25. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

VfB Germania Halberstadt

1. FC Lokomotive Leipzig
0 0

Spieldaten
 
Datum
03. Mai 2009
Uhrzeit
14.00 Uhr
Spielstätte
Friedensstadion (Halberstadt)
Zuschauer
1.419
Schiedsrichter
 
Stefan Kleinschmidt (Mühlhausen)
Torschützen
Fehlanzeige!
Gelb
Kopp, Pölzing, Gerlach - Engler, Hensgen
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
VfB Germania Halberstadt
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Sebastian Kischel
1 Jan Evers
3 Sven Heit
17 Holger Krauß
4 Randy Gottwald
19 Anton Köllner
7 Robert Kalbus (ab 46. 10 Enrico Gerlach)
6 Torsten Jülich
11 Florian Eggert
3 Marcel Hensgen
14 Alexander Kopp
 
4 René Ledwoch
16 Felix Binsker
7 Alexander Kunert
17 Nils Pölzing
18 Steven Aßmann
18 Andreas Luck
16 Manuel Starke (ab 14. 25 David Reich)
20 Christoph Weichert
21 Rico Engler (ab 66. 22 Ralf Schreiber)
23 Leeroy Götz (ab 63. 26 Philip Saalbach)
8 Georg Froese (ab 74. 10 René Heusel)

Trainer
Andreas Petersen
Rainer Lisiewicz

   Interviews
Rainer Lisiewicz (Lok-Trainer)
"Wir haben heute ein gutes Oberliga-Spiel gesehen, dass von Zweikämpfen dominiert war. Halberstadt hatte sicherlich spielerische Vorteile und hatte mehr Großchancen."
Andreas Petersen (Germania-Trainer) "Es war ein temporeiches und von Emotionen geprägtes Spiel. Ich ziehe meinen Hut vor der Leistung der Mannschaft, sie hat sich den Arsch aufgerissen. Wir wollten heute unbedingt gegen eine Mannschaft gewinnen, die vor uns steht. Ich denke wir haben ein gutes 0:0 gesehen."

Wertung

2,5 Sterne (Halberstadt dominierte die Partie, war in Chancen haushoch überlegen - aber traf nicht!)

30 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Erstes von sechs Endspielen

Klare Ausgangsituation vor dem Auswärtsmatch in Halberstadt. Während unser 1. FC Lok als Dritter beim Tabellenvierten des heimischen VfB Germania vorstellig wurde, spielen in der Bluechip-Arena zu Zipsendorf fast zeitgleich die beiden Spitzenmannschaften aus Meuselwitz und Auerbach gegeneinander. Klar ist also: Nur ein Sieg in der Würstchenstadt hilft unseren Blau-Gelben, im Aufstiegsrennen Boden gut zu machen. Eine Niederlage würde dagegen fast das Ende aller Regionalliga-Träume bedeuten. Nicht mit dabei sind Alexander Kunert (Zerrung) und Tommy Kind (Schulter ausgekugelt), wieder in der Mannschaft dagegen Engler und Heusel, der nach dem Ablauf seiner Rot-Sperre jedoch erst mal auf der Bank Platz nehmen musste.

Halberstadt dominiert Hälfte eins

Von Anfang an machen aber die Gastgeber klar, dass sie trotz Nichtbeantragung der Regionalliga-Lizenz nicht im Entferntesten bereit sind, auch nur einen Zentimeter Rasen kampflos preiszugeben. Gleich in der ersten Minute die erste Chance für den VfB Halberstadt: Die Lok-Abwehr spekuliert auf Abseits, aber Germania-Angreifer Florian Eggert ist auf der linken Seite frei durch, zieht aber von halblinks etwa anderthalb Meter am Kasten vorbei. Und im Anschluss geht es nahtlos so weiter – nur Halberstadt am Drücker und den Lok-Kickern gelingt es nicht, gegen die robust agierenden Gastgeber nennenswerte Offensivaktionen zu starten. Deswegen VfB-Möglichkeiten in der 7. (Alexander Kopp per Kopf nach einem Freistoß), 25. (Köllner fälscht einen Eggert-Schuss unglücklich ab), 32. (Sven Heit mit Kopfball nach einer Ecke) und 39. Minute (Christoph Weichert mit einer Flanke, die immer länger wird). Zusätzlicher Wermuthstropfen in der 11. Minute: Manuel Starke und der Halberstädter Heit knallen im Kampf um den Ball mit den Köpfen zusammen. Der VfB-Spieler steht wieder auf, aber Starke bleibt blutend liegen und muss wenig später mit dem Notarztwagen abtransportiert werden – Verdacht auf Nasenbeinbruch. Viele Freunde in Halberstadt gewinnt zudem René Ledwoch, der direkt vor der Heimtribüne einige Freistöße provoziert und sich von den VfB-Anhängern einige Nettigkeiten anhören muss.

Germania macht den Sack nicht zu

Die zweite Halbzeit beginnt, wie die erste aufgehört hat: Halberstadt ist haushoch überlegen und drückt auf die Führung, dem 1. FC Lok gelingen nicht mehr als harmlose Bemühungen, die von den giftigen Germanen jedoch im Keim erstickt werden. Die erste gute Chance dann aber überraschenderweise für die Leipziger – allerdings steht dabei eher der Zufall Pate: Eine hohe Hereingabe fälscht ein Halberstädter Verteidiger fast in eigene Tor ab (59.). Die fällige Ecke köpft Köllner fast ins Tor, aber ein VfB-Spieler kann auf der Linie klären. Wer nun aber gedacht hat, dass die Loksche dieses Spiel zu seinen Gunsten kippen kann, sieht sich schnell getäuscht. Von nun an drückt nur noch der Gastgeber und hat in der 62. Minute eine hundertzehn-prozentige Torchance: Evers verschätzt sich bei einer Flanke und ist schon geschlagen, aber VfB-Angreifer Weichert trifft mit einem Pfostenschuss nur an das leere Tor, aber nicht hinein. Nächste Chance für Germania nur wenige Minuten später: Eine Hereingabe fällt Felix Binsker vor die Füße, der es aus einem Meter jedoch nicht fertig bringt, die Kirsche im Tor zu versenken (69.). Auch danach dominiert das Heimteam. In der 72. Minute tritt der immer gefährliche Eggert einen guten Freistoß, mit dem Evers etwas Mühe hat – aber noch steht die Null, genauso wie bei einem abgefälschten Freistoß, wieder von Eggert (75.), und dem anschließenden Eckball, den ein Halberstädter beinahe unbedrängt nur knapp übers Tor köpft. Danach kam der 1. FC Lok wenigstens ein bisschen ins Spiel, nahm nun endlich die Zweikämpfe an und hielt dagegen. Erste Folge: Wenigstens eine kleine Chance, als Köllner im Strafraum zum Kopfball hochsteigt, allerdings kann Germania-Keeper Sebastian Kischel mühelos klären (76.). Danach sind die Leipziger zwar endlich gleichwertig, außer einigen positiven Ansätzen passiert jedoch nicht mehr viel: Einen Freistoß von Krauß kann der Halberstädter Keeper zur Ecke klären, ganz am Ende pfeifft der insgesamt überfordert wirkende Schiri Stefan Kleinschmidt einen Vorteil ab, bei dem die eingewechselten Ralf Schreiber und René Heusel wohl frei durch gewesen wären – direkt danach war Schluss.

Saft-, kraft- und mutlos

Fazit: Satz mit X, das war wohl nix! Wenn die Bemühungen um den Aufstieg so aussehen wie an diesem Tag, kann man ab sofort getrost für ein weiteres Jahr in der Oberliga planen. Bis auf die letzten zehn, fünfzehn Minuten waren die Gastgeber dem 1. FC Lok spielerisch, aber eben auch kämpferisch, haushoch überlegen. Nur Dank einem soliden Jan Evers und vor allem ganz viel Glück steht am Ende ein Punkt. Will man am nächsten Sonntag im Spitzenspiel gegen den neuen Spitzenreiter Meuselwitz bestehen, muss die Leistung der Mannschaft sich jedenfalls um 180 Grad drehen.

(von Carsten Muschalle