04. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

VfB Auerbach 1906

1. FC Lokomotive Leipzig
3 3

Spieldaten
 
Datum
14. September 2008
Uhrzeit
13.30 Uhr
Spielstätte
VfB-Stadion (Auerbach)
Zuschauer
1.900
Schiedsrichter
 
Jens Klemm (Gröditz)
Torschützen
1:0 Wemme (10.), 1:1 Starke (24.), 1:2 Hensgen (27.), 1:3 Krauß (35./Foulelfmeter), 2:3 Wemme (57.), 3:3 J. Weigl (85.)
Gelb
Vogel, Wemme, Schuster - Ledwoch, Starke, Quidzinski
Gelb-Rot
Keine
Rot
Kind (69./Lok)

Aufstellung
VfB Auerbach 1906
1. FC Lokomotive Leipzig
12 Rene Berger
1 Jan Evers
2 Peter Otte (ab 85. 14 Daniel Schuster)
17 Holger Krauß
3 Steve Gorschinek
19 Anton Köllner
5 Steffen Vogel
6 Torsten Jülich
6 Rene Bley
3 Marcel Hensgen
7 Marcel Dressel
 
23 David Quidzinski (ab 90. 24 Robert Roscher)
17 Marco Weigl
4 René Ledwoch
19 Marcel Schuch
13 Stephan Knoof (ab 70. 7 Alexander Kunert)
22 Carsten Pfoh (ab 80. 9 Jens Weigl)
16 Manuel Starke
24 Manuel Stiefel (ab 77. 8 Janek Koecher)
12 Tommy Kind
25 Mirco Wemme
18 Steven Aßmann (ab 82. 14 Norris Höhn)

Trainer
Steffen Dünger
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben zwar 3:1 geführt, trotzdem muss nach dem Spiel mit dem Remis zufrieden sein. Jan Evers hat uns mit tollen Paraden in der zweiten Halbzeit ja erst im Spiel gehalten. Wir waren sehr in die defensive gebunden und haben Fehler gemacht. Wir haben jetzt 10 Punkte aus den ersten vier Spielen geholt. Damit kann man zufrieden sein!"

Wertung

3,5 Sterne (Ein echtes Spitzenspiel - was leider teilweise überhart geführt wurde. Das Remis geht wohl insgesamt in Ordnung, auch wenn Auerbach noch zahlreiche Großchancen besaß!)

35 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

"Der Spitzenreiter gibt sich die Ehre" - prangerte am Gästeblock der Lok-Fans. Tabellenführer 1. FC Lokomotive Leipzig gastierte am 4. Spieltag der Oberliga Nordost-Süd im Spitzenspiel beim Vierten VfB Auerbach. Der erste Härtetest für die Überraschungself der fünften Liga. Rund 1.900 Fans strömenden ins durchaus schicke VfB-Stadion - davon fast die Hälfte aus der Messestadt. Auf den Platz sahen die zunächst einen klar überlegenen VfB, doch zur Pause stand´s "plötzlich" 3:1 für Lok. In Durchgang zwei spielte nur noch Auerbach und kam noch zum verdienten 3:3-Ausgleich gegen am Ende nur noch zehn Lok-Kicker.

Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste auf die beiden Top-Stürmer Rico Engler (Faserriss) und Ralf Schreiber (Sachsen-Auswahl) verzichten. Zudem fehlte Thomas Wetzig wegen einer Grippe. So musste umgestellt werden und Mittelfeldmann Steven Aßmann rückte neben Sturm-Hoffnung Tommy Kind. Den Platz im defensiven Mittelfeld durfte, nach vorbildlichen Trainingsleistungen, David Quidzinski besetzen. Doch zunächst spielte nur der Gastgeber, Lok wirkte wie noch nicht auf dem Platz. Leistete sich zahlreiche Schlafeinlagen. In der 4. Minute erkämpft sich Steve Gorschniek den Ball, leitet damit einen blitzschnellen Konter ein. Aber den Abschluss von Marco Weigl aus acht Metern klärt Anton Köllner vor der Torlinie. Weiter Auerbach - die Führung lag in der Luft. Und die fiel auch in Minute Nummer zehn. Nach einer Bley-Ecke steht Mirco Wemme im Zentrum plötzlich völlig frei und nickt ohne Probleme aus 8 Metern zum verdienten 1:0 ein. Nur drei Minuten später kommt Mirco Wemme aus 10 Metern zum Schuss, aber der überragenden Lok-Keeper Jan Evers rettete noch zur Ecke. Auf der Gegenseite endlich mal ein Lebenszeichen des Tabellenführer. Doch der Freistoß von Kapitän Holger Krauß aus 25 Metern war kein Problem für VfB-Schlussmann Rene Berger (14.). In der 23. Minute tankt sich, noch Patzern in der Lok-Abwehr, Torschütze Wemme durch. Aber aus 11 Metern zischt die Kugel knapp am linken Eck vorbei. Sekunden später riesiger Jubel im Gästeblock. Fast aus dem Nichts köpfte Manuel Starke da zum 1:1 aus 6 Metern ein. Zuvor kämpfte sich Dauerläufer Steven Aßmann bis zur Grundlinie vor und flankte dann von rechts butterweich auf den Kopf von Starke. Nur drei Minuten später durfte wieder gejubelt werden. Nach dem einzigen Lok-Eckball im Spiel (Auerbach kam auf 14!!) haute Marcel Hensgen im Nachschuss aus 14 Metern einfach mal drauf. Der Ball wird noch abgefälscht und landet zur 2:1-Führung im linken Eck. Da aller guten Dinge ja bekanntlich drei sind, sollte nach 35 Minuten noch das 3:1 folgen. Mirco Wemme stieß Anton Köllner im Strafraum leicht um - Köllner fällt und der schwache Schiri Klemm (im glitt das Spiel völlig durch die Hände) entschied auf Strafstoß. Dann verwandelte Kapitän Krauß sicher ins rechte, untere Eck. Auf der Gegenseite zeigte sich Evers erneut als starker Rückhalt. Steffen Vogel köpfte aus 7 Metern aufs Lok-Gehäuse, doch Evers boxte das Leder über die Querlatte (40.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war der Lok-Schlussmann dann gegen Manuel Stiefel aus acht Metern zur Stelle. Pause, durchatmen ...

In Hälfte zwei spielte zunächst nur Auerbach. Die Gäste aus der Messestadt verteidigten zunächst noch clever und ließen die großen Chancen nicht zu. Bis zur 57. Minute. Nach einem Konter über Marco Weigl landet der Ball von rechts bei Mirco Wemme, der diesmal aus 7 Metern zum 2:3-Anschlusstreffer einköpfen konnte. Jetzt begann das große Zittern - und die Evers-Show. Erst rettete er gegen Marcel Dressel (62.), dann schaffte es Carsten Pfoh aus drei Metern nicht, den Ball am Torwart- Hünen vorbei zulegen (67.). Dazwischen hätte VfB-Kapitän Vogel sich eigentlich nach Foul an Aßmann mit Gelb-Rot "verabschieden" müssen, doch Schiri Klemm verzichtete auf die Karte. Die gab es dann für die Dummheit von Tommy Kind in der 68. Minute. Bei einem Konter "erwischte" Kind Gegenspieler Pfoh wohl mit der Hand im Gesicht. Rot! Ein Schock für Lok, die eigentlich gerade doppelt wechseln wollten. Aber die Unterzahl setzte die letzten Kräfte frei. Plötzlich hat Manuel Starke eine Viertelstunde vor Schluss die 4:2-Entscheidung auf den Kopf. Nach Kunert-Flanke köpfte Starke frei am kurzen Pfosten vorbei. Statt dessen passiert das, was passieren musste. Einwechsler Jens Weigl kann mit dem Leder vor dem Lok-Strafraum lang spazieren und hält mit links einfach mal drauf. Der Ball rutscht ihm leicht ab und schlägt unhaltbar im rechten Dreiangel ein - 3:3 (85.). Ein wunderschönes Sonntags-Tor - zum Leidwesen der Loksche. Immerhin wurde, trotz vier Minuten Nachspielzeit, der erhoffte Punktgewinn über die Zeit gebracht.

Fazit: Niemand weiß so Recht, ob man sich freuen oder "weinen" soll. Zur Halbzeit noch mit 3:1 geführt, am Ende "nur" ein 3:3. Doch die klare Pausenführung war etwas glücklich und sicherlich ein Tor zu hoch. Dazu spielte im zweiten Durchgang nur Auerbach. Und zählt man die Großchancen des VfB zusammen, hätte sich die Loksche auch über ein 3:6 nicht beschweren können. Also heißt es nun, den Punkt (und die Tabellenführung) zu "genießen". Nächste Woche wartet bei Budissa Bautzen die nächste schwere Auswärtshürde. Dann sicherlich ohne "Sünder" Kind aber hoffentlich wieder mit dem Duo Engler - Schreiber ...

 (von Chris Paul)