19. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Sachsen Leipzig II
0 0

Spieldaten
 
Datum
16. März 2008
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
9.895
Schiedsrichter
Dirk Engelmann (Pegau)
Torschützen
Fehlanzeige!
Gelb
Starke, Köllner - Dietrich, Schlieder, Kunig, Sinkevitch
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Sachsen Leipzig II
1 Jan Evers
1 Marius Kansy
17 Holger Krauß
2 Peter Schlieder (ab 46. 13 Sven Werner)
16 Manuel Starke
4 Patrick Kunig
19 Anton Köllner
5 Artur Sinkevitch
3 Marcel Hensgen
6 Torsten Gundlach
4 René Ledwoch (ab 82. 8 André Irrgang)
8 Bela Virag
13 Stephan Knoof
9 Robert Gerber
7 Alexander Kunert (ab 60. 22 Ralf Schreiber)
10 Markus Richter (ab 85. 11 Martin Gröbel)
9 Thomas Wetzig
15 Enrico Köckeritz
18 Steven Aßmann (ab 68. 21 Rico Engler)
16 Mirko Dietrich
10 René Heusel
19 Sebastian Hauck

Trainer
Rainer Lisiewicz
Michael Breitkopf

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Unser Problem war heute die Chancenverwertung. So müssen wir den Punktgewinn am Ende akzeptieren. Wir hatten heute vier Hundertprozentige. Das Remis ist aber kein Rückschlag für uns - schließlich sind es nur zwei Punkte Rückstand bis zur Tabellenspitze!“
Michael Breitkopf (FCS-Trainer) "Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben uns für die letzten Schlappe gegen Aue rehabilitiert. Ich bin zufrieden und mit etwas mehr Glück, wäre heute auch ein Sieg drin gewesen!"

Wertung

2 Sterne (Kein schönes Fußballspiel von beiden Mannschaften mit einer letztendlich gerechten Punkteteilung. Wenigstens blieben unschöne Szenen auf den Rängen bis auf einen geistigen Aussetzer einiger grün-weiß gewandeter selbsternannter Fußball-Anhänger aus, sodass einzig die zwei verlorenen Punkte negativ ins Gewicht fallen!)

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Spielbericht

Kein erfreulicher Sonntag für unsere stolze blau-gelbe Messestadt. Unterirdisches Wetter schreckte wohl etliche potentielle Zuschauer ab, sodass die magische Zehntausendermarke mit 9.895 Zuschauern knapp verfehlt wurde und Leipzigs liebsten Fußballern gelang gegen die zweite Mannschaft aus Leutzsch kein Tor, wofür es am Ende nur einen mageren Punkt statt der vorab anvisierten drei gab.

Gegenüber dem torlosen Unentschieden in Sebnitz veränderte Rainer Lisiewicz seine Elf auf zwei Positionen. Mittelfeldmotor Alexander Kunert durfte diesmal wieder von Anfang an mittun, die Überraschung in der Startformation war dagegen Talent Steven Aßmann bei seinem ersten Einsatz von Beginn an. Dafür fanden sich die zuletzt etwas schwächelnden Rico Engler und Ralf Schreiber zunächst auf der harten Ersatzbank wieder. Beim FC Sachsen sollten neben Abwehr-Routinier Bela Virag auch Robert Gerber, Markus Richter, Enrico Köckeritz und Mirko Dietrich aus dem Kader der Ersten Spielpraxis sammeln.

Gleich wenige Sekunden nach Anpfiff die erste dicke Chance für Lok. Die Sachsen-Bubis vertändelten in der Vorwärtsbewegung den Ball, Wetzig schaltete am Schnellsten und ging alleine aufs Tor zu, legte sich das Spielgerät aber zu weit vor, sodass FCS-Keeper Kansy das Leder problemlos aufnehmen konnte. Was so schwungvoll und viel versprechend begann, wurde danach jedoch schlagartig zum Langweiler: Beide Teams spielten über die gesamte erste Halbzeit sehr vorsichtig und abwartend, rassige Strafraumsituationen waren Mangelware, das laue Ballgeschiebe spielte sich zumeist im Mittelfeld ab. Für – allerdings sehr unschöne – Aufregung sorgten nach etwa fünf Minuten einzig sogenannte „Fans“ des FC Sachsen, die der Meinung waren, dass es eine gute Sache ist, Leuchtraketen zielsicher in Richtung Gegengerade zu schießen und den Zaun zu entern, um von dort dem Lok-Anhang eindeutige Angebote zu unterbreiten. ZSL- und FCS-Boss Winfried Lonzen jedenfalls war „not amused“ und kündigte im Nachgang harte Konsequenzen gegen womöglich ermittelte Missetäter an.

Erst nach einer Viertelstunde kam Lok etwas besser ins Spiel und setzte die Sachsen-Reserve jetzt mehr unter Druck. Heusel (15., Linksschuss von der Strafraumgrenze), Kunert (20., Schuss aus der zweiten Reihe), Starke (29., Kopfball nach Krauß-Freistoß) und Wetzig (30., Schuss vom linken Strafraumeck) kamen zwar zum Abschluss, aber zwingend gefährlich war keine dieser Aktionen. Noch weniger zu sehen war von den Sachsen-Bubis, die zwar bis 30 Meter vorm Lok-Kasten einigermaßen gefällig kombinierten, danach mit ihrem Fußballer-Latein jedoch am Ende waren und den heute sehr sicheren Jan Evers im ersten Abschnitt nie in Verlegenheit brachten. Die Riesen-Chance für Blau-Gelb zur Führung schließlich kurz vor der Pause: Nach gewohnt langem Knoof-Einwurf gelangte der Ball nach einem FCS-Querschläger direkt zu dem vor dem Tor lauernden Manuel Starke. Der spielte FCS-Torwart Kansy zwar etwas umständlich aus, musste dann aber aus zwei Metern eigentlich nur noch ins lange Eck schieben – und schoss tatsächlich links am Tor vorbei.

Die zweite Halbzeit begann ebenso wie die erste mit viel Leerlauf. Die erste große Gelegenheit gehörte wiederum der Loksche: Nach einem geschlenzten Freistoß von Holger Krauß setzte sich Wetzig schön im Strafraum durch, scheiterte jedoch aus fünf Metern trotz strammem Schuss aus spitzem Winkel am glänzend parierenden Kansy (58.). Wenig später dann eine dicke Chance für die jetzt immer frecher aufspielende FCS-Zweite, als Gerber einen Freistoß aus 25 Metern kompromisslos aufs Tor drosch, aber Evers mit schöner Flugeinlage parierte. In der 71. Minute dann die letzte gute Möglichkeit für Lok. Der eingewechselte Engler und Heusel mit einem raumgreifenden Doppelpass, aber Kansy kann den Schuss von Engler gerade so abklatschen lassen. Im direkten Gegenzug dann eine gute Möglichkeit für den FCS, aber zum Glück für Jan Evers sind die grün-weißen Jungspunde in dieser Situation viel zu überhastet. Die Gäste wurden nun immer druckvoller: Evers konnte nach einer Ecke einen Sachsen-Kopfball gerade noch über die Latte lenken (73.). Bei Lok ging gegen Ende der Partie dagegen spielerisch nun gar nichts mehr zusammen und man konnte froh sein, dass Evers auch einen relativ unplatzierten Schuss von Hauck sicher festhielt und so Schlimmeres verhinderte(89.).

Übers gesamte Spiel gesehen war Lok optisch leicht überlegen und hatte mehr Chancen, am Ende konnte die Mannschaft jedoch mit dem einen Punkt noch zufrieden sein. Zwar stimmte – wie eigentlich immer in dieser Saison – die kämpferische Einstellung, aber spielerisch setzte sich im kleinen Derby der seit Rückrundenbeginn herrschende Abwärtstrend nahtlos fort. Will die Mannschaft ihre Ankündigung wahr machen und am Ende der Spielzeit aufsteigen, muss es in den nächsten Wochen eine große fußballerische Steigerung geben, sonst hat man gegen die Konkurrenz aus Dresden und Aue wohl keine Chance.

(von Carsten Muschalla)