7. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

FC Oberlausitz Neugersdorf

1. FC Lokomotive Leipzig
1 2

Spieldaten
 
Datum
06. Oktober 2007
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
ENSO Oberlausitz-Arena (Neugersdorf)
Zuschauer
846
Schiedsrichter
 
Torsten Junghof (Chemnitz)
Torschützen
1:0 Grimm (1.), 1:1 Ledwoch (13.), 1:2 Krauß (86./Foulelfmeter)
Gelb
Hubeny, Uhlig, Hensel - Hensgen, Kunert
Gelb-Rot
Keine
Rot
Evers (71./Lok)

Aufstellung
FC Oberlausitz Neugersdorf
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Jan Zelenka
1 Jan Evers
2 Oliver Göschnick
17 Holger Krauß
6 Benjamin Hoßmang
23 Pierre Trinko
7 Thomas Hentschel
16 Manuel Starke
10 Falko Thomas
3 Marcel Hensgen
11 Miroslav Hubeny
 
22 Ralf Schreiber (ab 68. 2 Robert Sommer)
13 Dirk Gierich (ab 72. 9 Maik Schirmer)
7 Alexander Kunert
14 Sebastian Uhlig
4 René Ledwoch
15 Oliver Grimm
5 Eric Eiselt (ab 59. 15 Sven Hellmund)
17 Tino Hensel (ab 75. 4 Marc Stübner)
10 René Heusel (ab 59. 9 Thomas Wetzig)
18 Mirko Albert
21 Rico Engler

Trainer
Dirk Havel
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Die drei Punkte waren natürlich das beste Fußballgeschenk. Sonst war es ein sehr verkrampftes Spiel von beiden Seiten. Im Endeffekt war es ein Arbeitssieg, mit einer spannenden Schlussphase. Aber ein Kompliment an die Mannschaft, dass sie dieses Spiel noch drehen konnte!"

Wertung

3 Sterne (Ganz schwacher Kick, aber mit jeder Menge Spannung und Dramatik in der Schlussphase!)

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Spielbericht

Auswärtssieg zu zehnt: Ein schwacher Kick, kann auch spannend und dramatische sein. Der beste Beweis: Der heutige, durchaus glückliche, 2:1 (1:1)-Arbeitssieg des 1. FC Lokomotive Leipzig beim FC Oberlausitz Neugersdorf. 846 Zuschauer (darunter ca. 400 Lok-Fans) in der ENSO-Oberlausitz Arena sahen schon nach 11 Sekunden den frühen Lok-Rückstand. Doch René Ledwoch und ein etwas glücklicher Foulelfmeter von Holger Krauß drehten das Spiel noch. Und das ohne Torhüter - Jan Evers flog in der 71. Minute wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz. Da schon drei mal gewechselt wurde, musste Manuel Starke fortan den Lok-Kasten sauber halten. Mit Erfolg, aber der Reihe nach ...

Geburtstagskind und Lok-Coach Rainer Lisiewicz stellte gegenüber der Vorwoche zweimal um. Im Abwehrbereich bekam Pierre Trinko erstmals in der Saison, für Robert Roscher, eine Bewährungschance. Dazu rückte Marcel Hensgen nach Gelb-Rot wieder in die Stammformation - dafür musste Sven Hellmund auf der Bank Platz nehmen. Los ging es gleich mit einer mega kalten Dusche nach nur 11 Sekunden. Anstoß für Neugersdorf, die Kugel kommt über rechts Richtung langen Pfosten - dort lauerte Oliver Grimm und versenkt aus 11 Metern fast unbedrängt zum 0:1. Was für ein Schock, doch Lok stürmte fortan nur noch nach vorn. So schnappte sich in der 6. Minute Stürmer Rico Engler die Kugel, schaltet den Turbo gegen drei Mann ein - und trifft aus 10 Metern nach tollen Solo nur den rechten Pfosten. Sechs Minuten später bediente der agile René Ledwoch den flinken Rico Engler, der von rechts Richtung langen Pfosten abzog - dort rutschte aber René Heusel knapp am Ausgleich vorbei. Die Erlösung dann aber Sekunden später: Lok-Kapitän Holger Krauß flankte von rechts und am linken Pfosten steht René Ledwoch goldrichtig und trifft per Kopfball-Bogenlampe ins rechte Dreiangel zum umjubelten 1:1-Ausgleich. Doch plötzlich war es mit dem Spielwitz bei der Loksche vorbei - die Partie schlief fast ein. Ein Grund vielleicht auch die blutige Verletzung von Youngster Ralf Schreiber unter dem rechten Auge (großer Riss nach einem Zweikampf im Mittelfeld). Schreiber wurde minutenlang behandelt und bekam im Krankenwagen ein Pflaster verpasst. Und nach zehn Minuten ging es für ihn weiter. In der 22. Minute probierte es Miroslav Hubney aus 20 Metern - drüber. Danach passierte lange nichts - das Lok-Mittelfeld auf einmal nicht mehr zu sehen. Ein Fehlpass nach dem anderen und dazu stand Neugersdorf kompakt in der Abwehr. Dafür wackelte in der 40. Minute die Lok-Hintermannschaft. Keiner bekam die Kugel weg und Sebastian Uhlig zog aus 14 Metern einfach mal ab - und traf zum Glück nur die Unterkante der Querlatte. Durchatmen und ab in die Pause, obwohl es Engler noch einmal aus 16 Metern probierte (45.) ...

Durchgang zwei wäre in einem Satz erzählt, wenn da nicht die 71. Minute gewesen wäre. Bis dahin passierte rein gar nichts, statt dessen wurde es langsam kühl im beschaulichen Neugersdorf. Plötzlich ist Oliver Grimm frei durch, Keeper Jan Evers kommt aus seinem Kasten geeilt und grätscht Grimm außerhalb des Strafraums das Leder vom Fuß - aber nicht ganz sauber. Der umsichtige Schiri Torsten Junghof aus Chemnitz zog sofort die Rote Karte wegen einer Notbremse. Evers dampfte sauer vom Rasen - und entschuldigte sich dabei bei den mitgereisten Fans. Da Lok schon drei mal gewechselt hatte, musste folglich ein Feldspieler in den Kasten. Und wer bot sich da besser an, als ein Bruder eines Bundesliga-Keepers - Abwehrmann Manuel Starke. Und der machte seine Sache gut und die Gäste aus der Messestadt waren auf einmal aufgewacht. Und fingen an gefährlich zu Kontern. Einer dieser Konter hätte Falko Thomas in der 82. Minute beinah ins eigne Tor gelenkt. Drei Minuten später bewies Einwechsler Thomas Wetzig seine Schnelligkeit. Über links tankte er sich in den Strafraum und bis zur Grundlinie durch. FCO-Kapitän Falko Thomas bedrängte ihn, hielt am Trikot - Wetzig fällt und Schiri Junghof zeigte plötzlich auf den Punkt. Kapitän Holger Krauß schnappte sich entschlossen das Leder, während FCO-Coach (und Ex-Leipziger) Dirk Havel wegen Meckerns seinen Platz auf der Bank räumen musste. Krauß lief an, Keeper Zelenka zuckte zu schnell und der Lok-Kapitän versenkte sicher zum 2:1 in die Mitte. Riesen-Jubel auf dem Rasen und bei den 400 mitgereisten Leipziger. Ab in die Schlussminuten: Lok schlug die Bälle jetzt nur noch raus, sehnte den Abpfiff herbei. In der 88. Minute zog Oliver Göschnick aber noch mal aus 12 Metern ab, doch Manuel Starke packte sicher zu. Und nach drei endlosen "Extra-Minuten" besiegelte Schiri Junghof mit einem entschlossenen Pfiff den Auswärtserfolg ...

Fazit: Ein glücklicher Auswärts-Dreier des 1. FC Lok, in einem spannenden, wenn nicht sogar hoch dramatischen Spiel - das aber sonst fast nichts zu bieten hatte. Zu oft geriet die Lok-Abwehr ins schwimmen, zu wenig kam aus dem Mittelfeld - und so kamen auch die Auswechslungen von Eric Eiselt und René Heusel nicht überraschend.  Unverständlich auch, wie im ersten Durchgang die Spieler wegrutschten - statt zu den Stollen, wohl lieber zu besseren Turnschuhen griffen. Aber sind wir nun gespannt auf das Derby in einer Woche (14.10., 14 Uhr) im Leipziger Zentralstadion gegen den FC Sachsen II. Dann mit Sicherheit ohne Jan Evers, aber wohl mit Kevin Eck im Lok-Kasten. Und hoffentlich einer klaren Leistungssteigerung, sonst wird es gegen den heißen Sachsen-Nachwuchs keine Punkte geben ...

(von Ronny John)