07. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

FC Carl Zeiss Jena II

1. FC Lokomotive Leipzig
2 0

Spieldaten
 
Datum
04. Oktober 2008
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Ernst-Abbe-Sportfeld (Jena)
Zuschauer
1.759
Schiedsrichter
 
Jens Cyrklaff (Neuhausen)
Torschützen
1:0 Eismann (33.), 2:0 Petersen (34.)
Gelb
Amrhein - Jülich, Schreiber
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
FC Carl Zeiss Jena II
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Martin Dwars
1 Jan Evers
2 Amadeus Wallschläger
17 Holger Krauß
3 André Schmidt
19 Anton Köllner
4 Marian Spanier
6 Torsten Jülich
5 Christian Schraps
3 Marcel Hensgen
6 Sören Eismann
 
23 David Quidzinski (ab 46. 7 Alexander Kunert)
9 Nils Petersen (ab  90. Lucas Mosert)
4 René Ledwoch
10 Patrick Amrhein (ab 84. Dmytro Schlachta)
13 Stephan Knoof (ab 66. 10 René Heusel)
11 Phillip Röppnack
16 Manuel Starke
19 Danny Reuther
22 Ralf Schreiber
20 Dominik Eggemann (ab 71. Pardis Fardjad-Azad)
14 Norris Höhn (ab 46. 21 Rico Engler)

Trainer
Michael Junker
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben die erste Halbzeit verpennt!"

Wertung

2 Sterne (Der Ex-Tabellenführer aus der Messestadt enttäuschte vor allem im ersten Durchgang und verlor so verdient bei den Jena-Bubis!)

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Spielbericht

Viele Monate der Ruhe waren trügerisch beim 1. FC Lok Leipzig. Denn am Sonnabend kassierte der Probstheidaer Verein in Jena gegen die Zweite des FC Carl Zeiss einen herben Dämpfer. Dafür sorgte indes nicht die Oberliga-Elf, die nach der 0:2-Niederlage die Tabellenführung verlor, sondern cirka 40 Unbelehrbare im mit 1300 Zuschauern ausverkauften Gäste-Block. Die zündeten nach einer Stunde Rauchbomben und schossen Leuchtraketen in Richtung Jenaer Anhänger, so dass Schiedsrichter Jens Cyrklaff die Partie für fünf Minuten unterbrach. Die Chaoten waren bereits nach drei Minuten aufgefallen, als sie antisemitische Sprüche grölten. Doch nach Aufforderung des Stadionsprechers, die Rufe zu unterlassen war Ruhe – bis zur 60. Minute. Steffen Kubald wird demnächst weitere Stadionverbote gegen einige Uneinsichtige aussprechen. Bei diesen jungen Männern fanden die Ordner bei Eingangskontrollen zehn Kilogramm Rauchbomben. „Wir brauchen deren Namen von der Polizei. Dann können wir handeln“, sagte der Lok-Chef. Er rechnet mit einer Strafe durch den Nordostdeutschen Fußball-Verband. „Hoffentlich wird berücksichtigt, wie wir uns als Verein bemühen, solche Ausraster Einzelner zu verhindern, so dass man uns keine Punkte abzieht“, meinte Kubald. Spielmacher Manuel Starke zog nach dem Abpfiff ein langes Gesicht, allerdings weniger wegen der Niederlage. „Ich war zum ersten Mal nicht mit bei den Fans zum Abklatschen. Ich bin wütend wegen der Raketen. Auch wenn es wenige sind, die durchdrehen.“ Das Match gegen die mit sechs Profis aus dem Drittliga-Kader angetretenen Thüringer sah der Student nicht so schlecht. „Wir waren mit Jena auf Augenhöhe. Wir haben uns als Mannschaft ordentlich präsentiert, haben nur zu viele Chancen ausgelassen.“
Da hat der 22-Jährige offenbar nur Hälfte zwei gemeint. Denn vor der Pause waren die Gastgeber vor 1759 Zuschauern die bessere Elf, wobei sie vorn lange Zeit genau so harmlos wirkten wie die Leipziger. Umso überraschender der Doppelschlag binnen 60 Sekunden. Einen Freistoß von linksaußen, verursacht von Kapitän Holger Krauß („Das war blöd von mir“), segelte an Keeper Jan Evers vorbei genau auf den Kopf von Soeren Eismann, der ungehindert zum 1:0 (33.) einköpfte. Zu allem Überfluss vertändelten die Gäste den Ball nach dem Anstoß. Nils Petersen nutzte den Schnitzer eiskalt und schob aus abseitsverdächtiger Position zum 2:0 ein.  Mit Wiederbeginn stand eine stärkere Lok-Elf auf dem gepflegten Rasen. Obgleich sie spielerisch unter ihren Möglichkeiten blieben, erarbeiteten sich die Gäste vier klare Chancen, die sie zum Teil kläglich (Marcel Hensgen, Rico Engler) vergaben. Pech hatte der eingewechselte René Heusel mit einem Pfostenschuss. „Wir haben Lok mit dem Doppelschlag den Nerv gezogen“, meinte Jenas Coach Michael Junker. Lok-Trainer Rainer Lisiewicz, der heute seinen 59. Geburtstag feiert, sprach von einer „verpennten ersten Hälfte“. Routinier Torsten Jülich nannte diesen Abschnitt „eine Katastrophe, so dass die Niederlage verdient war.“
 

 ("Leipziger Volkszeitung" von Norbert Töpfer)