02. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

FC Grün-Weiß Wolfen

1. FC Lokomotive Leipzig
0 3

Spieldaten
 
Datum
24. August 2008
Uhrzeit
13.40 Uhr
Spielstätte
Jahnstadion (Wolfen)
Zuschauer
2.612
Schiedsrichter
 
Marko Wartmann (Großvargula)
Torschützen
0:1 Engler (60.), 0:2 Aßmann (81.), 0:3 Schreiber (90.)
Gelb
Mieth, Ermel, Zschiesche - Hensgen, Köllner
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
FC Grün-Weiß Wolfen
1. FC Lokomotive Leipzig
20 Petr Tulis
1 Jan Evers
2 Michael Gohla
17 Holger Krauß
8 Andreas Mieth
19 Anton Köllner
9 Lukas Kucera
6 Torsten Jülich
10 Nico Scherz (ab 90. 7 Tim Hebsacker)
3 Marcel Hensgen
11 Toni Sponer (ab 78. 17 Dan Lochmann)
 
16 Manuel Starke
13 Ronny Ermel
4 René Ledwoch
15 Markus Zschiesche
13 Stephan Knoof
16 Patrick Brendel (ab 69. 4 Ivan Markow)
18 Steven Aßmann (ab 86. 23 David Quidzinski)
18 Petr Dragoun
12 Tommy Kind (ab 65. 22 Ralf Schreiber)
19 Daniel Weimann
21 Rico Engler (ab 78. 7 Alexander Kunert)

Trainer
Rastislav Hodul
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und natürlich dem Ergebnis. Wir haben verdient gewonnen und konnten auch spielerisch überzeugen. Jetzt müssen wir aber auf dem Teppich bleiben und weiter so kämpfen, wie heute."
Rastislav Hodul (GWW-Trainer) "Wir haben uns das heute natürlich ganz anders vorgestellt. Wir hatten den Punkt heute auch nicht verdient, obwohl das 3:0 etwas zu hoch ausgefallen ist. Wir haben heute keine Chance gehabt und verdient verloren."

Wertung

3,5 Sterne (Der 1. FC Lok siegte verdient beim Mit-Aufsteiger Wolfen. Die Gäste überzeugten spielerisch und erspielten sich schon im ersten Durchgang drei Großchancen!)

30 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Daran hätte wohl keiner geglaubt - nach zwei Spieltag steht Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig mit sechs Punkten auf Platz zwei der Tabelle. Und der Erfolg heute bei Mit-Aufsteiger Grün-Weiß Wolfen war hoch verdient, spielerisch überzeugend. So jubelten die rund 1.800 Lok-Fans unter den offiziellen 2.612 Zuschauern im Jahnstadion in Wolfen einen klaren 3:0 (0:0)-Erfolg. Schon im ersten Durchgang spielten sich die Gäste drei Großchancen heraus, bis Manuel Starke alle drei Tore vorbereitete.

Lok-Coach Rainer Lisiewicz ließ die selbe Formation wie beim irren 6:3-Erfolg gegen Erfurt II ran. Bei den Gastgebern feierte Torhüter Petr Tulis sein Debüt, dafür fehlte Routinier Lars Georg verletzt. Die mitgereisten Lok-Fans kündigten schon beim Einlauf an "Gekommen um zu Siegen." Und das setzten ihre Lieblinge auch gleich um. In der 3. Minute geht Rico Engler an Nico Scherz und Michael Gohla vorbei, doch aus 12 Metern kann Keeper Tulis noch parieren. Lok spielbestimmend, doch in der 20. Minute die erste Mini-Chance für Wolfen. Markus Zschiesche probierte es per Freistoß aus 20 Metern, doch klar drüber. Jetzt war plötzlich richtig Musik drin. Drei Minuten später versuchte es "Kampfschein" Marcel Hensgen (verlor fast keinen Zweikampf) mal aus 22 Metern - knapp rechts vorbei. In der 28. Minute zirkelte Kapitän Holger Krauß einen Freistoß von rechts in den Strafraum, Keeper Tulis fliegt vorbei. Da steht Tommy Kind, doch sein Schuss wird abgeblockt - Manuel Starke fällt die Kugel plötzlich vor die Füße - das muss es sein. Nein, Starke haut aus 7 Metern rechts am leeren Tor vorbei. Nicht zu fassen! Zwei Minuten später haute Krauß einen 28-Meter-Freistoß direkt auf den Wolfen-Kasten, dass Leder streicht um Millimeter links vorbei. Nur Sekunden später ist Rico Engler auf rechts durch, probiert es aus spitzen Winkel aus 12 Metern - an den rechten Außenpfosten. Gibt es doch nicht, die Führung war längst überfällig! Kurz vor der Pause schickt Rico Engler Manuel Starke - aber der Schiri-Assistent hat eine Abseitsposition gesehen (43.).

Durchgang zwei beginnt mit einer Chance durch Petr Dragoun aus 12 Metern, der aber frei aus 12 Metern über den Lok-Kasten haute. Das Spiel beruhigte sich nun etwas, obwohl Lok weiter mehr vom Spiel hatte. Dann die 60. Minute: Manuel Starke mit einem Traumpass in die tiefe auf den flinken Rico Engler. Der marschiert durch und trifft mit rechts ins rechte, lange Eck zum umjubelten 1:0. Völlig verdient! Wie man "wie eine offene Hose spielt" zeigte dann René Ledwoch. Dem Riss im Zweikampf die Naht seiner blauen Lok-Hose. Doch trotz des Risses kickte "Ledi" weiter. Wolfen löste nun langsam die "Vierer-Kette" ab, versuchte im Angriff mehr Druck zu entwickeln. Die Lok-Abwehr geriet kurzzeitig unter Bedrängnis. Vor allem bei der Chance von Nico Scherz aus 10 Metern, als Anton Köllner kurz vor der Torlinie mit dem Kopf rettete. Alle Beobachter waren sich aber einig: Der Ausgleich hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Und das Fußball manchmal auch gerecht sein kann, zeigte sich in Minute 81. Wieder der überragende Manuel Starke mit viel Gefühl und Übersicht, schickt diesmal Einwechsler Ralf Schreiber. Der zündet wie in seinen besten Tagen den Turbo, sieht dazu auf der rechten Seite den aufgerückten Steven Aßmann. Legt rüber, und "Atze" schiebt cool aus 8 Metern zur 2:0-Entscheidung ein. Riesiger Jubel bei den Kickern und dem euphorischen Anhang. Und der sollte in der Schlussminute noch größer werden. Wieder schnappt sich Starke im Mittelfeld den Ball, wieder sieht er Flitzer Ralf Schreiber. Der geht ab wie eine Rakete, lässt seinen Gegenspieler stehen - und bestraft Wolfen nicht nur mit dem 3:0 aus 12 Metern, sondern auch Keeper Tulis mit einem "Tunnel". Schluss und die Lok-Spieler feierten mit den Fans den nicht für möglich gehaltenen Saisonauftakt.

Fazit: Ein Auftakt nach Maß - und dazu noch spielerisch hoch verdient bei schwachen "Grün-Weißen". Diese Lok-Mannschaft macht Spaß und man mag es kaum glauben: Neben tollen Kampf und Moral sah das erneut nach richtig guten Fußball aus. So darf es gerne weitergehen. Auf der anderen Seite müssen nun alle auf dem Teppich bleiben. Bisher ging es mit Erfurt II und Wolfen gegen zwei "Mit-Aufsteiger". In den nächsten Wochen (spätestens beim Auswärtskick in Auerbach) wird sich zeigen, wo man diese leidenschaftliche Lok-Mannschaft in der Oberliga einordnen kann. Blick noch in die Statistik: In nur zwei Spielen hat die Loksche bereits neun Treffer erzielt. Im Vergleich: In der Vorsaison waren es insgesamt "nur" 49 - macht also fast ein Fünftel der gesamten Vorsaison. Das darf gerne so bleiben ...

 (von Chris Paul)