16. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

FC Rot-Weiß Erfurt II

1. FC Lokomotive Leipzig
0 2

Spieldaten
 
Datum
22. April 2009
Uhrzeit
17.30 Uhr
Spielstätte
Steigerwaldstadion (Erfurt)
Zuschauer
801
Schiedsrichter
 
Sebastian Schmickartz (Berlin)
Torschützen
0:1 Schreiber (31.), 0:2 Höhn (90.)
Gelb
Gerke, Ernst, Ivanov, Mees, Heim - Ledwoch, Froese, S. Hellmund
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
FC Rot-Weiß Erfurt II
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Jonas Heidrich
1 Jan Evers
4 Christopher Handke
17 Holger Krauß
5 Tobias Eckermann
19 Anton Köllner
6 Tino Gerke
24 Robert Roscher (ab 61. 11 Kevin Adam)
7 Tobias Ernst (ab 63. 18 Sascha Strauss)
3 Marcel Hensgen
9 Ivaylo Ivanov (ab 71. 11 Kemal Sarvan)
 
4 René Ledwoch
10 Thomas Ströhl
15 Sven Hellmund
13 Christoph Göbel
13 Stephan Knoof
15 Sebastian Mees
18 Steven Aßmann
16 Denis Wolf (ab 31. 3 Herbert Biste)
22 Ralf Schreiber (ab 89. 14 Norris Höhn)
17 Christian Heim
8 Georg Froese (ab 80. 12 Tommy Kind)

Trainer
Albert Krebs
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ein verdienter Sieg mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft: Bis auf einige Standardsituationen haben wir nur sehr wenige Chancen der Erfurter zugelassen – das war der Schlüssel zum Sieg. Jetzt wollen wir am Samstag auch gegen Borea Dresden gewinnen."
Albert Krebs (RWE-Trainer) "Das war ein typisches Spiel für uns. Wir halten gut mit und Lok macht die Tore. Dem ersten Treffer ging ein Fehlpass von uns voraus und vorm zweiten Tor – das war kein Zweikampfverhalten."

Wertung

2 Sterne (Ein Arbeitssieg für den 1. FC Lok - mit dem letzten Aufgebot. Hut ab!)

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Spielbericht

Lok ersatzgeschwächt, Erfurt mit Verstärkungen

Schwierige Ausgangssituation vor dem Nachholer bei der Zweiten von Rot-Weiß Erfurt: Mit Torsten Jülich (5. Gelbe), Manuel Starke (10. Gelbe) und René Heusel (Rote Karte gegen Meuselwitz) fehlten gleich drei Leistungsträger wegen Sperren, zudem laborierten Alexander „Bommel“ Kunert und Rico Engler (beide Zerrung) an Verletzungen. Zudem konnte der Tabellenletzte aus der Thüringer Landeshauptstadt am frühen Mittwoch-Abend mit Thomas Ströhl und Denis Wolf zwei Akteure aufbieten, die in dieser Saison schon einige Spielpraxis in der Dritten Liga sammeln konnten.

Erfurt drückte – Lok traf

Verkehrte Welt deswegen in der ersten halben Stunde der Partie. Der blau-gelbe Aufstiegsaspirant aus Leipzig fast nur in der Defensive, der Abstiegskandidat aus dem Bratwurst-Land spielerisch deutlich überlegen und deswegen auch folgerichtig mit den ersten Chancen: In der 12. Minute kam der agile Wolf vor dem heraus eilenden Evers an den Ball, umkurvt den Lok-Hüter und passte in die Mitte. Dort stand Christoph Göbel, der sich nur noch die Ecke aussuchen musste, sich aber zum Glück für die Tormitte entschied, wo Anton Köllner retten konnte, bevor René Ledwoch den Ball aus der Gefahrenzone drosch. Eine Minute später die nächste Schrecksekunde für Lok: Eine Ecke der Erfurter köpfte Georg Froese aufs eigene Tor, aber Evers bog den Ball noch über die Latte. In der 23. Minute konnte Sven Hellmund, Leihgabe aus der Zweiten, Erfurts Mittelfeldmotor Wolf nur mit einer rüden Grätsche von hinten in die Beine stoppen. Ergebnisse waren, dass Wolf fortan nur noch über den Platz humpelte und wenig später ausgewechselt werden musste und ein Freistoß, den Tino Gerke nur wenige Zentimeter übers Gehäuse von Evers setzte. Die erste Chance für den FCL in der 27. Minute: Hellmund flankte von der linken Seite, aber Ledwochs Kopfball strich zwei, drei Meter am Tor des insgesamt sehr unsicher wirkenden Rot-Weiß-Keepers Jonas Heidrich vorbei. Besser machte es die Lok wenig später: Ledwoch erkämpfte mit schönem Forechecking den Ball, spielte sofort steil auf Ralf Schreiber, der mit einem Flachschuss eiskalt zum zu diesem Zeitpunkt sehr schmeichelhaften 1:0 einschob – weil danach nichts mehr passierte, gleichzeitig auch der Pausenstand.

Erfurt bemüht – Lok sicher

Großer Aufreger gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit: Wiederum Ledwoch mit schönem Steilpass, diesmal auf Froese. Der kreuzte vor seinem Gegenspieler und wurde von diesem im Strafraum gelegt, der fällige Pfiff blieb jedoch aus. Danach plätscherte das Spiel die meiste Zeit vor sich hin. Lok nun überwiegend mit konzentrierter Defensivarbeit, Erfurt bemüht, aber nur mit Slapstick-Einlagen wie dieser wirklich auffällig: Zwei Rot-Weiß-Kicker behinderten sich gegenseitig bei der Ausführung eines Freistoßes, Ströhl flankte diesen schließlich gut in die Mitte, wo Christopher Handke stand, der sich jedoch gedanklich im falschen Strafraum befunden haben muss, weil er den Ball mustergültig in Richtung Mittellinie drosch. Die Entscheidung schließlich in der 90. Minute: Der gerade eingewechselte Norris Höhn erhielt den Ball an der Strafraumgrenze, drehte sich schön um seinen Gegenspieler und schlenzte den Ball anschließend ganz überlegt über den Keeper zum 2:0. In der Nachspielzeit noch zwei schöne Konter-Chancen für den 1. FC Lok, aber das dritte Tor, das wohl auch ein wenig zu viel des Guten gewesen wäre, fiel nicht mehr.

Im Stile einer Spitzenmannschaft

Fazit: Kein schönes Spiel, aber auch für einen Arbeitssieg wie in Erfurt gibt es drei Punkte. Lok konnte mit seiner stark ersatzgeschwächten Mannschaft fußballerisch nicht überzeugen, stand aber defensiv recht sicher und gewann letztendlich im Stile einer echten Spitzenmannschaft – mit durchschnittlicher Leistung und zu Null. Jetzt gilt es, den Aufwärtstrend am Samstag gegen Borea Dresden fortzusetzen und einen weiteren Dreier auf dem Weg zum großen Ziel Regionalliga-Aufstieg einzufahren.

(von Carsten Muschalle)