28. Spieltag  Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

FC Erzgebirge Aue II
2 2

Spieldaten
 
Datum
23. Mai 2009
Uhrzeit
15.00 Uhr
Spielstätte
Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer
2.570
Schiedsrichter
Sebastian Schmickartz (Berlin)
Torschützen
0:1 Wendschuch (12.), 0:2 Siemund (25.), 1:2 Engler (65.), 2:2 Jülich (75.)
Gelb
Jülich, Heusel, Knoof - Lobsch, Wölfel, Käßemodel, Wendschuch
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
FC Erzgebirge Aue II
1 Jan Evers
21 Michael Arnold
24 Robert Roscher
2 Sylvio Schwitzky
19 Anton Köllner
3 Ronny Liebold
6 Torsten Jülich
4 Andreas Lobsch
16 Manuel Starke
5 Felix Dojahn (ab 79. 12 Kevin Richter)
13 Stephan Knoof
6 Marco Wölfel
25 David Reich (ab 46. 14 Norris Höhn)
7 Tommy Käßemodel
22 Ralf Schreiber
8 Sascha Weirauch
11 Kevin Adam (ab 46. 7 Alexander Kunert) 
9 Andy Wendschuch
10 René Heusel (ab 79. 8 Georg Froese)
10 Christian Siemund
21 Rico Engler
11 David Helbig (ab 74. 13 Robert Nitzsche)

Trainer
Jörg Seydler
Holger Erler

   Interviews
Jörg Seydler (Lok-Trainer)
"Das für mich heute die Heimpremiere und ich hatte schon riesiges Herzklopfen. In der 1. Halbzeit ist einiges schief gelaufen. Besonders beim zweiten Tor waren wir schlafmützig. Aber die Mannschaft hat eine große Moral und in der zweiten Halbzeit konnten wir uns spielerisch steigern. Das 2:2 ist insgesamt verdient."
Holger Erler (Aue-Trainer) "Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der Halbzeit haben wir gut kombiniert und folgerichtig zwei Tore geschossen, trotz des letzten Aufgebotes heute von uns. Der Schiri hatte Lok dann wieder ins Spiel zurückgebracht. Ich wünsche Lok so schnell wie möglich den Aufstieg und nächste Woche werden wir Zwickau ärgern. Für die neue Saison müssen wir sehen, wie es in Aue weiter geht. Da herrscht ja auch etwas Chaos."

Wertung

2,5 Sterne (In ein spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten und einem gerechten Remis am Ende!)

46 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!

Spielbericht

Warum nicht gleich so? Dank einer erheblichen Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten erkämpfte der 1. FC Lok Leipzig vor 2570 Zuschauern im vorletzten Heimspiel der Saison ein 2:2 (0:2) gegen den FC Erzgebirge Aue II. Zwar wird das wohl das Ende allerletzter Aufstiegsträumereien bedeutet haben, dennoch verdient die Moral der Truppe ein Lob. Aues Andy Wendschuch (12.) und Christian Siemund (25.) hatten der Heimelf mit ihren Toren früh den Wind aus den Segeln genommen. Die Blau-Gelben brauchten ihres Zeichens die komplette erste Halbzeit, um überhaupt ins Spiel zu finden. Rico Engler (65.) und Torsten Jülich (75.) erzielten nach der Pause die Treffer zum etwas glücklichen, aber verdienten Unentschieden.

Jörg Seydler nahm im Vergleich zum Last-Minute-Sieg in Markranstädt auf drei Positionen personelle Umstellungen vor. René Heusel hatte seine Gelbsperre abgesessen und ersetzte Georg Froese im Angriff. Im Mittelfeld bekamen Stephan Knoof und Kevin Adam ihre Chance von Anfang an, wofür Steven Aßmann auf der Bank Platz nehmen musste. Zudem fiel Sven Hellmund kurzfristig krankheitsbedingt aus.  Abwartend und auf Fehler des Gegenüber lauernd, beschnupperten sich die beiden Kontrahenten in den ersten Minuten, wobei Lok noch Feldvorteile besaß. Doch jäh wurden die Zuschauer aus ihrer samstäglichen Dämmerung gerissen. Direkt im ersten konstruktiven Spielzug der Partie wurde der 1. FC Lok kalt erwischt. Aues David Helbig entsandte seinen Sturmpartner Andy Wendschuch mitten in die Schnittstelle der blau-gelben Viererkette, der mit dem Ball am Fuß ungestört durch das Loch in der zentralen Defensive entkam und den herauseilenden Evers ohne Mühe zur Gäste-Führung überwand (12.).

Es dauerte bis zur 19. Minute, da Lok das erste Mal so etwas wie Schweißtröpfchen in der Auer Defensive verursachte. Engler bediente Heusel dabei per langem Einwurf, im Strafraum angekommen, war dieser gerade im Begriff auszuholen, als Weirauch in letzter Sekunde (elfmeterwürdig?!) dazwischengrätschte und den Ball zur Ecke spitzelte. Der Heimelf war das Bemühen nicht abzusprechen, allerdings agierten die "Bubis" aus dem Erzgebirge abgeklärt und kombinationssicher. Der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten. Während eines Freistosses von Tommy Käßemodel hielt die Lok-Defensive abermals einen Moment zu lange inne, was Christian Siemund per Lupfer aus zwölf Metern eiskalt zu nutzen wusste (25.).

Erst drei Minuten darauf gab Engler Loks ersten Torschuss überhaupt ab, nachdem zuvor Adam das bereits verlorene Spielgerät zurückerkämpft hatte. Aber Michael Arnold im Auer Kasten brachte das genauso wenig in Verlegenheit wie Englers nächster Versuch zwei Minuten später. Reich hatte seinen Stürmer mit einem punktgenauen langen Ball aus der eigenen Hälfte bedient. Ebenso hatte Arnold keine Mühe, Anton Köllners Kopfball nach Knoofs Einwurf aufzunehmen (38.). Die Lila-Weißen begnügten sich im Begriff ihrer ungefährdeten Führung derweil mit dem Nötigsten, blieben jedoch stets gefährlich. So köpfte Innenverteidiger Liebold nach Käßemodels Ecke knapp über die Latte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff zischte dann noch Jülichs Schuss aus gut 18 Metern nur um Zentimeter am Pfosten vorbei.

Mit neuem Elan und zwei frischen Akteuren kam der 1. FC Lok aus der Kabine. Alexander Kunert und Norris Höhn sollten an Stelle von David Reich und Kevin Adam Akzente setzen. Kunert verlieh der vorher lahmenden Mittelfeldzentrale endlich Kreativität. Er war es auch, der nach einer guten Stunde mit tollem Pass durch die Gasse Engler bediente, der mutig abzog , aber Arnold die kurze Ecke dicht gemach hatte. Etwas unverhofft erhielt die Loksche dann die Chance, ins Spiel zurückzukehren. Ex-VfB-Junior Sylvio Schwitzky "zupfelte" im Strafraum am Leib Heusels und wohl zur Verwunderung der Akteure und des Publikums zeigte Schiedsrichter Schmickartz auf den Punkt. Stephan Knoof übernahm die Verantwortung, zielte rechts halbhoch, wo Torhüter Michael Arnold per Blitzreflex hinflog und den Ball abwehrte; Allerdings verblieben seine Vorderleute im Tiefschlaf, sodass Rico Engler der Abpraller vor die Füße fiel und der unbarmherzig zum Anschluss eindrosch (65.).

Es war der bislang fehlende Impuls, die bis in die Zehenspitzen zu spürende Unsicherheit der Lok-Akteure wich dem Selbstvertrauen. Die Blockade schien gelöst. Aue hatte kaum den Anstoß ausgeführt, als Ralf Schreiber schon wieder an den Ball kam, einen weiten Diagonalball auf Torschütze Engler spielte, der aus 22 Metern von halbrechts und mit vollem Risiko die Kugel volley auf das Gehäuse donnerte, doch Arnold rettete dank einer Glanzparade. Lok rannte an, nicht filigran, aber mit der geballten zweiten Luft, drängte die sichtlich beeindruckten Gäste in die Defensive. Chancen folgten auf dem Fuß: Starke köpfte drüber (69.), Engler verzog seinen Fernschuss (71.). Doch mitten in die Drangphase hinein hätte der FCE beinah für die Entscheidung gesorgt, als Siemund die rechte Seite allein auf weiter Flur hinter sich ließ, aber sein Versuch um Zentimeter am langen Pfosten vorbei kullerte (72.).

Aber Lok sollte 15 Minuten vor Schluss für sein Anrennen doch noch belohnt werden. Rico Englers Ecke erreichte am langen Pfosten Stephan Knoof, der etwas unorthodox mit dem Knie den Ball in den Fünfer weiterleitete, wo Köllner in mit letztem Einsatz im Spiel hielt; Im Rückraum bedankte sich Torsten Jülich  - völlig freistehend - und staubte aus Nahdistanz zum Ausgleich ab. Es sollte gleichzeitig auch die letzte gefährliche Offensiv-Aktion beider Teams gewesen sein, da Manuel Starkes Kopfball in der Schlussminute drei Meter vorbei flog.

(von Maximilian Hendel)