12. Spieltag  Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

SSV Markranstädt
3 0

Spieldaten
 
Datum
14. November 2008
Uhrzeit
19.10 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
3.559
Schiedsrichter
Lars Albert (Tannenbergsthal)
Torschützen
1:0 Heusel (46.), 2:0 Heusel (71.), 3:0 Knoof (90.+1)
Gelb
Hensgen, Knoof, Köllner - Kujat, Kipping, Klauß
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
SSV Markranstädt
1 Jan Evers
1 Alexander Moritz
17 Holger Krauß
2 Patrice Meißner
19 Anton Köllner
4 Frank Räbsch
6 Torsten Jülich
5 Ronny Kujat
3 Marcel Hensgen
6 Rico Kipping
24 Robert Roscher (ab 64. 7 Alexander Kunert)
9 Benjamin Fraunholz (ab 82. 17 Sebastian Hauck)
13 Stephan Knoof
10 Christian Mittenzwei
25 David Reich (ab 46. 21 Rico Engler)
12 Sebastian Seifert
16 Manuel Starke
13 Robert Gottelt
10 René Heusel (ab 73. 22 Ralf Schreiber)
22 Stefan Horlborg (ab 72. 11 Robert Klauß)
12 Tommy Kind
24 Mario Schaaf (ab 77. 23 Felix Bartolini)

Trainer
Rainer Lisiewicz
Tino Vogel

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass uns die Bautzen-Niederlage noch in den Beinen und im Kopf steckte. Das lief im zweiten Durchgang dann besser. Und man kann nach sechs Heimsiegen in Serie schon für den Gegner sagen, dass es wohl keine Schande ist, drei Treffer in Probstheida zu kassieren. Für René Heusel habe ich mich natürlich gefreut und wenn er so weiterspielt, ist er aus der Mannschaft nicht weg zu denken. Aber es zählen keine Namen, sondern nur Leistungen."
Tino Vogel (SSV-Trainer) "Glückwunsch an den 1. FC Lok - der Sieg war verdient. Zur Halbzeit sah es noch nicht danach aus. Doch für Schönheit gibt es halt keine Punkte. Das 0:2 hat uns dann das Genick gebrochen - das war tödlich. In der 2. Halbzeit hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt."

Wertung

2,5 Sterne (Halbzeit eins ein Langweiler - Durchgang zwei ein kleines Fußball-Fest. Zumindest für blau-gelb!)

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Spielbericht

Freitagabend, Flutlicht, über 3500 Zuschauer - Spitzenreiter. Die Atmosphäre stimmte schon mal an diesem kühlen Abend, jetzt musste nur noch das kleine Leipziger Derby zu einem packenden Oberligaspiel mutieren. In Halbzeit eins gelang dies nicht. Nach dem Wechsel gewann der 1. FC Lok endgültig und klar die Oberhand und hatte wieder einen bärenstarken René Heusel in seinen Reihen. 3:0 (0:0) leuchtete am Ende an der schicken Anzeigentafel, die bekanntlich seit einigen Wochen wieder frisch in blau-gelb erstrahlt ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste auf den gesperrten (5. Gelbe) René Ledwoch verzichten. Für den das besonders bitter war, da er viele Jahre rund ums Stadion am Bad verbrachte und gern gegen seine alten Kameraden angetreten wäre.  Für ihn rückte Robert Roscher ins Team, ebenfalls neu dabei war David Reich für Rico Engler. Los ging die Partie mit einer Flanke von Roscher von rechts, SSV-Schlussmann Moritz mit Problemen - aber René Heusel kam nicht mehr ans Leder. Fünfzehn Minuten gespielt: Lok optisch überlegen und bemüht den Abschluss zu suchen aber ohne klare Torchance bis dahin. Weiter plätscherte das Spiel so vor sich hin, bis Anton Köllner im Strafraum völlig frei den Ball annahm und dann unglücklich über den Keeper hob, der das Leder gerade noch so an die Querlatte lenken konnte (30.). Den noch „heißen Ball“ nahm David Reich an der Strafraumgrenze volley und Moritz musste sich nochmals strecken um den Ball schließlich zur Ecke abzuwehren. Allerdings begann die Begegnung danach wieder langsam in sich zu ruhen. Sehr viel Stückwerk auf beiden Seiten, wobei die Hausherren das größere Wollen an den Tag legten. Kleiner Aufreger in der 38. Minute: Robert Gottelt bekommt im Strafraum den Ball an die Hand, sicherlich kein Strafstoß, aber für eine kurze Gemütsregung unter den sonst zurückhaltenden Zuschauern hat es genügt. Kurz vorm Pausentee wurde dann aus einem Krauß-Freistoß in der gegnerischen Hälfte ein Konter, den Benjamin Fraunholz fast verwertet hätte, wenn da nicht Torsten Jülich kurz vor der Torlinie für den geschlagenen Jan Evers geklärt hätte.

Zweite Halbzeit: Das Spiel läuft erst wenige Sekunden, René Heusel kommt unbedrängt an den Ball und zieht aus halbrechter Position ab. Flach schlägt das Spielgerät in der rechten Torwartecke ein und René Heusel bereits mit seinem dritten Streich in dieser Saison (46.). In der 54. Minute war es Rico Engler – mit dessen Einwechslung auch der bisher nicht vorhandene Schwung ins Spiel kam – der bis zum Strafraum dribbelte und dann auf Heusel ablegte. Doch Alexander Moritz war auf dem Posten und verhinderte den zweiten Treffer des „Fußballgottes“. Danach verfiel das Spiel wieder in das alte verkrampfte Muster zurück. Nun wollten die Schützlinge des neuen Coachs Tino Vogel natürlich den Ausgleich. Was Lok natürlich Konterchancen gab, Tommy Kind (70.) vergab eine davon. Drei Minuten später schlenzt Engler das Leder aufs lange Eck, Moritz kommt mit noch der Hand dran, doch hinter ihm steht Heusel, der mit einer artistischen Hüftdrehung den Ball in Brusthöhe mit dem Fuß trifft und ins Dreiangel bugsiert. Kurz darauf wurde er ausgewechselt und bekam seinen verdienten Matchwinner-Applaus. Danach gab es auch schönen Fußball zu sehen: Starke, Engler und Kunert kombinierten direkt, nur der Markranstädter Keeper hatte etwas gegen einen Treffer und lenkte den Ball vor Engler ins Toraus (80.). Der eingewechselte Ralf Schreiber hatte wenig später auch das 3:0 auf dem Fuß, doch auch hier rettete Moritz zur Ecke. Danach hatte nur noch Schreiber (86., 91.) und Kind (90.) die Chanc­e auf den dritten Treffer. Erzielt hat ihn allerdings Stephan Knoof, der aus 17 Metern Maß nahm und den Ball flach ins Eck zirkelte. Schluss, Abpfiff, große Freude in Probstheida.

Fazit: Kämpferisch war dem 1. FC Lok wieder über die gesamte Spielzeit kein Vorwurf zu machen. Doch erst in Hälfte zwei kam Durchschlagskraft und Spielwitz dazu. René Heusel schoss im Alleingang den 1. FC Lok zumindest für eine Nacht wieder an die Tabellenspitze. Der SSV Markranstädt war insgesamt viel zu harmlos. Am Mittwoch wird Erzgebirge Aue II (12.30 Uhr) wahrscheinlich ein größerer Prüfstein für die Lisiewicz-Elf, die ihre makellose Heimspiel-Bilanz fortsetzte (6 Heimspiele, 6 Siege).

(von Arthur Schramm)