22. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Oberlausitz Neugersdorf
1 0

Spieldaten
 
Datum
12. April 2008
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.352
Schiedsrichter
Stefan Gärtner (Cossebaude)
Torschützen
1:0 Heusel (10.)
Gelb
Kunert - Stübner
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Oberlausitz Neugersdorf
1 Jan Evers
1 Jan Zelenka
17 Holger Krauß
2 Oliver Göschnick (ab 45. 4 Marc Stübner)
16 Manuel Starke
3 Marcel Frenzel
19 Anton Köllner
18 Mirko Albert
7 Alexander Kunert
5 René Tschackert (ab 73. 8 Tahsin Özkara)
4 René Ledwoch
9 Rafal Hübscher
13 Stephan Knoof (ab 84. 11 Kevin Adam)
10 Falko Thomas
15 Sven Hellmund (ab 67. 18 Steven Aßmann)
11 Miroslav Hubeny (ab 86. 6 Benjamin Hoßmang)
9 Thomas Wetzig (ab 41. 22 Ralf Schreiber)
17 Tino Hensel
8 André Irrgang
13 Jan Israel
10 René Heusel
15 Oliver Grimm

Trainer
Rainer Lisiewicz
Andreas Köhler

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben heute trotz der frühen Führung unsicher gespielt. Leider ist zurzeit niemand im Mittelfeld in der Lage, für Ruhe im  Aufbau zu sorgen. Daher können wir mit unserer spielerischen Qualität  nicht zufrieden sein. Sollte sich die Diagnose bei Thomas Wetzig  bestätigen, wäre es ein teuer erkaufter Sieg.“

Wertung

- Sterne (-!)

34 Fotos und 1 Video vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

 

Die Loksche bleibt in der Erfolgsspur: Die Mannschaft von Trainer Rainer Lisiewicz gewann am 22. Spieltag mit 1:0 (1:0) gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf und verteidigte damit die Tabellenführung in der Landesliga Sachsen. In einem insgesamt trostlosen Spiel legten die Blau-Gelben gut los und gingen bereits nach zehn Minuten durch Torjäger René Heusel in Führung. Danach verflachte die Partie und beide Teams zeigten nur noch selten ansehnlichen Fußball. Negativer Höhepunkt das Matches: die Verletzung von Thomas Wetzig, der zunächst mit Verdacht auf Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht wurde.

Schwerstarbeit für die Platzverantwortlichen bereits vor dem Match. Ein Gewitterguss in der Nacht zuvor hatte den Rasen im Bruno-Plache-Stadion reichlich unter Wasser gesetzt. Mit Schaufeln, Schneeschiebern, Sand und Bagger „bewaffnet“ befreiten Platzwart Mario Jung und seine fleißigen Helfer das Spielfeld vom Nass. Sogar die Kicker selbst packten mit an, um den Anpfiff der Partie zu ermöglichen. Einige Abschnitte des Feldes glichen zwar eher einem Baech-Volleyball-Court, doch es konnte gespielt werden. Auf Grund der langen Verletztenliste wartete Coach Lisiewicz diesmal mit einer Überraschung auf: Im defensiven Mittelfeld sollte André Irrgang in seinem ersten Saisonspiel von Anfang an abräumen. Das Sturmduo bildeten diesmal René Heusel und Thomas Wetzig. Ralf Schreiber fand sich zunächst erneut auf der Bank wieder. In den Anfangsminuten klappte die neue Formation recht gut. Die Lok-Elf um Offensivdrang bemüht, aber bis zur siebten Minute noch ohne richtige Chance. Dann startete René Ledwoch einen Sololauf und kam im Strafraum zu Fall. Doch Schiedsrichter Stefan Gärtner zeigte sofort an: weiterspielen. 180 Sekunden später dann aber doch großer Jubel unter den 2.352 Zuschauern in Probstheida. Einen langen Pass von Holger Krauß über 50 Meter verlängerte der Neugersdorfer Marcel Frenzel mit dem Hinterkopf und René Heusel bewies einmal mehr seinen Torjägerinstinkt. Der Stürmer startete genau im richtigen Moment und beförderte das Leder per Volleyschuss aus elf Metern zum 1:0 unter die Latte (10. Minute). Kurz darauf sogar die große Chance auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer geklärten Einwurfflanke von Stephan Knoof spielte Manuel Starke ganz stark auf René Heusel, der an den Fünfmeterraum flankte. Doch René Ledwoch konnte den Ball mit dem Kopf nicht mehr richtig drücken und das Leder flog übers Gehäuse (12.). Wer nun dachte, die Loksche würde weiter so erfrischend nach vorn spielen, wurde in der Folge enttäuscht. Viel Leerlauf herrschte fortan bei beiden Teams. Die Lok-Akteure verwalteten die Führung und Neugersdorf erreichte kaum den Strafraum der Hausherren. Erst in der 23. Minute erspielten sich die Gäste ihre erste Torgelegenheit. Nach einem Patzer von Holger Krauß, der das Leder genau auf Miroslav Hubeny abwehrte, schlug dieser noch einen Haken und zog dann aus 16 Metern ab. Der Schuss war jedoch kein Problem für Lok-Keeper Jan Evers. Es dauerte bis zur 34. Minute als die Neugersdorfer zum zweiten Mal gefährlich vors Lok-Tor kamen. Rafal Hübscher probierte es volley aus 17 Metern, fand aber ebenfalls seinen Meister in Jan Evers. Auf der Gegenseite jagte Holger Krauß einen Freistoß aus 25 Metern übers Tor (35.). Nur 60 Sekunden danach gelangte eine abgeblockte Ecke zu Irrgang, der sofort per Dropkick aus 20 Metern abzog. René Tschackert rettete für seinen Hüter Jan Zelenka am Fünfmeterraum mit dem Kopf. Dann die große Schrecksekunde und die nächste Hiobsbotschaft für Lok: Bei einer Ecke prallten Sven Hellmund, Thomas Wetzig und Miroslav Hubeny im Strafraum zusammen (37.) Alle drei Akteure blieben am Boden liegen. Während Hellmund und Hubeny nach kurzer Behandlung wieder standen, sah es bei Wetzig nicht so gut aus. Der Stürmer krümmte sich vor Schmerzen und Physiotherapeut Uwe Zimmermann zeigte auch prompt an: auswechseln. Wetzig wurde mit einer Trage vom Spielfeld gebracht und zunächst mit Verdacht auf Wadenbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Für ihn kam Ralf Schreiber neu in die Partie (41.). Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Gärtner zur Halbzeit und die Lok-Akteure hatten Zeit, um zu verschnaufen und sich vom Schock zu erholen.

Zur zweiten Hälfte kamen die Probstheidaer mit neuem Schwung aus der Kabine. In der 46. Minute wurde René Heusel steil geschickt, war aber im Laufduell etwas zu langsam. Eine Minute danach ging Schreiber in die Gasse, doch diesmal hatte Zelenka aufgepasst und schnappte dem Blondschopf die Pille vor den Füßen weg. Sekunden später schleuderte Knoof einen Einwurf in den Gästestrafraum. Ledwoch verlängerte mit dem Hinterkopf und Mirko Albert prüfte aus drei Metern den eigenen Hüter, der aber geistesgegenwärtig reagierte und das Leder fing (48.). Danach kehrte erneut Ruhe auf dem Platz ein. Lok bot wenig Kreativität im Spielaufbau und probierte es zu oft mit weiten, hohen Bällen, die nichts einbrachten. In der 62. Minute versuchte es Sven Hellmund aus 18 Metern, verfehlte das Gehäuse von Zelenka aber um gut einen Meter. Im Gegenzug erhielten die Gäste einen Freistoß aus 25 Metern. Kapitän Thomas Falko lief an, schoss jedoch genau in die Arme von Evers. Kurz darauf die beste Chance für Neugersdorf bis dahin: Einen Freistoß von Tschackert köpfte Hübscher aus sechs Metern knapp über die Latte (66.). Lok überließ nun das Spiel immer mehr den Gästen und kam nur noch selten vor deren Tor. Bei einem Konter in der 69. Minute hatte Ralf Schreiber die große Chance zum 2:0. Nach schöner Einzelleistung von René Heusel und einer tollen Flanke probierte Schreiber den Scherenschlag, segelte aber am Ball vorbei. Eine Viertelstunde vor Schluss dann wieder Neugersdorf am Drücker. Erst scheiterte der eingewechselte Tahsin Özkara mit seinem 25-Meter-Schuss an Evers, dann prüfte Jan Israel mit einem Seitfallzieher den gut aufgelegten Schlussmann der Probstheidaer. In der 78. Minute dann noch einmal große Aufregung auf dem Platz und am Spielfeldrand. Schreiber hatte den ebenfalls eingewechselten Steven Aßmann steil geschickt, der seinem Gegenspieler Marc Stübner enteilte. Der Verteidiger wusste sich nicht mehr anders zu helfen und packte an der rechten Strafraumkante die Sense aus. Schiedsrichter Gärtner zeigte sofort auf den Punkt und Stübner den gelben Karton. Doch der Assistent an der Seitenlinie hatte es besser gesehen und deutete seinem Kollegen an: Freistoß muss es geben. Diese Entscheidung war wohl richtig, da sich Aßmann beim Foul knapp außerhalb des Strafraums befand. Jedoch konnte sich Hübner beim Referee für dessen Milde bedanken, denn eigentlich war er der letzte Mann gewesen und hätte sich daher über einen Platzverweis nicht beschweren können. Der anschließende Freistoß brachte den Hausherren nichts ein. Nach 82 Minuten dann noch einmal eine gute Gelegenheit für Starke, der nach einem Gewühl im Gästestrafraum an den Ball kam und aus zehn Metern abzog. Zelenka reagierte jedoch sicher und begrub das Leder unter sich. Den letzten Torschuss der Partie hatten die Neugersdorfer: Mirko Albert versuchte es aus 16 Metern, schoss aber um einiges übe den Querbalken. So blieb es beim verdienten, aber trostlosen 1:0 Erfolg des 1. FC Lok.

Wie in der Vorwoche erledigte die Loksche ihre Pflichtaufgabe und gewann am Ende auch verdient mit 1:0. Jedoch vermissten die Zuschauer erneut Kreativität und Sicherheit im Spielaufbau bei den Mannen von Rainer Lisiewicz. Eine Ursache dafür ist sicherlich die lange Verletztenliste, die nun um Thomas Wetzig noch erweitert wurde. Bleibt zu hoffen, dass die endgültige Diagnose die anfänglichen Befürchtungen nicht bestätigt. Positiv: Die Loksche ist seit 553 Minuten ohne Gegentor und die Verfolger FV Dresden 06 Laubegast und SG Dynamo Dresden II patzten an diesem Spieltag. Das gibt Hoffnung für die schwere Partie gegen die Dresdner Dynamos am 27. April 2008, um 14 Uhr, im Leipziger Zentralstadion. Mit etwas Glück lichtet sich bis dahin auch die Verletztenliste. Zumindest bei Marcel Hensgen und Rico Engler besteht sie Chance auf einen Einsatz. Auf jeden Fall fehlen wird Alexander Kunert, der sich wegen einer zu früh ausgeführten Ecke die fünfte gelbe Karte und damit ein Spiel Sperre einhandelte.

(von Daniel Angermüller)