16. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

SV 1919 Grimma

1. FC Lokomotive Leipzig
1 2

Spieldaten
 
Datum
17. Februar 2008
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Stadion der Freundschaft (Grimma)
Zuschauer
1.871
Schiedsrichter
 
Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)
Torschützen
0:1 Adam (64.), 1:1 Pannike (66.), 1:2 Köllner (85.)
Gelb
Blaha, Pannike - Krauß, Engler, Roscher
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SV 1919 Grimma
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Rene Möbius
1 Jan Evers
3 Matthias Polefka
17 Holger Krauß
6 Vaclav Blaha
24 Robert Roscher
7 Markus Döring
15 Sven Hellmund (ab 46. 19 Anton Köllner)
8 Vojtech Canka
16 Manuel Starke
9 Stefan Pannike
 
13 Stephan Knoof
10 Stefan Tröger
11 Kevin Adam (ab 75. 2 Robert Sommer)
12 Rene Merz
9 Thomas Wetzig
14 Tomas Vavra (ab 71. 11 Thomas Kelber)
7 Alexander Kunert
15 Carsten Klee
21 Rico Engler (ab 67. 10 René Heusel)
20 Marc Werner
22 Ralf Schreiber

Trainer
Volker Dietrich
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben uns in Grimma schwer getan, wie zu VfB-Zeiten. Das Spiel hätten wir einfach früher entscheiden müssen. Doch wir hatten Probleme mit den schweren Bedingungen. Insgesamt haben wir natürlich verdient gewonnen!"

Wertung

2,5 Sterne (Arbeitssieg des 1. FC Lok, der erst nach 40 Minuten richtig ins Spiel fand - und nach der Führung gleich wieder ein dummes Gegentor kassierte!)

35 Fotos und 3 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Immer wieder Grimma: Wie schon zu "VfB-Zeiten" tat sich Landesliga-Aufsteiger 1. FC Lok beim Rückrundenauftakt beim Vorletzten SV 1919 Grimma mehr als schwer. Doch Dank viel Kampf, reichte es am Ende zu einem gefeierten 2:1 (0:0)-Auswärtssieg im Stadion der Freundschaft. Vor insgesamt 1.871 Zuschauern traf Abwehrlatte Anton Köllner per Kopf fünf Minuten vor Schluss zum Sieg. Der Gastgeber wehrte sich mit einer starken Abwehrleistung - und die Loksche tat sich auf einem schwierigen Boden (an der Oberfläche aufgetaut, darunter vereist) schwer mit der Standfestigkeit. Wieder einmal! Aufreger zudem vor dem Spiel: Der Gastgeber (trägt die Spiele sonst fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit) kam in Form von Bundesliga-Schiri Harald Sather doch tatsächlich auf die "goldene Idee", von den Pressevertretern 10 Euro-Eintritt zu verlangen. Wohl eine Deutschland-Premiere und wirklich unfassbar! Nach langen Diskussionen, konnte aber auf die "Zwangsgebühr" verzichtet werden ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz stellte heute gleich doppelt um. Marcel Hensgen (5. Gelbe) und Anton Köllner rotierten raus - dafür durfte Sven Hellmund im Abwehrverbund mit Holger Krauß und Robert Roscher ran. Manuel Starke rückte ins Mittelfeld auf, wo Kevin Adam die rechte Seite bearbeiten durfte. Rein ins Spiel: Nach 55 Sekunden verschätzte sich SVG-Neuzugang Vaclav Blaha in der Abwehr, doch ein Heber von Ralf Schreiber ging übers Tor von Rene Möbius. Vier Minuten später rutschte der junge Robert Roscher weg, doch der Schuss von Marc Werner wurde noch zur 1. Ecke im Spiel abgelenkt. In der 8. Minute setzte sich Stephan Knoof auf rechts durch, aber der Kopfball von Ralf Schreiber aus 6 Metern landete genau in den Armen von SVG-Keeper Möbius. Weiter ging es auf der Gegenseite: Ex-Lok-Kicker Matthias Polefka stand für einen 20-Meter-Freistoß bereits - doch der zischte knapp links vorbei. Nur 120 Sekunden später probierte es Ex-Profi Carsten Klee (mittlerweile 37) mal aus 14 Metern - links am Tor von Jan Evers vorbei. Dann "beruhigte" sich das Spiel etwas - auch "Dank" Schiedsrichterin Daniela Schneider, die extrem kleinlich pfiff und so jegliches Tempo (soweit vorhanden) unterbannt. In Minute 29 dann aber endlich mal wieder eine Lok-Chance. Bei einem Konter wird Rico Engler abgeblockt, aber es wurde noch mal gefährlich. Keeper Rene Möbius rutschte beim Abschlag weg, doch der Abschluss von Ralf Schreiber landete aus 18 Metern wieder in den Armen des SVG-Schlussmann. Die rund 1.700 mitgereisten Fans aus der Messestadt sahen meist eine Rutschpartie nach der anderen "ihrer Liebling". Lok tat sich schwer - bis zur 40. Minute. Dann kam plötzlich richtig "Dampf" ins Spiel. So rettete Rene Merz gegen Ralf Schreiber aus 14 Metern (41.). Sekunden später bediente Kevin Adam von rechts Alexander Kunert, doch wieder konnte Möbius retten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff, bei bitteren 2 Grad (dafür Sonnenschein pur), noch einmal Freistoß für die Gäste. Rico Engler trat aus 20 Metern an, aber Möbius fingerte das Leder noch um den linken Pfosten zur Ecke. Pause ...

Durchgang zwei begann mit Anton Köllner, statt dem unauffälligen Sven Hellmund auf Lok-Seite. Trotzdem hatte Grimma durch Marc Werner in der 50. Minute die erste kleine Torchance. Auf der Gegenseite zeigte Thomas Wetzig dann ein tolles Solo - und bewies viel Auge. Ein perfekter Pass zum aufgerückten Rico Engler, der aber aus 7 Metern frei nur das linke Außennetz traf (52.). Das hätte es sein müssen ... Lok nun am Drücker. Knoof probierte es in der 59. Minute mal aus 24 Metern (Möbius rettete). Sekunden später erreicht Anton Köllner einen langen Ball von rechts, doch wieder ist dieser starke Rene Möbius da. Dann aber die 64. Minute: Weiter Einwurf von Stephan Knoof von links. In der Mitte verschätzt sich Markus Döring und im Hintergrund sagt Talent Kevin Adam "Danke" und netzt aus 11 Metern ins linke, untere Eck zum umjubelten 1:0 ein. Zugleich sein erstes Pflichtspiel-Tor in der I. Mannschaft! Doch die Führung hielt nur 100 Sekunden - und der gefeierte Held machte den dicken Schnitzer. Freistoß von rechts - am langen Pfosten verpasst Kevin Adam, während sich in seinem Rücken Stefan Pannike frei stielt und aus 7 Metern zum 1:1-Ausgleich traf. Wieder ging das Anrennen von neuen los! In der 68. Minute zirkelte Holger Krauß eine von acht Lok-Ecken in den Strafraum, doch der Kopfball von Köllner aus 9 Metern war leichte Beute des Keepers. Dann wieder so ein weiter Einwurf von Stephan Knoof - diesmal von rechts. Der gerade eingewechselte René Heusel probiert es mit einem tollen Seitfallzieher aus 10 Metern. Aber wieder rettete der ominöse Möbius grandios (69.). Sekunden später zieht Robert Roscher mal aus 22 Metern ab und das Leder zischte aus 22 Metern nur knapp am rechten Dreiangel vorbei. Grimma zog sich immer weiter zurück, während dem 1. FC Lok nun nicht mehr viel einfiel. Die Luft schien etwas raus zu sein - bis zu Minute 85. Stephan Knoof trat wieder von rechts an. Und wann wird es gefährlich: Bei Lok natürlich nur bei Einwürfen. Die Kugel segelt in den Strafraum, Rene Möbius wird von zwei eignen Mitspielern behindert, während Anton Köllner aus 5 Metern gegen den linken Innenpfosten per Kopf zum 2:1-Siegtreffer war. Riesen-Jubel beim lange verletzten Köllner ... Jetzt hieß es noch etwas zittern und dann stand der Arbeitssieg endlich fest.

Fazit: Ein verdienter, aber schwer erkämpfter Arbeitssieg. Lok fand erst nach knapp 40 Minuten richtig ins Spiel. Nach der überfälligen Führung dann der bittere Rückschlag mit dem 1:1-Ausgleich. Aber die Gäste aus Leipzig zeigten Moral und viel Herz. Wie heißt es am Ende immer so schön: Am Ende zählen nur die drei Punkte - erst Recht wenn man um den Aufstieg mitspielen will. Gegen die Spitzenteams der Liga ist aber eine klare Leistungssteigerung nötig - und vor allem möglich ...

 (von Chris Paul)