03. Spieltag  Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

VfB 1909 Pößneck
2 0

Spieldaten
 
Datum
30. August 2008
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.888
Schiedsrichter
Stefan Sauerzweig (Eickendorf)
Torschützen
1:0 Kind (27.), 2:0 Starke (38.)
Gelb
- Hildebrandt, Müller, Heimlich, Scholze
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
VfB 1909 Pößneck
1 Jan Evers
1 Patrick Schmidt
17 Holger Krauß
15 Markus Petzold
19 Anton Köllner
2 Martin Kolan
6 Torsten Jülich
5 Michael Urbansky
3 Marcel Hensgen
18 Mirko Horn (ab 40. 22 Chris Heimlich)
18 Steven Aßmann (ab 64. 7 Alexander Kunert)
6 Mario Scholze
13 Stephan Knoof
7 Robert Römer
4 René Ledwoch
10 Raik Hildebrandt (ab 57. 9 Immo Trübger)
16 Manuel Starke (ab 74. 25 David Reich)
14 Dominik Müller
22 Ralf Schreiber
11 Andriy Zapyshnyi
21 Rico Engler (ab 15. 12 Tommy Kind)
8 Jan Stronczynski

Trainer
Rainer Lisiewicz
Thomas Köhler

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Das Spiel gegen Bremen war zwar aus den Köpfen raus, aber nicht aus den Beinen. Wir haben gewusst, dass Pößneck das schwerste Punktspiel wird - schließlich kamen sie als Tabellen-Letzter zu uns. Das Spiel war kein Selbstläufer und Stephan Knoof hat uns heute mit der Ecke und seinem weiten Einwurf sehr geholfen. In Durchgang zwei hatten wir dann noch genügend Konterchancen, alles klar zu machen. Dafür stand unsere Abwehr heute wieder sehr sicher und vor allem Jülich konnte sich weiter steigern, ist eine Bank bei uns. Die letzten 10 bis 15 Minuten war bei uns der Akku etwas leer. Insgesamt betrachtet, war es ein Arbeitssieg - trotzdem sind wir mit dem Start natürlich sehr zufrieden.“
Thomas Köhler (VfB-Trainer) "Glückwunsch an Leipzig, sie haben verdient gewonnen. Wir haben zwei völlig unnötige Gegentore kassiert. Dabei habe ich noch vor den gefährlichen Standards gewarnt, aber mehr als es erzählen kann ich nicht. Bei der Ecke zum 1:0 haben wir geschlafen und so wurde das Spiel in für uns negative Bahnen gelenkt. Gegen diese Disziplinlosigkeit muss ich vorgehen. Wir haben in drei Spielen kein Tor erzielt, da liegt der Hase im Pfeffer. Leipzig hat viel Potenzial und als Aufsteiger natürlich den perfekten Start hingelegt. Für uns ging es, schon seit Saisonanfang, nur gegen den Abstieg."

Wertung

3 Sterne (Souveräner Erfolg des 1. FC Lok - die Euphorie geht weiter. Auch wenn in Durchgang zwei das Spielniveau nach unten ging!)

46 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Zurück im Oberliga-Alltag: Die Überraschungsmannschaft der ersten zwei Spieltage, der 1. FC Lokomotive Leipzig, empfing nach der Werder-Gala (1:3) vom Mittwoch im Zentralstadion das Fünftliga-Schlusslicht VfB 09 Pößneck. Krasser konnten die Unterschiede nicht sein, trotzdem ließ sich auch ZFC-Coach Damian Halata diese Partie auf der Tribüne des Bruno-Plache-Stadions nicht entgehen. Nach eher müden Beginn kämpfte sich Lok in die Partie und ging zur Freude der 2.888 Zuschauer nicht unverdient in Führung. Am Ende durfte ein 2:0 (2:0)-Erfolg gefeiert werden. Drittes Spiel, dritter Sieg - so sieht wohl ein Traumstart aus! Wer hätte das gedacht ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz begann mit der Erfolgsformation der letzten zwei Wochen. Nur im Sturm musste der 19-jährige Tommy Kind zunächst auf der Bank Platz nehmen. Für ihn begann der zuletzt starke Ralf Schreiber neben Werder-Torschütze (traf dort zum 1:1) Rico Engler. Pößneck musste weiter auf die Neuzugänge Gleis und Hujdurovic wegen Verletzungen verzichten. Dafür lief u. a. "Plauen-Legende" Andriy Zapyshnyi im Sturm auf. Und die Gäste aus Thüringen begann gleich recht mutig und bestimmten die ersten Minuten bei strahlenden Sonnenschein in Probstheida. Die erste dicke Torchance im Spiel hatte dann allerdings die Loksche. In der 9. Minute beförderte Holger Krauß den Ball mit einem tollen Pass an den Strafraum. Dort verschätzte sich die Pößnecker Abwehr, Rico Engler tanzte sich bis zur Grundlinie durch - doch am kurzen Pfosten rettete Martin Kolan vor der Torlinie. Bitter: Bei dem Torschuss verletzte sich Engler am linken Fuß, musste von Physiotherapeut Uwe Zimmermann behandelt werden. Zum Glück ging es für "Engel" erst einmal weiter - aber nur bis zur 15. Minute. Dann kam Tommy Kind für Engler (Verdacht auf Muskelfaserriss). Auf dem satten Grün passierte dagegen recht wenig, erst in Minute 25 die nächste Lok-Chance. Doch "Joker" Tommy Kind bekommt das Leder aus vier Metern nicht richtig gedrückt und Manuel Starke kam nicht mehr an den Nachschuss ran. Dann die 27. Minute: Die zweite Lok-Ecke im Spiel brachte Stephan Knoof von links vor den Pößneck-Kasten - am langen Pfosten läuft der junge Tommy Kind ein, der per Kopf aus drei Metern seinen ersten Lok-Treffer zum umjubelten 1:0 erzielte. Eine nicht ganz unverdiente Führung, wenn man zumindest die Chancen betrachtete. Die Gäste aus Thüringen fielen dagegen meist nur mit ordentlicher "Fünftliga-Härte" auf. Und kassierten gleich das 2:0! Nach weiten Knoof-Einwurf von links wühlte sich Ralf Schreiber im Strafraum durch. Die Kugel landet vor den Füßen von Spielmacher Manuel Starke, der aus 6 Metern überlegt einnetze. Riesen-Jubel in Probstheida! Warnzeichen dann aber auf der anderen Seite: Mirko Horn köpfte aus 8 Metern an den linken Außenpfosten (39.). Nur Sekunden später zielte Dominik Müller von der Strafraumgrenze knapp über den Kasten von Lok-Keeper Jan Evers. Kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal die Thüringer, aber den Schuss von Jan Stronczynski aus 12 Metern fing Evers sicher ab.

Durchgang zwei begann, wie Halbzeit eins, mit einer Chance für Lok. Aber ein Heber von Tommy Kind landete knapp neben dem Kasten von Patrick Schmidt (49.). Auf der Gegenseite probierte sich wieder Dominik Müller aus 14 Metern, aber erneut war Evers auf dem Posten (52.). Sekunden später wäre eigentlich das 3:0 fällig gewesen, als Pößneck einen langen Ball von Krauß unterschätzt. Manuel Starke ist plötzlich aus 12 Metern frei, doch die Kugel rutschte ihm vom Fuß. In der 59. Minute bringt "Kampfschein" Marcel Hensgen eine Flanke von links in die Mitte, aber per Hinterkopf beförderte Tommy Kind das Leder wenige Zentimeter am rechten Pfosten aus 8 Metern vorbei. Vier Minuten später wird plötzlich ein Knoof-Freistoß aus 30 Metern gefährlich, den Schmidt gerade noch so zur Ecke fingern konnte. 68. Minute - die nächste dicke Lok-Chance. Marcel Hensgen bewies von rechts Auge, legt für Mittelfeldmann René Ledwoch auf. Aber aus 12 zeigte VfB-Schlussmann Patrick Schmidt wieder eine souveräne Parade. Weiter ging`s mit den Lok-Chance: Alexander Kunert spielt in die Spitze auf Einwechsler David Reich. Der Rückkehrer, bei seinem Pflichtspieldebüt in dieser Saison, schlenzt aus 16 Metern aber am langen, rechten Pfosten vorbei. Dann bringt Alexander Kunert einen Freistoß von rechts an den kurzen Pfosten, doch der Flugkopfball von Tommy Kind landete aus 9 Metern neben dem Tor. Dann war Schluss und es durften drei weitere Punkte bejubelt werden. Der Hingucker des Tages: Die zwei weiblichen Physiotherapeuten der Gäste!

Fazit: Was für ein geiler Saisonauftakt! 3 Spiele, drei verdiente Siege - wer hätte das gedacht. Lok in Oberliga-Euphorie! So darf es gerne weiter gehen, aber Pößneck enttäuschte heute auch. Der Aufsteiger aus Probstheida spielte dagegen relativ souverän auf und ließ wenig anbrennen. In Durchgang zwei ging das Niveau zwar etwas zurück, aber Chancen für weitere Treffer waren da. Am kommenden Samstag wartet im Sachsenpokal in der 1. Runde Bezirksligist Heidenau. Die Partie findet nach dem Verzicht von Heidenau im Plache-Stadion statt. In der Oberliga geht es in zwei Wochen nach Auerbach zum Spitzenspiel. Das wird der Mega-Prüfstein.

(von Chris Paul)