23. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Magdeburg II

1. FC Lokomotive Leipzig
2 3

Spieldaten
 
Datum
19. April 2009
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Heinrich-Germer-Stadion (Magdeburg)
Zuschauer
1.091
Schiedsrichter
 
Andreas Kasenow (Greiz)
Torschützen
0:1 Aßmann (17.), 1:1 Georgi (22.), 2:1 Matthias (35.), 2:2 Hensgen (50.), 2:3 Köllner (71.)
Gelb
Bauer, Zander, Osterland - Hensgen, Jülich, Starke, Köllner, Kunert
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Magdeburg II
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Martin Geisthardt
1 Jan Evers
2 Christian Weiß
17 Holger Krauß
4 Daniel Bauer
19 Anton Köllner
5 Kevin Knöfler
6 Torsten Jülich
7 Maik Georgi
3 Marcel Hensgen (ab 82. 24 Robert Roscher)
9 Deniz Siga (ab 85. 6 Sören Osterland)
 
4 René Ledwoch
13 Pascal Matthias
7 Alexander Kunert (ab 68. 25 David Reich)
17 Marcel Brendel (ab 70. 14 Steven Herold)
18 Steven Aßmann
18 Marcel Werner
16 Manuel Starke
20 Mehmet Dragusha (ab 76. 3 Christian Loth)
22 Ralf Schreiber (ab 84. 8 Georg Froese)
22 Martin Zander
12 Tommy Kind

Trainer
Andrzej Wojcik
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Ein bissel Glück haben wir heute schon gehabt. Aber die Gegentore haben wir praktisch wieder selbst erzielt. In der 2. Halbzeit habe ich umgestellt und die Mannschaft hat wieder einmal Moral bewiesen. Im Aufstiegskampf ist noch nichts entschieden."
Andrzej Wojcik (FCM-Trainer) "Der Fußballgott war heute nicht auf unserer Seite. Kurz nach der Pause hätten wir das 3:1 machen müssen. Das 3. Tor von Lok war ein Foul am Torhüter, aber der Schiri hat nicht gepfiffen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Jungs."

Wertung

3 Sterne (Was für ein dramatischer Kick in Magdeburg - garantiert nichts für schwache Nerven. Lok am Ende mit dem nötigen Glück gegen den starken FCM II!)

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Spielbericht

Puh, was war das wieder für ein Kick: Der 1. FC Lokomotive Leipzig bleibt nach einem hoch spannenden 3:2 (1:2)-Erfolg bei der verstärkten Zweiten von Regionalligist 1. FC Magdeburg im Aufstiegsrennen. Es bleibt bei den durchaus glücklichen Dreier in Sachsen-Anhalt bei drei Punkten Rückstand gegenüber Meuselwitz und Auerbach. Dabei sah es bis zur 50. Minute nach einem klaren Erfolg für die starken Gastgeber aus. Aber rein ins Spiel ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz musste heute u. a. auf die gesperrten René Heusel (nach Rot gegen Meuselwitz) und Stephan Knoof (5. Gelbe in Meuselwitz) verzichten. Dazu fehlte Sturm-Flitzer Rico Engler nach Oberschenkel-Zerrung. Dafür bildeten in der Landeshaupt von Sachsen-Anhalt Ralf Schreiber und Tommy Kind das Sturmduo. Hinter den Spitzen bekam Steven Aßmann eine Chance von Anfang an, während Manuel Starke ins defensive Mittelfeld rückte. Der Gastgeber verstärkte sich gleich mit sieben Kickern aus der Regionalliga-Truppe. Die bekanntesten Namen: Daniel Bauer, Martin Zander und natürlich Mehmet Dragusha. Gekickt wurde dagegen nicht in Regionalliga-Gefilden, sondern um kleinen Heinrich-Germer-Stadion in der Salzmannstraße. Sicherheitstechnisch bewegte man sich aber auf Champions-League-Niveau. Die offiziell 226 Lok-Fans im Gästeblock wurden von drei Hundertschaften Polizei "bewacht" und von der A14 per Polizei-Konvoi zum Stadion gebracht. Am Ende kamen insgesamt 1.091 zahlende Fans - so viel wie in allen Heimspielen der FCM II bisher insgesamt. Das Spiel begann dann auch gleich mit einem Zuckerpass von Mehmet Dragusha auf den starken Deniz Siga. Doch Lok-Keeper Jan Evers kam aus dem Kasten und grätschte Siga noch die Kugel vom Fuß (6.). Auf der Gegenseite probierte es Marcel Hensgen mit einem langen Ball. Der flinke Steven Aßmann setzte nach, hat das Leder am Fuß - kann allein auf FCM-Keeper Geisthardt zugehen. "Atze" bleibt cool, umkurvt den Schlussmann und schiebt zur umjubelten 1:0-Führung ein (17.). Der Start konnte sich sehen lassen! Doch Sicherheit brachte die Führung nicht. Das Defensiv-Verhalten - weit weg von einer Oberliga-Spitzenmannschaft. Mehmet Dragusha sieht auf rechts den bärenstarken Maik Georgi. Der überläuft die Lok-Hintermannschaft und schiebt eiskalt aus 14 Metern ins linke, unsere Eck zum 1:1 ein (22.). Nur drei Minuten später legt Siga für Dragusha auf, doch aus 16 Metern ist Evers zur Stelle. Dann flankt der Deutsch-Türke Siga von rechts in den Strafraum, aber Marcel Brendel grätschte an der mittlerweile verdienten 2:1-Führung vorbei (29.). Vier Minuten später lenkte Lok-Kapitän Holger Krauß einen Dragusha-Freistoß um Zentimeter am eigenen Kasten vorbei. Glück gehabt. Doch dann netzten die Magdeburger "Bubis" doch noch ein. Deniz Siga bedient Maik Georgi, der wohl im Abseits stand - Georgi lässt sich nicht beirren und spielt von links aus flach in die Mitte. Da war Pascal Matthias mitgelaufen und schiebt in aller Ruhe zum 1:2 ein. Schock für Lok. Zum Glück war zehn Minuten später Pause ...

Lok-Coach Rainer Lisiewicz stellte um. Beförderte den bis dahin wenig starken Manuel Starke auf die Manndecker-Position, zog Torsten Jülich ins defensive Mittelfeld. Doch nur 120 Sekunden nach Wideranpfiff war die 1:3-Entscheidung überfällig. Pascal Matthias bekommt frei das Leder, Keeper Evers ist ausgespielt - Matthias muss also nur noch den Fuß hinhalten. Doch der schießt (im Gefühl des Jubels) unglaublicher weise am leeren Kasten vorbei. Unfassbar! Und wie es im Fußball so ist ("Wer unten steht ...", "Wer solche Dinger nicht macht ..." etc.), folgt die Strafe auf dem Fuß. Oder halt per Kopf! René Ledwoch setzte sich mal auf rechts durch, lupft das Leder in den Strafraum. Dort lauerte Defensiv-Spezialist Marcel Hensgen und köpft aus 7 Metern zum plötzlichen 2:2 ein (50.). Lok nun wie aufgedreht und Tommy Kind mit der dicken Chance zur Führung - vergeben (51.). Vier Minuten später segelte ein Krauß-Freistoß nur knapp am rechten Dreiangel vorbei. Dann ein starkes Solo von Steven Aßmann, aber sein Kunstschuss aus 16 Metern zischte über die Querlatte (59.). Magdeburg II kam zurück. Anton Köllner klärte gerade noch so vor Maik Georgi (65.) und dann kratzte Manuel Starke einen Schuss von eben diesen Georgi von der Torlinie (67.). Und was macht Lok? Treffen! Ein Ball fliegt hoch in den Strafraum, Keeper Martin Geisthardt und Manuel Starke gehen kurz vor dem Fünf-Meter-Raum in den "Luftkampf". Geisthardt verliert den Ball - Köllner staubt aus drei Metern ab. Aber Tor oder nicht? Der schwache Schiri Kasenow (Greiz) zeigt auf die Mitte. Lok führt 3:2 - Glück gehabt (71.). Aber noch waren 20 Minuten zu spielen. Aber heute war der Fußballgott blau-gelb. In der Nachspielzeit parierte Jan Evers mit der linken Hand einen Knaller von Martin Zander. Riesen-Jubel kurz darauf! Übrigens: Nach einer Tätlichkeit von Sören Osterland an Holger Krauß zeigte der Schiri nur Gelb.

Fazit: Mit Glück und Evers zu drei Punkten. Die Moral der Lok-Truppe - wieder einzigartig. Magdeburg II vergab klarste Chancen, während die Loksche fast eiskalt die Chancen nutzte. So bleibt blau-gelb also im Aufstiegsrennen. Dafür muss aber auch beim Nachholer am Mittwoch bei Erfurt II nachgelegt werden. Vielleicht sogar ohne eine Zitterpartie?

(von Chris Paul)