Freundschaftsspiel  Saison 2009/2010
1.FC Lokomotive Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig

Bayer 04 Leverkusen
0 5

Spieldaten
 
Datum
18. Juli 2009
Uhrzeit
18.15 Uhr
Spielstätte
Zentralstadion (Leipzig)
Zuschauer
9.165
Schiedsrichter
Lars Albert (Tannenbergsthal)
Torschützen
0:1 Kroos (13.), 0:2 Derdiyok (17.) 0:3 Barnetta (47.), 0:4 Gekas (48.), 0:5 Gekas (63.)
Gelb
Keine!
Gelb-Rot
Keine
Rot
Keine

Aufstellung
1. FC Lokomotive Leipzig
Bayer 04 Leverkusen
1 Jan Evers (ab 89. 20 Alexander Czempik)
1 René Adler
17 Holger Krauß (ab 26. 12 Paul Stöbe / ab 79. 24 Robert Roscher)
3 Stefan Reinartz (ab 46. 2 Daniel Schwaab)
8 Jens Werner
4 Sami Hyypiä (ab 46. 14 Sascha Dum)
6 Torsten Jülich
5 Manuel Friedrich (ab 46. 15 Hans Adu Sarpei)
3 Markus Krug
7 Tranquillo Barnetta
18 Steven Aßmann (ab 64. 2 Robert Sommer)
10 Renato Augusto (ab 46. Pirmin Schwegler)
4 Reimund Linkert (ab 59. 11 Kevin Adam)
11 Stefan Kießling (ab 46. 17 Richard Sukuta Pasu)
25 Marcus Brodkorb (ab 58. 13 Stephan Knoof)
19 Eren Derdiyok (ab 46. 29 Theofanis Gekas)
16 Manuel Starke
24 Michael Kadlec (ab 46. 28 Burak Kaplan)
9 Erol Gugna (ab 46. 10 René Heusel)
27 Gonzalo Castro (ab 46. 26 Assimoiu Touré)
22 Ralf Schreiber
39 Toni Kroos (ab 46. 23 Arturo Vidal)

Trainer
Jörg Seydler
Jupp Heynckes

   Interviews
Jörg Seydler (Lok-Trainer)
"Das war ein Riesenerlebnis für uns. Wir haben im Trainingslager viel im Defensiv-Bereich gearbeitet. Nur leider hat es heute nach vorne nicht so geklappt. Ein Lok-Tor wäre schon schön gewesen."
Jupp Heynckes (Bayer-Trainer) "Das war ein gutes Freundschaftsspiel - Dank beider Mannschaft. Ich habe viele positive Dinge gesehen, aber auch eine sehr gut organisierte Lok-Mannschaft in der Defensive. Beim Torabschluss müssen wir uns noch verbessern."

Wertung

3 Sterne (Bayers Klasse blitzte vor allem am Anfang der zweiten Halbzeit auf - im Mittelpunkt stand natürlich Nationalkeeper René Adler!)

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Spielbericht

Super Abend, super Stimmung und ein gut aufgelegter Gegner. Für den 1. FC Lok gab es im Freundschaftsspiel gegen Pokalfinalist Bayer Leverkusen vor 9.165 Zuschauern im Zentralstadion nichts zu holen. Mit 5:0 (2:0) gewannen die Gäste um Nationaltorwart René Adler ungefährdet und souverän, ließen Lok dabei nicht den Hauch einer Chance. Toni Kroos (13.) und der Eren Derdiyok (17.) nahmen den Hausherren früh den Wind aus den Segeln. Beinah mit dem Wiederanpfiff erhöhte der überragende Tranquillo Barnetta (46.), ehe  Theofanis Gekas (48., 63.) per Doppelpack den Endstand besorgte.

Bayer war zum „Ablösespiel“ bis auf Nationalstürmer Patrick Helmes (Kreuzband-OP) mit allen Könnern angereist, selbstverständlich auch mit René Adler, der 2000 aus der Talentschmiede des VfB Leipzig auszog, um die große Fußballwelt zu erobern. Sogar der angeschlagene Kapitän Simon Rolfes begleitete sein Team. Auf Seiten des 1. FC Lok bestritt Holger Krauß nach drei Jahren als Kapitän und Wortführer sein emotionsgeladenes letztes Spiel in Blau-Gelb. Zusammen mit Marcel Hensgen, Tommy Kind, Georg Froese, Thomas Wetzig und David Reich wurde Krauß in der Halbzeit vor den Fans verabschiedet.

Zentimeter fehlten, und das Stadion wäre explodiert

Trotz des intensiven Trainingslagers und zehn Stunden Bus-Rückfahrt vom Vortag in den Beinen begannen die Hausherren erfrischend selbstbewusst und unbekümmert. Adler musste gleich in erhöhter Gefahrenzone vor Manuel Starke zur Ecke klären (5.). Unter forschem Leipziger Pressing vertändelte dann Linksverteidiger Michael Kadlec in der eigenen Hälfte gegen Steven Aßmann, dessen Doppelpass mit Ralf Schreiber einer punktgenauen Flanke vorausging, die im Rückraum ihren Abnehmer in Neuzugang Erol Gugna fand, der den Ball mit vollem Risiko volley haarscharf am rechten Pfosten vorbeisetzte (10.). Zentimeter fehlten, und das Stadion wäre explodiert.

Es war der Weckruf für die Bayer-Elf. Im direkten Gegenzug bereits musste Jens Werner für den geschlagenen Jan Evers einen Kopfball Stefan Kießlings einen Meter vor der Torlinie retten. Aus dem Mittelfeld heraus von den Edeltechnikern Renato Augusto, Toni Kroos und Tranquillo Barnetta wie auf dem Reißbrett gelenkt, zog Leverkusen nun Kombination um Kombination, Direktpassage um Direktpassage auf. Der Rückstand durch Toni Kroos entstammte jedoch einer Einzelaktion. Torsten Jülich und Holger Krauß konnten den Junioren-Nationalspieler im Verbund nicht vom Ball trennen, der darauf die Kugel technisch versiert mit dem rechten Außenrist ins lange Eck schlenzte (13.). Nur drei Minuten später musste Evers ein zweites Mal hinter sich greifen. Eine flinke, präzise Doppelpass-Reihe von Barnetta und Kroos verwandelte Eren Derdiyok aus 13 Metern direkt mit links. Die Loksche auf dem Boden der Tatsachen rang nun um Sicherheit, Bayer gelang mit lockeren Füßen schier spielerisch leicht beinah jede Umsetzung eines Gedankens.

Bayer mit tollen Kombinationen, Lok mit großem Kampf

Lok überquerte kaum noch die Mittellinie, und wenn, dann verdampften die offensiven Bemühungen wirkungslos an Bayers breitschultrigen Türmen in der Innenverteidigung Sami Hyypiä und Manuel Friedrich. Nach 24 Minuten dribbelte sich Renato Augusto in den Strafraum, täuschte mit zwei Hüftwacklern zwei Lok-Verteidiger, fand seinen Meister jedoch in Torsten Jülich. Keine zehn Minuten darauf war Werner von Barnetta überlaufen worden, und wieder schmiss sich Kapitän Jülich kurz vor knapp rettend in den Ball. Kurz vor der Halbzeit dampfte Eren Derdiyok in vollem Tempo an Aßmann, Starke und Brodkorb vorbei, doch der stramme Schuss des Schweizer Nationalspielers verfehlte den Kasten knapp. Bis auf René Adler und Tranquillo Barnetta tauschte Jupp Heynckes in der Pause seine komplette Mannschaft, was dem Spielfluss keine großen Dämme legen sollte.

Kaum zurück wurde Lok bereits kalt erwischt. Tranquillo Barnetta war Nutznießer zum 3:0 nach Doppelpass (46.). Dem wollte Theofanis Gekas in nichts nachstehen. In den Raum gestartet, legte sich Griechenlands Auswahlstürmer einen Flugball von Pirmin Schweglerdirekt in den Lauf und drosch das Leder humorlos aus 14 Metern unter die Latte (48.). Das Tempo nahm in der Folge merklich ab, Bayer lief zufrieden aus, Lok stand in der Defensive wieder sicherer, hatte aber merklich an den Nachwehen des Trainingslagers und hohen Anfangstempos zu knabbern.

René Adler: „Es war ein ganz besonderes Spiel“

Dennoch gewährten Jülich und Co. Bayer nur noch eine Lücke, die abermals Gekas zu seinen Gunsten zu nutzen wusste (64.). Sein Schuss aus der Drehung kullerte vom Innenpfosten aus über die Linie. Beinah wäre dem 1. FC Lok noch der Ehrentreffer gelungen. Manuel Starkes Freistoss aus 23 Metern in der 74. Minute verpasste das rechte Dreiangel nur um Zentimeter.

 Bis auf diese kleine Schrecksekunde konnte der nahezu beschäftigungslose René Adler die Laudatio der Lok-Fans genießen. Lautstark feierte ihn das Leipziger Publikum während des Spiels  und nach dem Abpfiff in seiner Ehrenrunde. Adler verdeutlichte: „Es war ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich weiß, wo ich herkomme, dass meine Wurzeln beim VfB Leipzig liegen und ich dem Verein viel zu verdanken habe.“

(von Maximilian Hendel)