24. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

SG Dynamo Dresden II
2 1

Spieldaten
 
Datum
27. April 2008
Uhrzeit
13.30 Uhr
Spielstätte
Zentralstadion (Leipzig)
Zuschauer
5.053
Schiedsrichter
Sebastian Fritzsch (Plauen)
Torschützen
0:1 Pfeffer (37.), 1:1 Starke (57.), 2:1 Engler (58.)
Gelb
Hensgen, Ledwoch, Köllner - Hauser, Kieback, Surma
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
SG Dynamo Dresden II
1 Jan Evers
23 Oliver Birnbaum
17 Holger Krauß
2 Ronny Surma
16 Manuel Starke
3 Daniel Meinel
19 Anton Köllner
10 Christian Hauser
3 Marcel Hensgen (ab 78. 24 Robert Roscher)
11 Sebastian Kieback (ab 79. 19 Willi Richter)
4 René Ledwoch
12 Benjamin Girke (ab 46. 17 Marcus Benedict)
13 Stephan Knoof (ab 72. 15 Sven Hellmund)
13 Sepp Kunze
 18 Steven Aßmann
14 Sascha Pfeffer
8 André Irrgang (ab 53. 21 Rico Engler)
18 Ronny Kreher (ab 76. 4 Torsten Marx)
22 Ralf Schreiber
15 Patrick Würll
10 René Heusel
8 Stefan Süß

Trainer
Rainer Lisiewicz
Matthias Mauksch

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das war doch beste Unterhaltung. Ich finde, wir haben verdient gewonnen - weil wir zwei Tore gemacht haben. Allerdings hätten wir durch unsere Konterchancen den Sack schon früh zu machen müssen!"

Wertung

3 Sterne (Kampf, Leidenschaft, Siegeswille - zumindest in Halbzeit zwei. Dazu ein Krimi mit fünf Minuten Nachspielzeit. Davon wollen wir mehr!)

55 Fotos und 3 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

 

In dem Spiel war mächtig Feuer: Der 1. FC Lokomotive Leipzig machte einen riesigen Schritt Richtung Aufstiegs-Relegation. Im Top-Spiel gegen den Dritten Dynamo Dresden II (zuvor ohne Niederlage in der Rückrunde) siegte der Landesliga-Aufsteiger - nach großen Kampf - mit 2:1 (0:1). Die 5.053 Zuschauer im Zentralstadion erlebten aber erst einmal eine schwache erste Hälfte ihrer Lieblinge. Erst nach der Kabinenansprache präsentierte die Loksche sich so, wie sie jeder sehen will: Mit Kampf, Moral und viel Herz. Und dem nötigen Glück, um doch mit drei Punkten vom Platz zu gehen ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz konnte nach dem spielfreien Wochenende heute wieder auf die zuletzt verletzten Marcel Hensgen und Rico Engler zurückgreifen. Engler nahm aber erst einmal auf der Bank Platz, dafür stürmte Ralf Schreiber wieder neben René Heusel. Die Gäste kamen mit den Profis Christian Hauser, Sascha Pfeffer und Patrick Würll - und nur rund 40 Fans. Klar, dass da im und um das Stadion herum ruhig blieb. Dazu noch das wunderschöne Fußballwetter (20 Grad, Sonne pur). Aber rein ins Spiel:  Die Loksche zunächst mit viel Dampf und nach 90 Sekunden mit der ersten Chance durch Kapitän Holger Krauß, dessen Freistoß aus 20 Metern knapp links am Dynamo-Kasten vorbei strich. Nach einer Viertelstunde kamen dann die Dynamo-Bubis besser in die Partie. So setzte Sascha Pfeffer in der 17. Minute aus 18 Metern (rechts vorbei) die erste "Duftmarke" für die Gäste. Fünf Minuten später Glück für Lok, als ein hartes einsteigen von Marcel Hensgen gegen Sepp Kunze im Strafraum von Schiri Sebastian Fritzsch aus Plauen nicht geahndet wurde. In der 33. Minute dann eine Kopfballchance für Anton Köllner (nach Knoof-Ecke von links) aus 12 Metern. Der Ball wird von Keeper Oliver Birnbaum und dem Abwehrspieler unterschätzt und klatscht noch gegen den rechten Pfosten. Dann aber die 37. Minute: René Ledwoch wird auf links von Sascha Pfeffer einfach stehen gelassen - und Pfeffer hält aus 14 Metern von halb links einfach mal drauf. Drin - 0:1. Die Serie von Keeper Jan Evers (sah dabei nicht gut aus) nach 590 Minuten damit beendet. Und die Loksche wie im Schockzustand. Nix ging mehr! Plötzlich ein Traumpass auf den talentierten Steven Aßmann, der zwei Gegenspieler stehen lässt und aus 12 Metern zum Schuss kommt. Doch klar drüber. Pause, durchatmen und Zeit, die Truppe wieder "wach" zu machen ...

Und das klappte! Gleich ein weiter Einwurf von Stephan Knoof von links - am langen Pfosten lauerte Ralf Schreiber, der aus 6 Metern aber nur den rechten Pfosten traf (48.). Pech! Im direkten Gegenzug ein Kopfball von Patrick Würll, den Jan Evers aber sicher aus 10 Metern weg fischte. Dann segelt ein Krauß-Freistoß in den Strafraum, Ralf Schreiber legt von links für Sturmpartner René Heusel auf - doch aus 5 Metern schießt der Torjäger links vorbei. Gibt es nicht! Dann die 57. Minute: Wieder Krauß mit Freistoß, diesmal von rechts. Dynamo-Keeper Oliver Birnbaum bleibt (wie bei allen Bällen) auf der Linie kleben und am kurzen Pfosten kommt Manuel Starke eingelaufen - drin per Kopf. 1:1, der vierte Treffer des Abwehrspielers. Doch es kaum noch besser. Rico Engler schnappte sich nur 60 Sekunden später an der Mittellinie den Ball, dann dribbelte er über den halben Platz - schüttelt die Gegenspieler ab und schießt aus 8 Metern an den rechten Innenpfosten und von dort zum 2:1 ins Netz. Engler der Tor-Joker - er wurde erst fünf Minuten vorher eingewechselt. Riesiger Jubel und tolle Stimmung nun im Zentralstadion. Und weiter ging's, aber zunächst rettete Jan Evers gegen Sebastian Kieback (60.). Dann wurde es auch noch an der Seitenlinie hitzig. Das sollte später im Tribünen-Verweis für Coach Rainer Lisiewicz (82.) enden. Auf dem Feld hatte Lok wieder Glück, als Christian Hauser nur den rechten Pfosten aus 8 Metern traf (69.). Nur Sekunden später die Riesen-Chance für Heusel zur Entscheidung, doch völlig frei hebt der Lok-Stürmer die Kugel aus 10 Metern rechts vorbei. In der 71. Minute kommt Dynamo-Kicker Ronny Kreher im Strafraum an den Ball, aber aus 9 Metern rettete Evers wieder Klasse. Eine Minute später ein gefährlicher Konter über Steven Aßmann, doch im Abschluss haut "Atze" aus 16 Metern links vorbei. Auf der Gegenseite steht Willi Richter für einen 20-Meter-Freistoß bereit. Evers ist wieder zur Stelle (79.) - Klasse! Es wurde dann richtig hitzig, als René Heusel und Steven Aßmann angeschlagen am Boden liegen und Dynamo einfach weiterspielt. Und das fast noch mit Erfolg durch Christian Hauser, der aus 9 Metern verzog (81.). Fünf Minuten später ein toller Konter von Ralf Schreiber. Der spielt René Heusel frei, doch wieder scheiterte Heusel aus 10 Metern. Nicht zu fassen und was für eine Dramatik! Nur Sekunden später hat Marcus Benedict Glück, dass seine Rettungstat gegen Ralf Schreiber nicht im Dynamo-Kasten landete. 90. Minute: Schiri Fritzsch zeigt fünf Minuten Nachspielzeit ein. Das zittern ging weiter! 95. Minute: Noch mal Freistoß für Dynamo, doch der Ball von Torsten Marx landete in der Lok-Mauer ... Aus - und was für ein Jubel!

Fazit: Wichtige drei Punkte für Lok auf dem Weg zum Relegations-Platz zwei - auch wenn ein Remis vielleicht das gerechte Resultat gewesen wäre, verdiente sich der Gastgeber mit viel Kampf und Moral den Erfolg. Leider verpassten es die Lok-Kicker, schon früh den "Sack zu zumachen". So musste bis zur 95. Minute gezittert werden, bis gejubelt werden durfte ...

(von Chris Paul)