27. Spieltag Landesliga Sachsen  Saison 2007/2008
1.FC Lokomotive Leipzig

Bornaer SV 91

1. FC Lokomotive Leipzig
2 0

Spieldaten
 
Datum
16. Mai 2008
Uhrzeit
18.30 Uhr
Spielstätte
Rudolf-Harbig-Stadion (Borna)
Zuschauer
2.350
Schiedsrichter
 
Sven Friedrich (Dresden)
Torschützen
1:0 Fraunholz (19.), 2:0 Schenk (86.)
Besonderes Vorkommnis
10-minütige Spielunterbrechung (86.)
Gelb
Stammnitz, Prengel, Streubel, Fraunholz, Köster - Hensgen, Knoof, Metzner
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
Bornaer SV 91
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Frank Schöne
1 Jan Evers
2 Thomas Linke
17 Holger Krauß
3 Tim Stammnitz
19 Anton Köllner
4 Marko Nickel (ab 88. 15 Franz Müller)
16 Manuel Starke
7 Mario Döring
3 Marcel Hensgen
8 Jens Wagner (ab 60. 10 Lars Köster)
 
13 Stephan Knoof (ab 82. 6 Kai Metzner)
11 Tino Wunderlich
4 René Ledwoch
13 Jens Wuttke
18 Steven Aßmann (ab 73. 15 Sven Hellmund)
14 Thomas Prengel
7 Alexander Kunert
16 Andreas Streubel
21 Rico Engler (ab 82. 8 André Irrgang)
17 Benjamin Fraunholz (ab 73. 12 Daniel Schenk)
22 Ralf Schreiber

Trainer
Jochen Kunath
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir waren über weite Strecken des Spiels überlegen, aber haben die klaren Chancen nicht genutzt. Die Bornaer Führung haben wir dann im Prinzip selbst geschossen - Fraunholz ist halt richtig abgezockt. Wir waren heute bemüht, aber unglücklich. Das Verhalten einiger Fans ist für mich unverständlich ..."

Wertung

2 Sterne (Lok vergibt die Chancen, "schenkt" Borna die Führung und spielt dann ideenlos!)

43 Fotos und 2 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

(Aufstiegs-) Enttäuschung in Borna: Nur drei Tagen nach den am "grünen Tisch" gewonnen Punkten aus dem abgesetzten Freiberg-Spiel, enttäuschte der 1. FC Lokomotive Leipzig beim Bornaer SV. Vor 2.350 Zuschauern (bisher kamen zu den 13 Heimspielen des BSV zusammen 2.370 Fans!) vergeigten die Männer von Trainer Rainer Lisiewicz mit 0:2 (0:1). Erinnerung an die Bezirksliga und das 0:2 bei Nordwest - die parallelen sind erschreckend. Lok verpasste damit den Sprung (zumindest für eine Nacht) auf Platz eins. Damit spielte man Aue II einen Matchball im direkten Aufstiegskampf um Platz eins zu. Jetzt gilt es in den restlichen drei Spielen zumindest Platz zwei zu sichern. Doch nicht nur das ideenlose anrennen der Lok-Kicker "schockierte", nein auch das Verhalten von einigen Lok-Anhängern, die nach dem 0:2 Richtung Platz stürmten und für eine 10-minütige Spielunterbrechung sorgten. Aber erst mal rein ins Spiel ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz ließ die selbe Elf wie gegen den VfB Fortuna Chemnitz ran. Bei Borna waren u. a. Benjamin Fraunholz und Andreas Streubel dabei. Ex-Lok-Kicker Lars Köster saß auf der Bank. Das Wetter spielte allerdings nicht mit. Es schüttete immer wieder wie aus Kannen - erst mit dem Anpfiff wurde es besser. Und durch den hohen Zuschauerandrang (kein Wunder bei nur zwei Kassenhäuschen!) begann die Partie eine halbe Stunde später - zum Unmut vieler Fans, die schon lange im durchaus schicken Rund warteten. Trotzdem legte Lok gleich los wie die Feuerwehr - auch Dank der tollen Fans (rund 1.600 waren angereist) im Rücken. Nach vier Minuten schickte Anton Köllner Stürmer Rico Engler. Der ist frei durch, doch scheiterte aus 14 Metern am Ex-VfB-Keeper Frank Schöne. Das hätte die Führung sein müssen! Vier Minuten später köpfte Wuttke auf der Gegenseite aus 8 Metern am langen Pfosten vorbei. In  der 10. Minute flankte Ralf Schreiber von links, doch am langen Pfosten rutschte Marcel Hensgen das Leder über den Fuß. Sekunden später dann die nächste dicke Lok-Chance: Holger Krauß schickt Rico Engler lang, der legt überlegt quer auf den freien Stephan Knoof. Doch "Mister Einwurf" haute die Kugel aus 8 Metern noch am rechten Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite zirkelte Benjamin Fraunholz eine Flanke auf Kapitän Mario Döring - aus 16 Metern rechts vorbei. In der 18. Minute sorgt der flinke Andreas Streubel (nach Nickel-Einwurf) für Gefahr, als er aus 10 Metern abschloss. Sekunden später dann der große Schock: Freistoß für die Gäste aus der Messestadt kurz vor der eignen Torauslinie. Keeper Jan Evers tritt an - und haut die Kugel genau auf die Füße von Benjamin Fraunholz. Der Torjäger (12 Buden) lässt Abwehrmann Manuel Starke stehen wie eine Fahnenstange und beförderte das Leder aus 11 Metern ins lange, rechte Eck zum 1:0 für den BSV. Die Messestädter jetzt nicht nur im Rückstand, sondern auch wie gelähmt. Erst in der 28. Minute wieder ein aufbäumen, als Abwehrmann Manuel Starke Alexander Kunert bediente. Doch "Bommel" haute aus spitzen Winkel das Leder ans rechte Außennetz. Auf der Gegenseite probierte sich Jens Wuttke mal aus 24 Metern - doch Lok-Keepers Jan Evers schnappte sich den Ball im nachfassen. Lok rannte ideenlos an, bis Manuel Starke (heute mit viel Bewegungen in der Offensive) mal den flinken Rico Engler schickte. Doch der traf aus 12 Metern BSV-Schlussmann Frank Schöne auf der Brust ... Auf dem Weg in die Kabine noch diese unschöne Szene: Jens Wuttke verpasste Holger Krauß einen Kopfstoß. Schiri Sven Friedrich aus Dresden hat es genau gesehen, "mahnte" aber nur zur Ruhe.

Durchgang zwei begann mit einer Kunert-Schuss. Doch aus 16 Metern streifte das Leder knapp am rechten Pfosten vorbei (50.). Drei Minuten später landete eine Ecke auf dem "Schädel" von René Ledwoch, doch dessen Kopfball aus 5 Metern wurde auf der Linie gerettet - zudem winkte der Schiri-Assistent "aufgestützt" von "Ledi". Borna stand nun mit ihren langen Kerls kompakt und fast fehlerlos in der Abwehr. Und vorne sorgte Andreas Streubel per Freistoß für richtige Gefahr. Aus 18 Metern krachte das Geschoss an die Querlatte (64.). Auf der Gegenseite die Chance für Stephan Knoof zum Ausgleich, doch seine Kopfball-Bogenlampe aus 8 Metern rutschte über das rechte Dreiangel (66.). Nur 60 Sekunden später lässt Manuel Starke gleich zwei Mann aussteigen, doch aus 16 Metern landete der Abschluss wieder in den Armen des sicheren Frank Schöne. Auf der Gegenseite zeigte Starke dann auch gleich seine Stärke in der Abwehr, als er einen Lupfer auf der Torlinie klärte (68.). Die Zeit rannte Lok davon, deshalb musste nun die "Brechstange" ausgepackt werden. In der 76. Minute zog Holger Krauß einen 20-Meter-Freistoß Richtung linkes Eck - doch da stand Schöne schon parat. Die Gäste brachten nach Sven Hellmund nun auch Kai Metzner und André Irrgang ins Spiel. Also im Prinzip alles an Offensiv-Personal, was fit und nicht gesperrt war. Das gab Borna dann Raum zum Kontern. Und eine Gelegenheit nutzte die Truppe von Coach Kunath in der 86. Minute zur Entscheidung. Einwechsler Daniel Schenk (von seinen Kollegen nicht gerade als guter Fußballer bezeichnet) schloss einen Konter aus 11 Metern ins rechte Eck zum 0:2 ab. Das Gegentor brachte einige "Fans" soweit, dass sie regelrecht austickten. Erst rannten erste aufs Spielfeld, dann flog ein Eimer und kurz darauf auch eine Mülltonne (!) aufs Spielfeld. Spätestens als noch jede Menge Leuchtmunition im Innenraum landete, schickte Schiri Sven Friedrich die Mannschaften in die Kabine (wobei nur Borna dieser "Einladung" nachkam). Schwach: Die gewerblichen Ordner verdrückten sich sofort und so konnte erst die Polizei die Lage wieder beruhigen. Nach knapp 10 Minuten ging es mit den restlichen vier zu spielenden Minuten weiter. Lok gelang dabei nix mehr nach vorn, statt dessen verpasste Andreas Streubel in der 90. Minute sogar noch das 0:3 aus 6 Metern. Der Rest war Enttäuschung ...

Fazit: Man kann enttäuscht sein - nein, nicht wegen der eher unterdurchschnittlichen Leistung der Mannschaft (schon zu oft reichte dies dank toller Moral, Einsatz und etwas Glück zu drei Punkten), sondern vor allem wegen einiger "Fans". Da verliert die Truppe nach Monaten wieder ein Spiel und dann ticken einige völlig aus. Der Spielbeobachter des Sächsischen Fußballverbandes Lutz Mende hat alles genau gesehen - sportgerichtliche Konsequenten sind garantiert. Viele vergessen wohl, dass nun die heiße Phase im Kampf um Platz zwei läuft (den direkten Aufstieg dürfte sich nun Aue II sichern) ...

 (von Chris Paul)