27. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

SSV Markranstädt

1. FC Lokomotive Leipzig
0 1

Spieldaten
 
Datum
17. Mai 2009
Uhrzeit
13.30 Uhr
Spielstätte
Stadion am Bad (Markranstädt)
Zuschauer
1.961
Schiedsrichter
 
Marko Wartmann (Großvargula)
Torschützen
0:1 Engler (89.)
Gelb
Kunig - S. Hellmund, Jülich
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
SSV Markranstädt
1. FC Lokomotive Leipzig
1 Alexander Moritz
1 Jan Evers
2 Patrice Meißner
24 Robert Roscher
4 Frank Räbsch (ab 69. 14 Sebastian Wille)
19 Anton Köllner
5 Ronny Kujat (ab 63. 9 Benjamin Fraunholz)
16 Manuel Starke
10 Christian Mittenzwei
15 Sven Hellmund
17 Sebastian Hauck (ab 76. 11 Robert Klauss)
 
18 Steven Aßmann
18 Thomas Risch
6 Torsten Jülich
21 Toni Jurascheck
25 David Reich (ab 70. 11 Kevin Adam)
23 Stefan Schumann
22 Ralf Schreiber (ab 76. 13 Stephan Knoof)
24 Mario Schaaf
21 Rico Engler
26 Patrick Kunig
8 Georg Froese (ab 48. 14 Norris Höhn)

Trainer
Tino Vogel
Jörg Seydler

   Interviews
Jörg Seydler (Lok-Trainer)
"Die Null hat gestanden. Markranstädt war gerade in Halbzeit zwei besser, der Sieg am Ende glücklich. Am Ende war es wohl ein Sieg der Moral."
Tino Vogel (SSV-Trainer) "Eine bittere Niederlage. Besonders leid tut es mir für unseren Keeper Alexander Moritz, der uns in dieser Saison schon viele Punkte gerettet hat."

Wertung

2 Sterne (80 Minuten lang sahen die Fans nur Sommerfußball, am Ende siegte Lok Dank eines Fehlers von SSV-Keeper Moritz glücklich in Markranstädt!)

60 Fotos und 1 Video vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Alles neu macht der Mai

Viel Neues beim „Auswärtsheimspiel“ des FCL – vor 1.961 Zuschauern, davon etwa 1.000 Lok-Fans – im schmucken Stadion am Bad in Markranstädt. Zunächst einmal eine völlig neue Ausgangssituation: Nach der 0:4-Klatsche in der vergangenen Woche gegen Meuselwitz scheint der Regionalliga-Aufstieg praktisch abgehakt, ist der 1. FC Lok erstmals seit langer Zeit nicht zum Siegen verdammt. Im Vordergrund steht daher für die verbleibenden vier Spiele, die Saison anständig zu beenden. Erstmals seit der Neugründung des FCL steht zudem nicht Rainer Lisiewicz an der Seitenlinie – stattdessen geben Interimscoach Jörg Seydler und Co-Trainer Uwe Trommer die Anweisungen. Erste Maßnahme: Statt Dreierabwehr mit Ausputzer spielt eine blau-gelbe Viererkette mit den Innenverteidigern Anton Köllner, Manuel Starke (nach seinem Nasenbeinbruch mit Maske) und den Außen Sven Hellmund (links) und Robert Roscher (rechts). Im Mittelfeld sollen Torsten Jülich und David Reich als Sechser die Räume eng machen. Ralf Schreiber (links) und Steven Aßmann sollen über die Flügel Druck machen und die beiden Stürmer Rico Engler und Georg Froese mit Bällen füttern. Nicht mit dabei sind Käptn Holger Krauß und „Fußballgott“ René Heusel (Gelbsperre) sowie die Dauerverletzten Alexander Kunert (Zerrung), Tommy Kind (Schulter ausgekugelt) und René Ledwoch (Schienbeinbruch).

Abtasten mit leichten Vorteilen für den SSV

Der heimische SSV Markranstädt, der als Tabellensiebenter eine tolle Rückrunde spielt, legt los wie die Feuerwehr, hat direkt nach drei Minuten den ersten Riesen: Ein Steilpass hebelt die neu formierte Lok-Abwehr aus, Sebastian Hauck taucht völlig frei vor Jan Evers auf, aber der ist blitzschnell aus seinem Kasten raus und hat die Kirsche sicher. Und auch die nächste Großchance erarbeiten sich die Gastgeber: Patrick Kunig zieht in den Strafraum, passt scharf nach innen – aber der Schuss von Thomas Risch wird von einem Lok-Spieler abgeblockt. In der 15. Minute ist eben dieser Risch auf der halbrechten Seite drauf und dran, Sven Hellmund davon zu ziehen. Der weiß sich nicht anders als mit einem Foulspiel zu helfen und ist mit der gelben Karte von Schiri Marko Wartmann gut bedient. Auch danach der SSV mit einigen guten Gelegenheiten, aber Juraschek (16./Freistoß), Schaaf (17./Schuss aus 10 Metern übers Tor) und Mittenzwei (40./schönes Solo gegen Reich) können kein Kapital aus ihrer spielerischen Überlegenheit schlagen. In einem relativ ereignisarmen Spiel ist auch der 1. FC Lok um Spielfluss bemüht, erarbeitet sich jedoch nur wenige gute Chancen: In der 18. Minute bedient Schreiber Engler, der zu einem seiner gefürchteten Dribblings über den halben Platz ansetzt, dann allerdings im Strafraum geblockt wird. In der 41. Minute versucht es wiederum Engler, diesmal mit einem Distanzschuss und in der 44. verpasst Froese nach einer Freistoß-Flanke um zwei Meter.

Markranstädt drückt, Engler stellt das Spiel auf den Kopf

Die erste dicke Chance auch in Hälfte zwei wieder für die Markranstädter: Anton Köllner verschätzt sich bei einem Kopfball, Ronny Kujat ist frei durch, aber Evers ist wieder schneller und kann klären (53.). Nächster SSV-Riese in der 62. Minute: Ex-VfBer Frank Räbsch flankt in den Strafraum, von wo aus Haucks Kopfball nur knapp am Lok-Kasten vorbei streicht. Auch danach ist Lok zwar bemüht, aber eigentlich nur Markranstädt am Drücker: Der eingewechselte Benjamin Fraunholz scheitert kurz hintereinander mit zwei Distanzschüssen (70./71.). In der 80. Minute dann endlich die erste Lok-Chance in Halbzeit zwei – und was für eine: Jülich bedient den kurz zuvor gekommenen Norris Höhn mit einem mustergültigen Anspiel, aber der scheitert frei stehend an SSV-Keeper Alexander Moritz. In der 88. steht das Spiel dann plötzlich auf dem Kopf: Moritz mit einem ganz schwachen Abstoß. Der Ball fällt Engler direkt vor die Füße, der erst mit einem Lupfer scheitert, die Pille jedoch im Nachschuss im Netz versenkt. Danach gab´s noch eine Kontermöglichkeit, abermals für Engler (90.+2), aber der Ball verfehlt den Kasten knapp, dann war Schluss und die drei Punkte in Sack und Tüten.

Auch ein glücklicher Sieg bringt drei Punkte

Einmal mehr musste man erkennen, dass der 1. FC Lok spielerisch nicht zu den Glanzlichtern der Oberliga gehört. Zwar wirkten die Blau-Gelben durchaus bemüht und auch die neu formierte Viererkette stand die meiste Zeit einigermaßen sicher, aber spielerisch war der SSV Markranstädt die deutlich bessere Mannschaft. Deswegen kann und muss Fan – so er denn ein Freund des FCL ist – dem Herrgott für diesen Sieg auf Knien rutschend danken, der denkbar unverdient war. Bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Partien auch ein spielerischer Aufwärtstrend erkennbar sein wird – vielleicht schon am nächsten Samstag um 15 Uhr im Bruno-Plache-Stadion gegen die Zweite Mannschaft des FC Erzgebirge Aue…

(von Carsten Muschalle)