite Richtung Strafraum. Starke und Krauß griffen nicht an, so dass Kunze einfach mal aus 17 Metern abzog und damit Jan Evers sichtlich überraschte. Der fiel im Zeitlupentempo und ließ den Ball über die Hände zum 1:3 ins linke Toreck rutschen. Kurz vor dem Pausenpfiff die erste Aktion von René Heusel im gesamten Spiel: seinen Dropkick aus 18 Metern lässt Unger nach vorn abprallen, doch kein Lok-Akteur ist da, um die Gelegenheit auszunutzen. Dann war Halbzeit und Trainer Rainer Lisiewicz vom Auftritt seiner Elf in der ersten Hälfte bedient.

In der Pause zogen dunkle Wolken über dem Bruno-Plache-Stadion auf. Sollten die Zeichen nun auf Sturm stehen? Die Probstheidaer Kicker standen jedenfalls schon nach zehn Minuten wieder auf dem Feld. Es schien als ob die Halbzeitansprache von Coach Lisiewicz kurz und deutlich war. Die erste Chance in der zweiten Hälfte hatte René Heusel, der nach einer Sommer-Flanke aus zehn Metern auch zehn Meter am Tor vorbei schoss (49.). Dann plötzlich Feuer im Spiel. Nach einem Foul an Holger Krauß geraten René Heusel und Jiri Horinek aneinander und sehen dafür beide Gelb. In Minute 58. reagiert Trainer Lisiewicz und bringt Thomas Wetzig und Rico Engler für Sven Hellmund und den schwachen René Heusel ins Spiel. Bringt zunächst aber nichts. Vielmehr holen die Sebnitzer zum vierten Streich aus: Der eingewechselte Radek Miratsky, der in der vergangenen Saison 15 Buden für die Gäste machte, beförderte einen 35-Meter Freistoß genau ins rechte Dreiangel (65.). Leider sah Hüter Evers dabei erneut nicht gut aus. In der 71. Minute legte Robert Sommer für den kurz zuvor eingewechselten Marcel Hensgen auf, der aber aus 14 Metern weit am Tor vorbei schoss. Nur 60 Sekunden danach probierte es Rico Engler aus 20 Metern. Sein Schuss klatschte jedoch nur an den rechten Pfosten. Die Loksche rannte immer weiter an, zählbares kam aber nicht dabei raus. Sebnitz stand hinten sicher und blieb bei Kontern gefährlich. So rette Jan Evers nach 81 Minuten gut gegen den völlig frei stehenden Nebes. Kurz vor Schluss dann noch einmal Hektik auf dem Platz. Zunächst grätschte der bereits verwarnte Marcel Hensgen in Hüter Michal Unger – Schiedsrichter Jens Breidel aus Zöblitz beließ es bei einer letzten Ermahnung. Nur Sekunden später ging der Lok-Akteur erneut gefährlich in einen Zweikampf, was ihm die gelb-rote Karte einbrachte (85.). Fast mit dem Abpfiff hätte David Kunes noch das fünfte Sebnitzer Tor geschossen, doch diesmal reagierte Evers wieder gut. So blieb es beim aus Lok-Sicht enttäuschenden 1:4.

Fazit: Der 1. FC Lok ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Clevere Sebnitzer zeigten den Probstheidaern ihre Grenzen auf und legten Schwächen in der Hintermannschaft offen, die in den ersten beiden Partien nicht zu sehen waren. Bleibt zu hoffen, dass dies ein Weckruf für die Kicker war, die schmerzlich erkennen mussten, dass die Landesliga trotz der leichten ersten Siege kein Zuckerschlecken wird. Gelegenheit zur Revanche haben die Lok-Kicker bereits in 14 Tagen (15. September, 15 Uhr). Dann geht es im „Geister-Landespokalspiel“ erneut gegen die Sebnitzer, die sicherlich mit breiter Brust nach Probstheida zurückkehren werden.

(von Daniel Angermüller)