18. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

VfB 1909 Pößneck

1. FC Lokomotive Leipzig
2 2

Spieldaten
 
Datum
07. März 2009
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Stadion an der Warthe (Pößneck)
Zuschauer
848
Schiedsrichter
 
Lasse Koslowski (Berlin)
Torschützen
0:1 Heusel (10.), 1:1 Fischer (25.), 1:2 Heusel (63.), 2:2 Scholze (75.)
Gelb
Römer, Hildebrandt - Hensgen, Ledwoch, Schreiber, Heusel
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
VfB 1909 Pößneck
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Felix Weiß
1 Jan Evers
2 Martin Kolan
17 Holger Krauß (ab 81. 18 Steven Aßmann)
3 Sascha Tröger
19 Anton Köllner
4 Faruk Hujdurovic
6 Torsten Jülich
5 Michael Urbansky
3 Marcel Hensgen (ab 69. 21 Rico Engler)
6 Mario Scholze
 
22 Ralf Schreiber
7 Robert Römer (ab 84. 12 Chris Heimlich)
4 René Ledwoch
10 Raik Hildebrandt
13 Stephan Knoof
11 Robert Fischer
16 Manuel Starke
14 Dominik Müller
12 Tommy Kind (ab 84. 5 Robert Rüthrich)
20 Alexander Gleis (ab 67. 8 Jan Stronczynski)
10 René Heusel

Trainer
Thomas Köhler
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Es war natürlich sehr schwierig auf diesen Platz ordentlich Fußball spielen zu können. Nach dem Wochenende müssen wir sehen, was der Punkt Wert ist. Wir hatten genügend Chancen zum dritten Tor, hätten am Ende aber genauso gut verlieren können."
Thomas Köhler (VfB-Trainer) "Es war ein kampfbetontes Spiel, aber etwas anderes war auf dem Platz auch nicht möglich. Die ersten 20 Minuten haben wir gespielt, wie das Kaninchen vor der Schlange. Bei Standards hat es lichterloh gebrannt. Doch ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen, wie sie zweimal nach einem Rückstand zurück kam. Wir können mit dem Punkt gut leben."

Wertung

2 Sterne (Ein katastrophaler Platz ließ keinen Fußballleckerbissen zu - Abwehrpatzer verhinderten einen Auswärts-Dreier!)

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Spielbericht

Nach zweimaliger Führung erreichte der 1. FC Lok Leipzig im Auswärtsspiel beim Oberliga-Siebten VfB Pößneck ein 2:2 (1:1). Vor 848 Zuschauern gelang den Leipzigern ein toller Start, als René Heusel die frühe Führung aus Nahdistanz besorgte hatte (10.). Robert Fischer egalisierte das Ergebnis eine Viertelstunde darauf. Mit einem Traumtor in den linken Giebel ließ abermals Heusel die mehr als 500 mitgereisten Lok-Fans vom Dreier träumen (64.), ehe Pößnecks Kapitän Mario Scholze eine Unordnung in der Gäste-Abwehr zum Endstand bestrafte (75.).

Perfekter Beginn dank Heusel

In der Startformation ersetzten René Heusel und Tommy Kind nach ihren erfrischenden Leistungen gegen Wolfen Georg Froese und Robert Rüthrich im Lok-Angriff, während Rainer Lisiewicz defensiv wieder auf die erfahrenen Marcel Hensgen und Anton Köllner zurückgriff. Als wollen sie noch einmal dem VfB Leipzig kondolieren, der vor fast fünf Jahren das letzte Auswärtsspiel seiner Geschichte in Pößneck bestritten hatte, trat der FCL an der „Warthe“ in komplett schwarzem Outfit an. Doch von wegen Trauergemeinde. Im ersten konstruktiv heraus gespielten Angriff der Partie leitete Manuel Starke eine Raum öffnende Ablage auf Schreiber, dessen Flanke René Heusel erreichte, der aus fünf Metern nur den Schlappen hinhalten brauchte und zur umjubelten Führung traf (10.).

Ein perfekter Beginn auf schwerem, aber den Umständen entsprechend gutem Geläuf. Beinah hätte die Anfangsphase sogar den Status „Traumstart“ verliehen bekommen. Nur fünf Minuten nach dem Tor warf Stephan Knoof eine sehr vielen Einwurfflanken in den Strafraum, eine Kopfballverlängerung später stand Ralf Schreiber in der Luft und beförderte die Kugel per artistischem Fallrückzieher flach ins linke Eck. Jedoch verweigert Schiri Koslowski die Anerkennung aufgrund gefährlichen Spiels. Schreiber vollbrachte das Kunststück zu nah am gegnerischen Verteidiger.

Fischer fällt der Ball vor die Füße

Die Gastgeber legten erst durch den Rückschlag den Respekt ab, wirkten in der Folge sogar agiler. Müller, Hildebrandt und Römer probierten es aus der Ferne, was Jan Evers allerdings zu keinen unnötigen Streckübungen zwang. Dann trat Mario Scholze einen scharf angeschnittenen Freistoss aus halbrechter Position, Kind rutschte aus, konnte den Ball nicht klären, der Pößnecks Angreifer Robert Fischer acht Meter vor dem Tor direkt vor die Füße fiel und von ihm humorlos aus der Drehung dem machtlosen Evers noch durch die Beine zum Ausgleich geschossen wurde (25.). Spielerisch blieb es von beiden Teams Schonkost, viel mehr als intensiver Kampf und gefährliche Standards waren bei den äußeren Umständen kaum möglich. Eine Schreiber-Ecke fiel zehn Minuten vor der Pause ohne Umwege direkt auf die Latte. Kräftig durchpusten hieß es für Aktive und Fans der „Loksche“ Augenblicke vor der Pause. Evers und Krauß zeigten gegenseitige Uneinigkeit, wer den Ball zu klären vermochte, Scholze profitierte, legte den Ball von der Grundlinie in den Rückraum, wo Alexander Gleis angerauscht kam und nur um Zentimeter vorbei schob.

Heusels Traumtor, Scholzes Cleverness

Kurz nach Wiederanpfiff verschätzte sich Evers bei einem Scholze Freistoss, doch Fischers Kopfball flog weit über das Gehäuse. Mit einem herrlichen Pass entsandte Manuel Starke in der 55. Minute Ralf Schreiber in die Gasse, der lief von halblinks kommend allein auf Felix Weiß, überwand ihn – wurde dabei vom Pößnecker Keeper noch gefällt, doch Torjubel und Elfmeterpfiff blieben aus, da Hujdurovic zwei Meter vor der Linie klärte und auch Schiri Koslowski kein Foulspiel an Schreiber sah. Wenig später lief Fischer auf der linken Seite Hensgen davon, spielte quer durch den Strafraum, am langen Pfosten hielt Römer das lange Bein hin, Evers konnte mit den Füßen parieren (62.).

Dann fand Starke René Heusel; eine Annahme, ein Schuss aus 25 Metern genau in den linken Giebel. Riesenjubel, Riesenerleichterung, der Riesenschritt in Richtung Auswärtssieg, den die mitgereisten Schlachtenbummler lauthals herbei skandierten. Pößneck musste nun kommen und tat das auch. Erst flog Römers Versuch aus 16 Metern knapp übers Tor (68.), danach tauchte urplötzlich Hildebrandt nach einer Flanke völlig frei vor Jan Evers auf, der ihn jedoch in erhöhter Gefahrenzone gekonnt abdrängen konnte (74.). Nur eine weitere Minute war auf der Uhr vergangen, ehe es ein zweites Mal in Evers’ Kasten klingelte. Fast deckungsgleich wie beim 1:1 hatte die Lok-Defensive mehrmals die Chance zu klären, bekam aber den Ball nicht aus dem eigenen 16er. Es herrschte Verwirrung, die Mario Scholze clever aus zwölf Metern zu nutzen wusste. Es war der am Ende gerechte Endstand.

(von Maximilian Hendel)