13. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

FV Dresden 06 Laubegast

1. FC Lokomotive Leipzig
1 1

Spieldaten
 
Datum
24. November 2007
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.761
Schiedsrichter
 
Enrico Jahn (Plauen)
Torschützen
0:1 Engler (42.), 1:1 Heiße (74.)
Gelb
Kaiser, M. Hemmann, Jank, Seifert - Ledwoch, Hensgen, Knoof, Sommer
Gelb-Rot
Eiselt (53./Lok), Heiße (80./FVL)
Rot
Keine

Aufstellung
FV Dresden Laubegast
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Axel Mittag
1 Jan Evers
17 Martin Hemmann
17 Holger Krauß
16 Robert Heiße
13 Stephan Knoof
5 Falk Terjek
16 Manuel Starke
13 Frank Kaiser
3 Marcel Hensgen
15 Tony Schmidt (ab 83. 14 Svilen Stoilov)
 
15 Sven Hellmund
9 Ronny Jank
11 Kevin Adam (ab 72. 2 Robert Sommer)
10 Frank Seifert
4 René Ledwoch (ab 81. 10 René Heusel)
4 Tom Hoffmann
5 Eric Eiselt
20 Stefan Kutschke
21 Rico Engler (ab 68.9 Thomas Wetzig)
11 Alexander Eißrich
22 Ralf Schreiber

Trainer
Bernd Fröhlich
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ich denke, es war vor allem ein Punktgewinn für Laubegast. Wenn wir mit elf Mann durchgespielt hätten, wäre sicherlich mehr möglich gewesen. Der Platzverweis war so etwas wie der Knackpunkt im Spiel. Zum einen darf Eiselt da nicht so hin gehen, auf der anderen Seite hätte der Schiri Fingerspitzengefühl zeigen können. Mit etwas mehr Glück heute, hätten wir auch drei Punkte einfahren können!"

Wertung

3,5 Sterne (Leistungsgerechtes Remis in einem spannenden Auswärts-Spitzenspiel für den 1. FC Lok im Plache-Stadion!)

76 Fotos und 3 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Remis im Auswärts-Heimspiel: Spitzenspiel im Bruno-Plache-Stadion, obwohl Laubegast Heimrecht hatte. Grund: Durch die Ausschreitungen der Dynamo-Fans beim Gastspiel des 1. FC Lok in Dresden (0:2) sah sich die Vereinsspitze des FV Dresden Laubegast nicht in der Lage, das Spiel im heimischen Stadion auszutragen und die Stadionmiete im Harbig-Stadion (30.000 Euro) war zu teuer. Trotz aller Turbulenzen im Vorfeld (die Spieler aus Laubegast drohten mit Boykott des Spiels) trennte man sich am Ende friedlich 1:1 (1:0). Doch die 2.761 Fans in Probstheida erlebten ein Remis der Spitzenklasse - zumindest für Fünftliga-Verhältnisse. In der ersten Halbzeit spielte der Landesliga-Aufsteiger furios, Durchgang beherrschte dann der Spitzenreiter aus der Landeshauptstadt. Aber der Reihe nach ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste gegenüber dem Auswärtssieg am Mittwoch in Chemnitz zweifach, unfreiwillig umstellen. Der junge Robert Roscher zog sich einen doppelten Nasenbeinbruch zu - dafür rückte Sven Hellmund in die Aufstellung. Des Weiteren fiel Mittelfeldmann Alexander Kunert wegen einem vereiterten Backzahn aus - dafür bekam Nachwuchs-Talent Kevin Adam zum ersten Mal von Anfang an eine Chance. Der Tabellenführer aus der Landeshauptstadt konnte dagegen mit allen bekannten Namen wie Frank Seifert (wurde für seine Aussagen in den Leipziger Medien entsprechend ausgepfiffen), Ronny Jank, Falk Terjek und Frank Kaiser auflaufen. Vor dem Spiel eine dicke Provokation der Laubegaster Mannschaft, die ein Plakat zeigten mit "Zu Gast beim Heimspiel?!". Dabei wurde wohl vergessen, dass die eigne Vereinsspitze eine Austragung im Plache-Stadion vorgeschlagen hatte. Aber rein ins Spiel: Los ging die Partie mit einem dicken Schnitzer von Falk Terjek - Eric Eiselt fing den Fehlpass ab und schickte den flinken Rico Engler. Doch dessen Schuss aus 16 Metern entschärfte Laubegast-Keeper Axel Mittag (6.) Fünf Minuten später landete ein langer Ball von Kapitän Holger Krauß bei Ralf Schreiber, der die gesamte Laubegast-Abwehr überlief und die Eingabe von rechts beförderte der "Gastgeber" beinah ins eigne Tor. Nach einer Viertelstunde erste kleine Chance für Laubegast, doch den flachen Pass von Stefan Kutschke schnappte sich Lok-Keeper Jan Evers. In der 18. Minute ein langer Ball von Marcel Hensgen in den Lauf von Rico Engler - der ist frei durch. Engler auf dem Weg zur Führung, doch der 5-malige Torschütze legte sich das Leder zu weit und so konnte Axel Mittag noch klären. In der 26. Minute sieht die Abwehr von Laubegast wieder "ganz alt" aus. Doppelpass von Rico Engler mit Stephan Knoof - Engler sprintet auf rechts wieder allen davon. Doch dessen freie Eingabe landete nicht bei Ralf Schreiber. Die "Gäste" aus Probstheida die aktivere, schnellere und gefährlichere Mannschaft in den ersten 30 Minuten. Doch die erste Ecke von Laubegast sorgte gleich für Gefahr, aber der Schuss von Falk Terjek aus 14 Metern wird abgeblockt. Spielbestimmend bleibt aber der 1. FC Lok - und das auch Dank der Fans, die prächtig Stimmung machten. Die 5. Lok-Ecke bringt Holger Krauß von rechts Richtung langen Pfosten, Kopfball von René Ledwoch - aber Tom Hoffmann klärte für den geschlagnen Mittag auf der Torlinie (41.). Nur Sekunden später schickte René Ledwoch auf rechts aus der eignen Hälfte den schnellen Rico Engler. Der ist frei durch - vertändelt er wieder? Nein, diesmal bleibt Engler cool und schiebt das Leder aus 14 Metern lässig ins flach ins lange Eck zum umjubelten 1:0. Prächtig Stimmung nun in Leipzig-Probstheida aufgrund der verdienten Führung! Standing Ovations beim Pausenpfiff des schwachen Schiris Enrico Jahn aus Plauen ...

Durchgang zwei begann mit einem gefährlichen Freistoß von Robert Heiße aus 22 Metern, der knapp am linken Pfosten vorbei streicht (47.). Dann leistet Eric Eiselt in der 53. Minute seiner Mannschaft einen Bärendienst - nach einer Rangelei mit Martin Hemmann wird der Mittelfeldspieler von Schiri Jahn mit Gelb-Rot zum duschen geschickt. Laubegast jetzt natürlich am Drücker und in der 60. Minute (nach Hensgen-Foul) ein gefährlicher Freistoß für den "Gastgeber". Der Ex-Leipziger Frank Seifert steht aus 20 Metern bereit - und den gut getretenen Ball faustete Jan Evers klasse über die Querlatte. Nur zwei Minuten später lässt Oldie Frank Kaiser auf Linksaußen Ralf Schreiber stehen - und zieht aus 24 Metern einfach mal ab, das Leder klatscht auf die Oberkante der Querlatte. Laubegast schnürte den Gast nun in der gegnerischen Hälfte fest - Lok konnte sich kaum noch befreien. In der 68. Minute setzt sich Frank Seifert mit Glück auf rechts durch, doch dessen Eingabe verpasst der freie Alexander Eißrich um Millimeter. Sekunden später die nächste dicke Chance für Laubegast, als Eißrich Keeper Jan Evers überlupft aus spitzen Winkel. Doch Holger Krauß rettete kurz vor der Torlinie. Zittern war angesagt - nicht nur wegen den Temperaturen. 73. Minute: Frank Seifert hält aus 25 Metern einfach mal drauf und Jan Evers boxt die Kugel noch über die Querlatte. Sekunden später fällt dann aber der Ausgleich. Ronny Jank schlägt die Flanke in den Strafraum und Robert Heiße nickt aus 5 Metern zum mittlerweile hoch verdienten 1:1 ein - aber da hätte Jan Evers einfach aus dem Kasten gemusst. Fast im Gegenzug endlich mal wieder ein Lok-Angriff. Stephan Knoof legt zurück zu Marcel Hensgen, doch dessen Schuss aus 22 Metern ist sichere Beute für Axel Mittag. Dann die 79. Minute: 6. Lok-Ecke durch Stephan Knoof von links. Am langen Pfosten steht Ralf Schreiber frei, der trifft aus 8 Metern aber nur die Querlatte. Und dann muss der beste Dresdner Robert Heiße nach einem harten Foul an Thomas Wetzig auch mit Gelb-Rot vom Platz (80.). 10 gegen 10 - ein offener Schlagabtausch in einem klasse Spitzenspiel.

Fazit: Ein insgesamt leistungsgerechtes Remis im Plache-Stadion. Die Loksche spielte im ersten Durchgang furios und besonders das flinke Sturm-Duo Schreiber/Engler überlief ein ums andere Mal die Abwehrkette der "Gastgeber". Einziges Manko: Es sprang "nur" ein Treffer raus. Nach dem frühen Platzverweis im zweiten Durchgang bettelte der Landesliga-Aufsteiger dann förmlich um den Ausgleich, hatte dann aber in der Schlussphase in der Offensiv Pech (Lattentreffer von Schreiber). Trotzdem: Dieses Spiel war beste Unterhaltung für die über 2.700 Fans und so bleibt die Liga (auch durch das 1:1 zwischen Aue II und Dynamo II) weiter Mega spannend. Nächste Woche empfängt der 1. FC Lok dann zu einem richtigen Heimspiel den VfL Pirna-Copitz. Es gilt, den Schwung aus der ersten Halbzeit mit ins nächste Spiel zu nehmen ...

(von Ronny John)