11. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

ZFC Meuselwitz

1. FC Lokomotive Leipzig
3 0

Spieldaten
 
Datum
12. April 2009
Uhrzeit
13.30 Uhr
Spielstätte
bluechip ARENA (Meuselwitz)
Zuschauer
3.990 (ausverkauft)
Schiedsrichter
 
Dirk Simon (Schkopau)
Torschützen
1:0 Oswald (37./Foulelfmeter), 2:0 Gasch (81.), 3:0 Adam (87./Eigentor)
Gelb
Müller, Rudolph - Hensgen, Knoof, Starke, Schreiber
Gelb-Rot
Keine
Rot
Oswald (69./ZFC), Heusel (82./Lok)

Aufstellung
ZFC Meuselwitz
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Oliver Dix
20 Dennis Fall
2 Jaroslav Jamrich
17 Holger Krauß
6 Frank Müller
19 Anton Köllner
7 Mirko Kotowski
6 Torsten Jülich
8 Rene Weinert (ab 89. 15 Mirko Graf)
3 Marcel Hensgen (ab 79. 11 Kevin Adam)
10 Felix Hesse
 
22 Ralf Schreiber
13 Sebastian Gasch
4 René Ledwoch (ab 74. 8 Georg Froese)
17 Philipp Riese (ab 84. 23 Michael Rudolph)
13 Stephan Knoof
18 Karsten Oswald
16 Manuel Starke
20 Daniel Ferl
21 Rico Engler (ab 40. 12 Tommy Kind)
22 Irakli Gemazashvili (ab 79. 14 Carsten Weis)
10 René Heusel

Trainer
Damian Halata
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ein verdienter Sieg für Meuselwitz. Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten mindestens einen Punkt. Nun müssen wir eben in Magdeburg gewinnen."
Damian Halata (ZFC-Trainer) "Es war das erwartet schwere Spiel. Unsere Taktik war, Leipzig nicht ins Spiel kommen zu lassen, was uns über die meiste Zeit hervorragend gelungen ist."

Wertung

3 Sterne (Lok verliert - verdient - ein rassiges Spitzenspiel. Die Niederlage fiel nur ein Tor zu hoch au!)

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Spielbericht

Spitzenspiel vor ausverkauftem Haus

Wieder mal ein Spitzenspiel in der Oberliga Nordost, Staffel Süd, mit Beteiligung des 1. FC Lok: Nach dem 4:3-Herzinfarktgefahr-Sieg gegen Jena II fuhr die Truppe von Rainer Lisiewicz am Ostersonntag als Tabellenzweiter ins nahe Meuselwitz, um dort beim Dritten nicht nur Ostereier zu suchen, sondern möglichst auch einen oder mehrere Punkte zurück in die Messestadt mitzunehmen. Nicht helfen konnte dabei allerdings Jan Evers, der sich beim Abschlusstraining am Rücken verletzt hatte – für ihn stand erstmals in einem Pflichtspiel Winterpausen-Neuzugang Dennis Fall im Tor. Auch die Heimmannschaft musste auf einen Leistungsträger verzichten: Sturmlatte Martin Bocek saß gelbgesperrt nur auf der Tribüne. Trotzdem war für eine hochklassige Partie alles angerichtet: Bestes (Lok-)Wetter, ausverkauftes Haus – 3.990 Zuschauer, davon etwa 2.000 aus Leipzig – und zwei Teams, die bis in die Haarspitzen motiviert waren.

 Heusel vergab Führung – Oswald traf vom Punkt

Beide Teams begannen vorsichtig und abwartend. Meuselwitz in den ersten Minuten optisch leicht überlegen, die erste zählbare Chance hatte allerdings der 1. FC Lok: Weil ein Heimspieler eher am Ball war, kam Engler nicht an einen Steilpass aus der eigenen Abwehr, allerdings rollte die Kirsche direkt René Heusel vor die Füße, der es aus 25 Metern mit einem Flachschuss probierte – ein Lupfer über den heraus geeilten ZFC-Keeper Oliver Dix wäre wohl die bessere Wahl gewesen (15.). Danach viel Leerlauf – für Gefahr sorgten nur Standards: In der 21. Minute ein kleiner Bock von Debütant Fall, der einen Eckball erst im Nachfassen unter Kontrolle bringen konnte und auch auf der Gegenseite eine gefährliche Ecke: Starke stand am langen Pfosten und köpfte direkt Richtung Eck, aber Dix stand schon da und fing den Ball locker aus der Luft. Richtig gefährlich wurde´s dann zweimal durch Rico Engler: Zunächst endete eins seiner berühmten Dribblings übers halbe Spielfeld erst mit einem Fall im Strafraum – ob Elfmeter oder nicht, war sehr schwer zu erkennen. Dann köpfte er aus 17 Metern Richtung Tor, aber Dix konnte den immer länger werdenden Ball noch zur Ecke klären (28.). Der Knackpunkt des Spiels dann in der 36. Minute: Meuselwitz-Kapitän Karsten Oswald zog gegen zwei Gegenspieler unaufhaltsam in den Strafraum, wo René Ledwoch ihm in die Beine grätschte – klarer Elfmeter, den der Gefoulte selbst eiskalt verwandelte. Danach wirkte die Loksche geschockt und hätte vor der Pause fast noch das 0:2 kassiert, als der starke Sebastian Gasch vor dem heraus geeilten Fall zum Schuss kam, aber Holger Krauß den Ball noch in letztem Moment von der Torlinie kratzen konnte (41.). Zu allem Überfluss musste kurz danach auch noch Rico Engler, der bis dahin der mit Abstand gefährlichste Lok-Angreifer war, wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden.

Zweimal rot und zwei Tore 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit die Loksche nun offensiver und auf den Ausgleich bedacht – die Chancen erspielte sich jedoch zunächst Meuselwitz, aber Gasch vergab per Kopf (48.) und per Fuß (49.) gute Einschussmöglichkeiten. Auch danach unsere Blau-Gelben weiterhin bemüht, aber ohne Durchschlagskraft. Die nächste gefährliche Aktion ging so abermals vom ZFC aus, als Riese sich im Strafraum durchtanken konnte, Fall aber glänzend entschärfte (59.). Ein roter Silberstreif am blau-gelben Horizont dann in der 69. Minute: Oswald hatte sich gegen „Kampfschwein“ Marcel Hensgen zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen, worauf Schiri Dirk Simon den Sünder zum Duschen schickte. Doch auch aus der Überzahl konnte der FCL in der Folgezeit kein Kapital schlagen – Meuselwitz kämpfte und machte die Räume eng, sodass nur ein Freistoß von Knoof (74.) und ein Schuss vom eingewechselten Froese (78.) für ein bisschen Gefahr sorgten. In der 81. Minute dann der endgültige Todesstoß für die Leipziger Siegambitionen: Schreiber verpasste einen Meuselwitzer Steilpass, Gasch sagte ‚Danke‘, umkurvte noch Fall und schob zum vorentscheidenden 2:0 ein. Und um die Niederlage der Loksche rund zu machen, flog erst Heusel nach einer Tätlichkeit gegen Daniel Ferl vom Platz (82.), dann profitierte ZFC-Spieler René Weinert von einer Leipziger Fehlpass-Stafette und besorgte den 3:0-Endstand (87.).

Lok bemüht – Meuselwitz aggressiver

Fazit: Lok wirkte bemüht, aber hatte im Vorwärtsgang zu wenig Durchschlagskraft. Das 3:0 fiel sicherlich mindestens ein Tor zu hoch aus, aber Meuselwitz war über die gesamte Spielzeit einfach einen Tick giftiger und aggressiver als unsere Blau-Gelben. Nun heißt es bis zur nächsten Woche, die Niederlage abzuhaken und sich in Magdeburg die verlorenen Punkte zurück zu holen.

(von Carsten Muschalle)