29. Spieltag Oberliga Nordost-Süd  Saison 2008/2009
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Gera 03

1. FC Lokomotive Leipzig
2 0

Spieldaten
 
Datum
31. Mai 2009
Uhrzeit
13.30 Uhr
Spielstätte
Stadion der Freundschaft (Gera)
Zuschauer
986
Schiedsrichter
 
Andy Weißenborn (Berlin)
Torschützen
1:0 Roscher (80./Eigentor), 2:0 Franz (90.+1)
Gelb
Fuhrmann, Franz, Friedrich, Strobel - Kunert, Knoof
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Gera 03
1. FC Lokomotive Leipzig
12 Jens Roß
1 Jan Evers
2 Christian Schmidt
24 Robert Roscher
3 Ronny Fuhrmann
19 Anton Köllner
4 Marcel Ast
16 Manuel Starke
7 Enrico Neubert
13 Stephan Knoof
10 Christof Neumann (ab 46. 17 Nick Pohland)
 
7 Alexander Kunert
11 Marc Janke
6 Torsten Jülich
16 Michael Franz
2 Robert Sommer (ab 71. 11 Kevin Adam)
18 Tobias Friedrich
22 Ralf Schreiber (ab 75. 12 Tommy Kind)
20 Marcel Fischer (ab 81. 21 Christian Hauser)
21 Rico Engler
22 Maik Strobel
10 René Heusel (ab 62. 18 Steven Aßmann)

Trainer
Rene Grüttner
Jörg Seydler

   Interviews
Jörg Seydler (Lok-Trainer)
"Wir waren in der Offensive einfach zu harmlos, haben keine Gefahr entwickeln können und am Ende hinten aufgemacht. Das zweite Tor im Konter spielte dann keine Rolle mehr."
Rene Grüttner (Gera-Trainer) "Ich bin überglücklich. Kompliment an meine Mannschaft, sie hat mir den Rücken gestärkt und das nach nur drei Trainingseinheiten unter meiner Regie."

Wertung

2 Sterne (Kein Spiel für Feinschmecker - Lok einfach zu harmlos und mit Pech bei dem Roscher-Eigentor!)

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Spielbericht

Spiel um die goldene Ananas

Der Aufstieg ist spätestens seit den Ergebnissen des letzten Wochenendes abgehakt – so geht es um nichts mehr beim letzten Auswärtsausflug der Saison, obwohl der Dritte aus Leipzig beim Vierten spielen muss. Ins schöne Thüringen geht die Reise, wo im schmucken Stadion der Freundschaft der heimische 1. FC Gera auf die Mannschaft von Interims-Coach Jörg Seydler wartet. Keine ganz leichte Aufgabe, zeigten die Ost-Thüringer doch beim 2:1-Sieg im Bruno-Plache-Stadion, dass mit ihnen nicht gut Bratwurst essen ist. Der 1. FC Lok abermals mit Viererkette sowie einer kleinen und eine großen Überraschung in der Aufstellung: Alexander Kunert endlich wieder fit genug, um von Anfang an für Druck aus dem Mittelfeld zu sorgen und zudem soll Robert Sommer nach mehr als einjähriger Verletzungspause auf dem rechten Flügel Betrieb machen. Kleine Parallele vom 1. FC Gera zum 1. FC Lok: Bei den Gelb-Schwarzen wurde unter der Woche der zum Saisonende scheidende Coach Nico Quade beurlaubt. Die Maßnahmen von Interimstrainer René Grüttner: Ex-Buli-Profi Marco Weißhaupt ist nicht im Aufgebot und auch der Kapitän und Ex-Dynamo Christian Hauser muss zunächst auf der harten Ersatzbank Platz nehmen.

Gutes Spiel – wenig Torraumszenen

Beide Mannschaften agieren von Beginn an sehr zweikampfstark und kompakt. Die Partie spielt sich deswegen vor allem im Mittelfeld ab und ist für den geneigten Zuschauer das, was man allgemein als ‚Langweiler‘ bezeichnen würde, denn auf beiden Seiten passiert in den Strafräumen nur sehr wenig. Beim FCL haut sich besonders Rückkehrer Sommer voll rein und sorgt über „seine“ rechte Seite ein ums andere Mal für gehörigen Druck. Die erste dicke Möglichkeit hat jedoch der Gastgeber. Rechtsaußen Michael Franz schlägt einen Freistoß von rechts in den Strafraum, dort schraubt sich Sturmtank Marc Janke am höchsten, aber sein Kopfball geht zum Glück nur ans Gebälk von Evers Kasten(16.). Kleine Lok-Chance dann in der 29. Minute: Robert Roscher mit Steilpass auf Rico Engler – der dribbelt einen Gegenspieler aus, scheitert aber am zweiten und der Nachschuss von René Heusel geht auch noch an den Rücken des am Boden liegenden Engler. Drei weitere Mini-Möglichkeiten für den FCL vergeben Engler (36./44. Schüsschen und Schuss am Tor vorbei) und Anton Köllner (42./Kopfball nach Kunert-Freistoß).

Roscher-Eigentor entscheidet die Partie

Auch in der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Beide Mannschaften schenken sich nichts – der Ball kreist deswegen zumeist im Mittelfeld hin und her. Und auch die erste Chance gibt es wiederum für Gera: Enrico Neubert spielt steil auf Janke, der völlig frei vor vorm Tor auftaucht, aber Jan Evers hat aufgepasst, verkürzt schnell den Winkel und kann glänzend per Fußabwehr parieren (53.). Lok auch jetzt kaum zwingend und nur mit kleineren Gelegenheiten: Köllner (58./Kopfball nach Kunert-Ecke), Aßmann (. Doch auch die Gastgeber wirken nicht gefährlicher und haben durch Nick Pohland (60./Kopfball), Neubert (64./Schuss aus zweiter Reihe) und Marcel Fischer (72./Direktabnahme) Chancen, die man nur mit sehr viel Wohlwollen als solche bezeichnen kann. Eine große Möglichkeit für den 1. FC Lok dann bezeichnenderweise durch einen Standard. Nach Foul an Kunert hämmert Engler einen 18-Meter-Freistoß an der Mauer vorbei aufs rechte Toreck, aber Geras Keeper Jens Roß taucht schnell genug ab und kann gerade noch zur Ecke abwehren. Und auch das entscheidende Tor für den 1. FC Gera fällt eher zufällig: Geras Franz tritt einen Freistoß, der relativ ungefährlich aussieht – bis Robert Roscher ihn unglücklich und unhaltbar mit dem Kopf ins eigene Tor abfälscht (81.). Lok versucht im Anschluss noch alles, den Ausgleich zu erzielen, aber der eingewechselte Kevin Adam trifft mit einer schönen Direktabnahme nur das Außennetz (86.). So passiert kurz vorm Abpfiff das, was beim Fußball in solchen Fällen oft geschieht. Gera kontert gegen die hinten entblößten Leipziger – Janke ist auf der rechten Angriffsseite mutterseelenallein durch, gibt nach innen auf Franz, der aus fünf Metern kein Problem mehr hat, ins leere Tor einzunetzen.

Viel Taktik und Kampf – kein Feinschmeckerfußball

Beide Mannschaften spielten nicht schlecht, schenkten sich in den Zweikämpfen nichts – ein Unentschieden wäre wohl unterm Strich gerecht gewesen. Außer für ‚Taktikfüchse‘ war die Partie trotzdem eher unansehnlich, weil der Ball fast nur im Mittelfeld blieb und Torraumszenen ähnlich selten waren wie Freibier im Barfußgässchen. Positiv an der relativ unglücklichen Niederlage war jedoch die Erkenntnis, dass die Viererkette nach nunmehr drei Spielen unter dem neuen Coach immer gefestigter wirkt und die Mannschaft das neue Spielsystem langsam aber sicher verinnerlicht.

(von Carsten Muschalle)